Was ist passiert?
Anfang der Woche kursierte das Video des 12-Jährigen vermehrt in den Sozialen Netzwerken. Es wurde geteilt, kommentiert und schließlich in verschiedenen Medien thematisiert. In dem Video erklärte der 12-Jährige, die Schulleitung würde Listen mit politisch aktiven Schülern an die Polizei weitergeben. Deshalb sei er von der Polizei vorgeladen worden. Zudem sei die Schulleitung rassistisch und habe ihn deshalb „zur Polizei gezerrt“.
Was sagt die Schulleiterin dazu?
Auf Anfrage von MDR SACHSEN war sie nicht zu einer Stellungnahme bereit. Sie hat aber alle Vorwürfe im Gespräch mit der LVZ schriftlich zurückgewiesen.
Was sagt das Landesamt für Schule und Bildung zu dem Fall?
Das Landesamt prüft den Fall inzwischen offiziell, aber es gibt einen klaren Tenor: Man sieht politische Vereinnahmung, eine Debatte, die sich von der Realität in der Schule entfernt hat, und Vorwürfe, die nach jetzigem Stand haltlos wirken. Clemens Arndt, der Sprecher des Landesamts, sagt dazu Folgendes: „Als Schulaufsicht wollen wir den Sachverhalt ordentlich ermitteln.“ Man müsse genau aufschlüsseln, was passiert sei, sagte Arndt.
Ausgangspunkt war Arndt zufolge ein ganz anderer: Die Kürzung der Förderstunden für Deutsch als Fremdsprache im Herbst. Diese sei vom Ministerium angeordnet worden, nicht von der Schule, erklärte der Sprecher, warum sich offenbar vorhandener Frust gegen die neue Schulleiterin an die falsche Adresse gerichtet hat.
Was sagt die Polizei?
Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigungen. So gab es den Angaben nach im Herbst mehrere Graffiti und Schmähungen, teils frauenfeindlich, direkt gegen die Schulleiterin gerichtet. Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen wurde am am 12. März 2026 der 12-Jährige in Begleitung eines Elternteils als möglicher Zeuge vernommen.
Laut Polizei fand an diesem Tag eine Kundgebung unter dem Motto „Gegen Repression“ vor der Polizeidirektion statt – rund 30 Unterstützerinnen und Unterstützer des Jungen waren da. Die Namensliste, die der 12-Jährige im Instagram-Reel erwähnt, „ist uns nicht bekannt“, heißt es auf Anfrage von MDR SACHSEN.
Was sagen die Eltern des 12-Jährigen?
Wir haben versucht, mit den Eltern des 12-Jährigen persönlich zu sprechen. Doch das „Bündnis Internationale Jugend“, das das Instagram-Video des Jungen veröffentlicht hat, wollte nur schriftliche Antworten der Eltern übermitteln. Ein persönlicher Kontakt war leider nicht möglich. So konnten wir leider nicht sicherstellen, dass die Antworten wirklich von den Eltern des Jungen stammen.