Extra Regio über Halle fahren

Maxi-Josephine Rauch und andere Pendler weichen mittlerweile immer öfter aus. Zum Beispiel fahren sie zunächst mit der S-Bahn nach Halle, um von dort mit der RE16 in einem „Rutsch“ bis nach Weimar und Erfurt zu kommen.

Rauch dazu: „Ich nutze immer wieder die Strecke über Halle, bei der ich aber planmäßig schon länger brauche – bis zu zwei Stunden und 20 Minuten. Ich schaue dann meist tagesaktuell, wo ich am besten fahren kann. Andere Pendler nehmen den ICE, müssen dadurch mehr bezahlen oder einige fahren mit dem Auto.“

Naumburg ist eigentlich kein richtig guter Umsteigebahnhof, weil es da nur eine Unterführung gibt am Ende des Bahnsteigs, die auch ziemlich eng ist.

Olaf Behr
Fahrgastverband Pro Bahn Thüringen

Der Naumburger Bahnhof werde durch den neuen Umstieg regelmäßig zum Nadelöhr in den Stoßzeiten, berichtet der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn Thüringen, Olaf Behr: „Naumburg ist eigentlich kein richtig guter Umsteigebahnhof, weil es da nur eine Unterführung gibt am Ende des Bahnsteigs und die auch ziemlich eng ist. Viele Menschen, die gleichzeitig umsteigen, füllen diese Unterführung sehr gut.“

Derzeit kommen die Regionalbahnen und S-Bahnen auch nicht am gleichen Bahnsteig an. Das heißt: Die Fahrgäste müssen von Gleis 1 auf Gleis 3 oder umgekehrt durch die Unterführung laufen. Das erschwert vor allem Fahrradfahrern, Eltern mit Kindern oder beeinträchtigten Menschen den zeitlich knappen Umstieg. „Früher habe ich mein Fahrrad gerne mitgenommen, um vom Bahnhof zur Uni zu fahren. Aber mittlerweile reise ich ohne“, sagt Maxi-Josephine Rauch.

Ab Mitte Juli Züge am gleichen Bahnsteig

Immerhin sollen nach Angaben des Thüringer Infrastrukturministeriums voraussichtlich nach den Bauarbeiten zwischen Naumburg und Bad Kösen ab 11. Juli die RB20 und die S6
am gleichen Bahnsteig ankommen und abfahren, so dass sich die Reisenden den Ganz die Treppen und den Gang durch die Unterführung sparen können.

Andere müssen trotzdem durch die Unterführung: „Die Fahrgäste, die aus Richtung Saalfeld und Jena kommen, müssen immer durch den Tunnel durch diese Lösung. Für sie ist es also wieder eine leichte Verschlechterung“, sagt Olaf Behr.

Die Fahrgäste, die aus Richtung Saalfeld und Jena kommen, müssen immer durch den Tunnel durch diese Lösung. Für sie ist es also wieder eine leichte Verschlechterung.

Olaf Behr
Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn Thüringen

Keine erneute Direktverbindung zum Fahrplanwechsel

Eine erneute Direktverbindung der RB20 von und nach Leipzig wird es nach Angaben des Infrastrukturministeriums zumindest zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2026 nicht geben. Allerdings liefen derzeit Gespräche zwischen den „Bestellern“ des Regionalzugverkehrs auf der Verbindung Eisenach-Leipzig. Das sind das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr, der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH und der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig. Die laufen allerdings schon seit Wochen – zu Ergebnissen ist noch nichts bekannt,