TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Berlin – Die Reformvorschläge von Finanzminister Lars Klingbeil (48, SPD) stoßen in der CDU auf ein positives Echo. Kanzler Friedrich Merz (70) und mehrere CDU-Spitzenpolitiker betonten, es gehe in die richtige Richtung. Im Gespräch mit BILD erklärte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU): „Ich bin froh, dass Lars Klingbeil einen Aufschlag gemacht hat.“ Sie hoffe, „dass wir uns jetzt bewegen und das kommt, was ich seit Monaten einfordere: dass wir uns mit Reformen beschäftigen, um uns fit zu machen für die Zukunft.“

► Konkret geht es Reiche u.a. um einen späteren Renteneintritt. „Das Arbeitsvolumen in Deutschland muss steigen. Wir müssen am Ende des Lebens sicherlich etwas länger Arbeitszeit investieren – gemessen an der Belastung“, so die Ministerin. Zugleich gehe es auch um bessere Qualifikation von Arbeitnehmern und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Wirtschaftsministerin Reiche warnt: „Wir haben ein Preisproblem“

Quelle: BILD28.03.2026

► Die von Klingbeil geforderte Lohnsteuer-Erhöhung für die 5 Prozent Beschäftigten mit den höchsten Gehältern, lehnt Reiche nicht direkt ab. „Ich sage nichts. Ich schließe nichts aus“, so die Ministerin zu BILD: „Am Ende ist ein gutes Reformpaket das Entscheidende.“

Aktuell beträgt der Spitzensteuersatz 42 %. Er greift bei einem zu versteuernden Einkommen von 68.000 Euro im Jahr (Alleinstehende). Bei Ehepartnern sind es rund 136.000 Euro. Der sogenannte Reichensteuersatz (45 %) greift ab 277.000 Euro bzw. 554.000 Euro.

► Reiche dringt jedoch auf Steuersenkungen für Firmen. Die Körperschaftsteuer solle bereits 2027 (nicht erst 2028) sinken. „Das wäre eine große Entlastung und auch ein wichtiges Zeichen, in den Standort Deutschland zu investieren.“

Mehr zum Thema

Die Reformen müssten „so schnell wie möglich greifen“, verlangt die CDU-Politikerin: „Es ist tatsächlich, wenn nicht kurz vor 12, aber dann dicht vor 12.“ Die führenden Wirtschaftsinstitute würden nur noch mit 0,7 Prozent bis 0,9 Prozent Wachstum für 2026 rechnen (im Herbst hatten sie noch 1,3% erwartet). Vor dem Sommer müsse das Reformpaket daher stehen, so Reiche.

Gegen die hohen Spritpreise will Reiche sofort handeln – und zwar mit einer höheren Pendlerpauschale. „Ich habe selbst vorgeschlagen, dass wir uns mit dem Thema Pendlerpauschale beschäftigen und die Pendlerpauschale temporär anheben.“ Die Finanzierung solle aus den höheren Mehrwertsteuer-Einnahmen erfolgen. Einen konkreten Betrag nannte sie jedoch nicht.