Wachsende Finanzierungslücke

Dresden muss Millionen sparen – diese Projekte trifft es

29.03.2026 – 07:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Dresden will mit Sparprogramm Haushaltsloch verkleinernVergrößern des Bildes

Dresden (Archivbild): Die Stadt will mit einem Nachtragshaushalt sein Defizit im laufenden Jahr verkleinern. (Quelle: Robert Michael/dpa/dpa-bilder)

Dresden legt einen Sparhaushalt unter Druck vor. Das Defizit für dieses Jahr bleibt dennoch im dreistelligen Millionenbereich – wie geht es nun weiter?

Der Entwurf soll zunächst am Dienstag im Finanzausschuss beraten werden, Ende April folgt der Stadtrat. Selbst bei vollständiger Umsetzung verbleibt laut Stadtverwaltung ein erwartetes Defizit von rund 123,9 Millionen Euro.

Ausgangspunkt ist ein Finanzzwischenbericht aus dem Jahr 2025. Darin prognostizierte die Stadt, dass das Etatergebnis 2026 um 144 Millionen Euro schlechter ausfallen werde als ursprünglich geplant. Als Ursachen nennt die Stadt steigende Kosten bei Pflichtaufgaben in der Sozial- und Jugendhilfe sowie geringere Einnahmen durch schwache Konjunktur.

Einen Teil der Einsparungen will die Stadt aus veränderten Rahmenbedingungen gewinnen. Nach eigenen Angaben ergeben sich rund drei Millionen Euro aus sinkenden Energiekosten und 4,5 Millionen Euro aus dem Kita-Eigenbetrieb durch rückläufige Geburtenzahlen. Rund acht Millionen Euro sollen aus der gesunkenen Zahl an Asylsuchenden resultieren – daraus ergebe sich ein geringerer Bedarf an Unterbringungskapazitäten, so die Stadt.

Für die Stadtbezirke hat der Nachtragshaushalt konkrete Folgen. Die Verfügungsbudgets der Stadtbezirksämter sollen laut städtischen Angaben um 1,3 Millionen Euro sinken, was einer Kürzung von 27 Prozent entspricht. Damit könnten die Stadtbezirksbeiräte künftig weniger lokale Projekte fördern. Auch bei der Projektförderung zur Gleichstellungsarbeit und bei Maßnahmen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sind Einsparungen vorgesehen.

Straßeninstandhaltungsmaßnahmen sowie Vorhaben im Bereich Stadtgrün und Abfallwirtschaft sollen teilweise verschoben werden. Längere Genehmigungs- und Prüfverfahren würden zudem dazu führen, dass Mittel für Bauvorhaben erst später abgerufen werden als geplant.

Die Landesdirektion Sachsen hatte den Doppelhaushalt 2025/2026 bereits im Jahr 2025 nur unter Auflagen genehmigt und auf eine erhebliche Finanzierungslücke hingewiesen. Dresden ist seitdem verpflichtet, den Etat an die verschlechterte Lage anzupassen und eigene Konsolidierungsanstrengungen nachzuweisen.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sprach von „tiefroten Zahlen“. Die strukturelle Schieflage in der kommunalen Finanzierung sei mit den verfügbaren Mitteln nicht zu beheben, erklärte er – und verwies auf eine seit Monaten gleichlautende Einschätzung des Deutschen Städtetags. Die Stadt rechnet nach eigenen Angaben mit weiteren Sparmaßnahmen und einer strukturellen Überprüfung städtischer Leistungen.