Dresdens Wahrzeichen

So wenig Gold steckt wirklich im Goldenen Reiter

Aktualisiert am 29.03.2026 – 08:53 UhrLesedauer: 2 Min.

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Reiterstandbild von August des Starken (Archivbild): Gold glänzend im Sonnenschein. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Kai Koehler/imago)

Dresdens berühmtestes Denkmal glänzt, als wäre es aus purem Gold. Tatsächlich wiegt die gesamte Goldschicht weniger als ein Pfund Butter.

Der Goldene Reiter am Neustädter Markt wirkt wie ein Monument aus purem Edelmetall. Doch bei der letzten Generalrestaurierung 2001 bis 2003 verbrauchten die Fachleute gerade einmal 500 Gramm Blattgold – etwa so viel wie ein Päckchen Butter. Darunter verbirgt sich eine filigrane Kupferhaut auf einem Eisengerüst.

Das Reiterstandbild zeigt August den Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen. In der Pose eines römischen Imperators sitzt er auf einem sich aufbäumenden Pferd und blickt Richtung Nordosten – symbolisch auf sein Königreich Polen zureitend. Am 26. November 1736 wurde das Denkmal enthüllt, drei Jahre nach Augusts Tod.

Die Restauratoren trugen tausende einzelne Goldblättchen auf. Jedes misst fünf mal fünf Zentimeter und ist etwa ein Tausendstel so dick wie ein menschliches Haar. 1.000 dieser Blättchen wiegen zusammen nur 80 Gramm. Bei der vorherigen Vergoldung 1965 reichten sogar 187 Gramm.

Die ursprüngliche Vergoldung von 1735 war deutlich aufwendiger. Die Handwerker verwendeten die sogenannte Feuervergoldung: Sie lösten Gold in flüssigem Quecksilber auf, strichen die Masse auf das Kupfer und erhitzten alles über glühender Holzkohle. Das Quecksilber verdampfte, das Gold blieb zurück und verband sich dauerhaft mit dem Metall. Diese Schicht war zehn- bis fünfzigmal dicker als heutiges Blattgold – aber das Verfahren ist wegen der giftigen Quecksilberdämpfe längst verboten.

Was den Goldenen Reiter besonders macht, ist weniger das Gold als das Material darunter. Die Statue besteht aus getriebenem Kupferblech – eine handwerkliche Rarität. Weltweit gibt es nur wenige erhaltene Standbilder dieser Art aus der Barockzeit.

Im Zweiten Weltkrieg zerlegten Arbeiter das Denkmal und lagerten es in einem Felsstollen bei Pillnitz ein. So überstand es die Bombardierung Dresdens unbeschadet. 1956 kehrte der Goldene Reiter an seinen Platz zurück. Die letzte große Restaurierung kostete rund 140.000 Euro. Seitdem kontrollieren Fachleute das Denkmal regelmäßig – damit Dresdens goldenes Wahrzeichen auch die nächsten Jahrzehnte überstrahlt.