Expertentipps
Wandern in den Bergen: Richtig ausgerüstet für Schnee und Eis
Aktualisiert am 29.03.2026 – 08:28 UhrLesedauer: 3 Min.
Bergsteiger auf dem Scharfreuther im Karwendel, im Hintergrund der Gipfel des Vorderskopfs (Archivbild). Für Schneewanderungen ist eine gute Ausrüstung erforderlich. (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)
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Der Frühling hält langsam Einzug in München. In den Alpen jedoch liegt teilweise immer noch Schnee. Eine Expertin gibt Tipps, worauf man jetzt beim Wandern besonders achten sollte.
Die milderen Temperaturen nehmen viele Naturbegeisterte zum Anlass, um für eine Wanderung in die nahegelegenen Alpen zu fahren. Rund um Schliersee und Tegernsee sind die Temperaturen jedoch oftmals ein wenig niedriger, in höheren Lagen liegt mitunter sogar noch Schnee. Wanderer sollten sich davon allerdings nicht abschrecken lassen. Eine Expertin erklärt, mit welcher Ausrüstung die Routen trotz Schnee und Eis ohne Probleme zu begehen sind.
Anne Findeisen ist ausgebildete Bergwanderführerin und Hiking Community Managerin beim Routenplaner Komoot. Sie hat folgende Regel im Hinblick auf Wanderungen während der kalten Jahreszeit: „Im Winter zählt weniger die Distanz als die angepasste Planung.“ Sie rät zu präparierten Wander- oder Waldwegen sowie zu leichten Touren im Mittelgebirge oder in den Voralpen. Außerdem sollte man nach speziellen Winterrouten Ausschau halten. Damit die Wanderungen gelingen, hat Findeisen ein paar wichtige Tipps parat.
Strecke wintertauglich auswählen – lieber einfacher statt ehrgeizig
Die Bergwanderführerin weiß: Routen, die im Sommer unkompliziert sind, können im Winter deutlich mehr Kraft kosten. Schnee bremst, vereiste Abschnitte verlangen Trittsicherheit, Markierungen können zugeschneit sein. „Wanderer sollten deshalb bewusst kürzere Distanzen einplanen, Höhenmeter reduzieren und Wege wählen, die wenig steil oder ausgesetzt sind.“
Hilfreich ist laut Findeisen, die Tour vorab etwa in einer Wander-App auf Länge, Profil und mögliche Problemstellen zu prüfen – und eine Abkürzung als Plan B mitzudenken. „Wichtig: Vor Ort neu bewerten. Wenn Untergrund oder Wetter schlechter sind als erwartet, sollte die Route angepasst werden.“
Ausrüstung nach Bedingungen packen – Halt, Wärme, Reserve
Ganz nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“, entscheidet laut der Expertin vor allem im Winter oft die Ausrüstung darüber, ob eine Wanderung entspannt bleibt. Sie empfiehlt feste, wasserdichte Schuhe mit griffiger Sohle. Bei vereisten Wegen rät Findeisen außerdem zu Grödeln oder Spikes, da diese spürbar mehr Sicherheit geben. Wanderstöcke würden zusätzlich stabilisieren.
Bei der Kleidung rät die Expertin zum Zwiebel-Look, also Schichten. Neben einer Funktionslage sowie einer wärmenden Lage empfiehlt sie für außen etwas Wind- und Wetterfestes. „Für Pausen oder unerwartete Wetterwechsel ist eine zusätzliche Wärmeschicht sinnvoll. Dazu gehören Mütze und Handschuhe, am besten auch ein Ersatzpaar.“
Wetter, Schneelage und Tageslicht prüfen
Die Bergwanderführerin rät dazu, schon vor der Wanderung zu prüfen, wie das Wetter wird. Neben der Gradzahl sei dabei entscheidend, wie sich Niederschlag, Wind und Sicht entwickeln und wie lange es hell bleibt. Auch im Frühling „ist es noch früh dunkel, deshalb gilt: früh starten und die Tour so anlegen, dass man spätestens eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit zurück ist.“

