Bielefeld. Das drei Wochen alte Dexter-Kälbchen Bertha mit der ungewöhnlichen Farbe „Dun“ (graubraun) und rund 40 Lämmer mit schwarz umrandeten Augen sind die jüngsten Bewohner auf Bielefelds einzigem Klima- und Umweltbildungszentrum Hof Ramsbrock. Weiterer flauschiger Nachwuchs wird erwartet. Derweil hat sich der Hof, den viele vom Bielefelder Apfelmarkt kennen, mit bunten Blumen und frisch geharkten Beeten frühlingsfein gemacht. Am Wochenende, 28. und 29. März, sind alle Bielefelder zur Vernissage der Karikatur-Ausstellung „Glänzende Aussichten“ und zum Frühlingsmarkt eingeladen.
Am Ramsweg 2 führt der Weg über die Reiherbachbrücke und an einem weißen Metallhahn vorbei auf den Hof, in dessen Mitte ein großer, grünumpflanzter Stein mit Logo und Namen steht. Ins Haupthaus geht es durch eine Seitentür, die einst die Bauernfamilie und ihre Besucher benutzt haben – das große Deelentor vorn ist fest verschlossen, um die Wärme im Haus zu halten.
An der Treppe vorbei fällt der Blick auf eine Wand, auf der die ersten von 99 Karikaturen der neuen Ausstellung zu sehen sind. „Die Bilder hängen an fünf verschiedenen Stellen“, erklärt Umweltpädagogin Anke Bechauf. Wer sie sich anschaut, erkundet damit gleich auch das imposante Gebäude. 40 Zeichnerinnen und Zeichner werfen in ihren Bildern einen pointierten Blick auf unseren Lebensstil, Konsum und den Klimawandel. Nach der Vernissage am Samstag um 13 Uhr eröffnet der Frühlingsmarkt.
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Ziege Whity und die Zwillingslämmchen
Quer über den Hof liegt der offene Rinderstall, in dem Dexter-Kälbchen Bertha auf weichem Heu zwischen ihrer schwarz- und rotbraun-befellten Rinderfamilie umherstakst. Nebenan logieren die Bentheimer Landschafe, eine robuste, über 150 Jahre alte Rasse. Die gesamte Herde besteht aus 25 Mutterschafen mit ihren Lämmern. „Das jüngste wurde letzte Woche geboren“, erzählt Anke Bechauf. „Es sind in der Regel Zwillinge.“ Mittendrin läuft die schneeweiße Ziege Whity umher und drängelt auch mal ein paar ihrer wolligen Mitbewohner beiseite. Bechauf: „Sie ist der Knaller besonders bei den Kindern, weil sie so neugierig und zahm ist.“ Und durchaus selbstbewusst.
In vielen Veranstaltungen können die Bielefelder das Areal inklusive Whity und Bertha kennenlernen. Seit der Gründung des Klima- und Umweltbildungszentrums auf dem ehemaligen Landschaftspflegehof und alten Bauernhof (um 1550 gegründet) wurde ihre Zahl immer mehr ausgeweitet: Bei „Stallgeflüster“ (ausgebucht) und Lämmerwanderungen (ab Mai) dreht sich alles um die Schafe; beim Hof-Café wird selbst gebackener Kuchen aufgetischt, beim „Gärtnern auf dem Balkon“ die eigene Ernte geplant. Kinder ab sechs Jahren können sich als „Gemüsedetektive“ betätigen. Beim Weideauftrieb (einer kleinen Version von dem auf Gut Wilhelmsdorf) im April dürfen die Schafe endlich raus, Anfang Mai ist der 1. Bielefelder Jungpflanzenmarkt und Anfang Oktober Bielefelder Apfeltag.
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Umweltpädagogin Anke Bechauf (l.), Einrichtungsleiterin Ilona Chrobak und ihr Team machen sich auf Hof Ramsbrock für Klima und Naturschutz stark. Und für nachhaltiges Handeln.
| © Mike-Dennis Müller
Derweil feilen Hofteam und Förderverein (110 Mitglieder) an neuen Projekten. Zu den kleinen gehört die Anlage eines „Pommes–“ und eines „Pizzabeets“, wo Kinder die pflanzlichen Zutaten ihres Lieblingsessens entdecken können. Eines der großen Projekte ist die Modernisierung und energetische Sanierung des alten Schweinestalls. Eine „Klima-Forscherei“ soll darin einmal einziehen, in der Kinder in Experimenten die Folgen des Klimawandels nachvollziehen können. Für das rund 450.000 Euro teure Vorhaben läuft ein Förderantrag. Doch 20 Prozent der Kosten muss der Verein als Eigenanteil aufbringen. „Das lässt sich mit unserer kleinen Vereinskasse nicht stemmen“, sagt Einrichtungsleiterin Ilona Chrobak. „Dafür brauchen wir dringend Spenden.“
Spenden und Unterstützung gesucht
Aber auch bei der ehrenamtlichen Arbeit – vom Gärtnern über Kuchenbacken bis hin zum Auf- und Abbauen bei Veranstaltungen – können die Aktiven viel Hilfe gebrauchen. Kontakt: Tel. 05209 7049929 oder anke-bechauf@hof-ramsbrock.de. Genaue Infos auf der Internetseite der Einrichtung.
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