
AUDIO: Greenpeace: Buckelwal liegt erneut auf Sandbank (1 Min)
Stand: 29.03.2026 13:09 Uhr
Nachdem der Buckelwal am Sonnabend auf einer Sandbank in der Bucht vor Wismar gestrandet war, hat er sich in der Nacht offenbar freigeschwommen. Am Sonntagmorgen wurde er vor Redentin gesehen. Laut Meeresexperten hat sich sein Zustand deutlich verschlechtert.
Der Buckelwal, der aktuell in der Wismarer Bucht liegt, ist in einem schlechten Zustand. Das sagten Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sowie mehrere Meeresforscher und Experten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Sonntagmittag. Man wolle den Wal jetzt in Ruhe lassen – in der Hoffnung, dass er Kraft tankt, sich selbst befreit und den Weg aus der Ostsee heraus findet, so Backhaus.
Wal reagiert kaum noch auf Schlauchboote

Naturschützer der Organisation Greenpeace sind am Sonntag erneut mit einem Schlauchboot zum Wal gefahren.
Das Tier sei deutlich weniger aktiv und habe auch auf das Anfahren mit dem Schlauchboot kaum reagiert, sagte Stefanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). „Insofern muss man gucken, ob er mit etwas Ruhe schafft, nochmal einen Versuch zu unternehmen, sich freizuschwimmen.“ Auch Greenpeace bestätigte, dass der Wal nun Ruhe brauche.
Meeresforscher: Wal unternimmt keinen eigenen Versuch

Drohnenaufnahmen von Greenpeace zeigen, dass das Wasser um den Buckelwal tief genug ist, dass er sich freischwimmen könnte.
Grundsätzlich sei das Wasser an der Stelle, wo der Wal liege, so tief, dass er sich selber freischwimmen könnte, sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseum in Stralsund, Burkhard Baschek. „Er unternimmt aber keinen Versuch.“ Wenn der Wal das in den nächsten Stunden nicht schaffe, werde es kritisch. Und auch dann sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Tier kurze Zeit später wieder strande. „Die Prognose insgesamt sieht nicht gut aus“, so Baschek.
MV-Umweltminister Backhaus äußert sich zu Vorwürfen von Robert Marc Lehmann
Bei der Pressekonferenz trat Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) Gerüchten entgegen, man habe Helfer von der Rettungsaktion ausgeschlossen. Konkret geht es um den Meeresbiologen und YouTuber Robert Marc Lehmann. Dieser hatte bei den Hilfsaktionen in Niendorf in der Lübecker Bucht geholfen. „Wir haben niemanden ausgeschlossen und nach dem, was ich höre und im Netz gesehen habe, habe ich mich entschlossen, ein persönliches Gespräch mit ihm zu führen. Wir suchen die Kooperation“, so Backhaus. Nichtsdestotrotz wolle er unterstreichen, dass für Mecklenburg-Vorpommern die vertragliche Kooperation mit dem Meereskundemuseum in Stralsund bestehe. „Alle haben eine hervorragende Arbeit geleistet“, so Backhaus.
Wal schwimmt sich in der Nacht zum Sonntag zunächst frei
Der Buckelwal war am Sonntagmorgen nicht weit von der Sandbank, auf der er am Sonnabend gestrandet war, erneut gesichtet worden – diesmal bei Redentin, ebenfalls in der Bucht von Wismar im Landkreis Nordwestmecklenburg. Die Wasserschutzpolizei und verschiedene Meeresexperten machten sich daraufhin auf den Weg zu dem Wal, um zu prüfen, ob er erneut festsitzt und wie es ihm geht.

In der Nacht konnte sich der Meeressäuger von der Sandbank vor der Insel Walfisch befreien. In die tiefere Ostsee ist er jedoch nicht geschwommen. Alle Entwicklungen hier im Liveticker.
Mit steigendem Wasserstand in der Nacht hatte sich der Buckelwal zuvor von der Sandbank vor der Insel Walfisch befreit, wie die Wasserschutzpolizei bestätigte. Ein Polizeiboot sowie die Küstenwache hatten dann aber den Sichtkontakt verloren. Das Tier tauchte vor Redentin wieder auf.
Dass der Wal es schafft, sich selbst von der Sandbank bei Wismar zu befreien und loszuschwimmen, hatten die beteiligten Organisationen und Experten bereits am Sonnabend gehofft – und zunächst keine weitere Rettungsaktion gestartet.
„Am besten den Wal komplett in Ruhe lassen“
Der Buckelwal war am Sonnabendnachmittag in der Wismarbucht (Landkreis Nordwestmecklenburg) ausgerechnet südlich der unbewohnten Vogelschutzinsel mit dem Namen Walfisch gestrandet, nachdem er sich am Freitag in der Lübecker Bucht freigeschwommen hatte. Meeresbiologe Thilo Maack hatte bereits zu diesem Zeitpunkt gesagt: „Das Beste ist jetzt, den Wal komplett in Ruhe zu lassen.“
Backhaus: Schaulustige sollen sich dem Wal nicht nähern
Umweltminister Backhaus erklärte, die Wasserschutzpolizei werde verhindern, dass sich Unbefugte dem Tier nähern. „Ich bitte erneut darum, solche Versuche zu unterlassen und den Wal mit mindestens 500 Metern Abstand zu passieren.“
Video:
Thilo Maack, Meeresbiologe Greenpeace, zur Suche nach Buckelwal in der Ostsee (7 Min)
Große Anteilnahme am Schicksal des Wals
Das Schicksal des Wals bewegt viele Menschen in ganz Deutschland – und vor allem die, die nah dran sind, wie etwa die Niendorfer und Urlauber an der Ostseeküste. Auch Medien aus Deutschland und aller Welt waren an der Ostsee unterwegs, zum Beispiel Fernsehteams aus Frankreich und Italien. Auch die „New York Times“ berichtete.
Video:
Drohnenaufnahmen zeigen den Buckelwal in der Wismarer Bucht (1 Min)

In der Nacht hatte sich der Wal von der Sandbank befreit. Aktuell schwimmt er in der Lübecker Bucht im tieferen Wasser.

40 Kilometer Luftlinie von Niendorf liegt das Tier erneut fest. Zuvor hatte es sich in Niendorf mit Hilfe freischwimmen können.

Bilderstrecke
Montagnacht ist in der Lübecker Bucht ein Buckelwal auf einer Sandbank gestrandet. Bis Donnerstagabend dauerte der Rettungsversuch. Nun ist er weg.