Eine Frau hält ein Schild mit der Aufschrift "Femizid als Straftatbestand".

Stand: 29.03.2026 13:27 Uhr

Nach dem gewaltsamen Tod einer Frau in Barsinghausen ist heute eine Kundgebung in Hannover gegen Femizide geplant. Die Polizei rechnet mit deutlich mehr Menschen als den angemeldeten 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Ab 15 Uhr sind auf dem Goseriedeplatz in der Innenstadt mehrere Redebeiträge geplant, heißt es vom „Netzwerk gegen Feminizide Hannover“. Außerdem sollen Kerzen und Blumen niedergelegt werden. Damit soll an die in diesem Jahr getöteten Frauen erinnert werden. Das Netzwerk zählt bislang neun Femizide. Mit der Kundgebung wolle man Aufklären und Femizide sichtbar machen, so eine der Veranstalterinnen.

Rat und Nothilfe bei psychischen Krisen und häuslicher Gewalt

  • Telefonseelsorge: anonyme, kostenlose Beratung rund um die Uhr; Tel. (0800) 11 10 111 oder (0800) 11 10 222
  • Gewalt gegen Frauen – bundesweites Hilfetelefon rund um die Uhr; Tel. 116 016
  • Gewalt gegen Männer – bundesweites Hilfetelefon rund um die Uhr; Tel. (0800) 12 39 900
  • Täterarbeit Häusliche Gewalt Niedersachsen – die Einrichtung bietet eine Übersicht zu regionalen Anlaufstellen für Täter und Opfer

Bestattungsunternehmer transportieren eine Leiche aus einem Tatort ab.

Ein 49-Jähriger soll in der Nacht zu Montag seine Frau getötet. Eine 13-jährige Tochter schwebt in Lebensgefahr.

Partner soll Frau in Barsinghausen getötet haben

Erst in dieser Woche war eine 38-Jährige in Barsinghausen getötet worden. Sie starb mutmaßlich durch Hammerschläge auf den Kopf. Ihr Partner steht um Verdacht, sie getötet und die gemeinsame Tochter lebensgefährlich verletzt zu haben. Drei weitere Kinder des Paares blieben körperlich unverletzt. Das Jugendamt hat die Kinder in Obhut genommen. Der 49 Jahre alte Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft.

Was bedeutet Femizid?

Femizid bezeichnet im Kontext der internationalen Diskussion die vorsätzliche Tötung von Frauen, weil sie Frauen sind. Femizide sind vor dem Hintergrund geschlechtsspezifischer Macht- und Hierarchieverhältnisse zu sehen und werden besonders häufig durch männliche Partner oder Ex-Partner verübt. Weiter gefasste Definitionen beziehen alle Ermordungen von Frauen oder Mädchen mit ein, oder umfassen auch Tötungen von Frauen und Mädchen durch Familienmitglieder und im Kontext sexualisierter Gewalt. Der Begriff „Femicide“ kommt aus dem Englischen und wurde 1976 von der Soziologin Diane Russel geprägt.

Mitarbeiter der Spurensicherung der Polizei arbeiten vor einem Einfamilienhaus

Laut Obduktionsergebnis starb sie an einem Schädel-Hirn-Trauma. Der mutmaßliche Täter gab an, sich nicht daran zu erinnern.

Eine Frau sitzt neben einem gesprungenen Spiegel auf einem Bett und hält ihren Kopf in den Händen.

Forschende – auch aus Niedersachsen – fanden heraus, dass die Männer meist aus Besitzdenken oder Eifersucht heraus töten.

Auf dem Boden liegende gelbe Schilder informieren über die Opfer von Femiziden bei einer Kundgebung vor dem Landgericht in Göttingen.

Fast täglich töten Männer Frauen. Susanne Beck erklärt, warum das ein gesellschaftliches Problem ist.