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Startelf statt Trainingsjacke: Nene Brown. © Jan Huebner/Jan Hübner
Der Linksverteidiger soll am Montag von Beginn an spielen. Drei Eintracht-Kollegen sind dagegen aus dem DFB-Kader geflogen.
Der Frankfurter Linksverteidiger Nathaniel Brown ist am Montag (20.45 Uhr/ARD) im Testspiel gegen Ghana in Stuttgart als Startelfspieler vorgesehen. Das bestätigte Bundestrainer Julian Nagelsmann auf Nachfrage unserer Zeitung am Sonntag: „Wir wollen ihm von Beginn an die Chance geben.“ Brown war vor einer Woche angeschlagen angereist, hatte aber Samstag das Training voll durchziehen können. Er soll nicht volle 90 Minuten spielen, um nicht Gefahr zu laufen, so Nagelsmann, „zu viel Belastung auf die Strukturen zu geben“.
Zum Spiel
Deutschland: Nübel – Kimmich, Tah, Schlotterbeck, Brown – Stiller, Goretzka – Sané, Gnabry, Wirtz – Havertz
Ghana: Ati Zigi – Yirenkyi, Adjetey, Djiku, Köhn – Fatawu, Partey, Sibo, Semenyo – Adu, Ayew
Schiedsrichter: Attwell (England)
Vor ein paar Monaten hatten sich noch vier Frankfurter Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme in diesem Sommer machen können. Geblieben ist nur Brown. Rechtsverteidiger Nnamdi Collins spielte sich binnen 45 Minuten Anfang September meilenweit raus aus dem DFB-Team (ist derzeit verletzt und knabbert bis heute nachvollziehbar an dem Negativerlebnis). Kapitän Robin Koch agierte nicht auf seinem Topniveau und wurde deshalb zuletzt auch nicht mehr nominiert. Stürmer Jonathan Burkardt verlor seinen Kaderplatz verletzt, stand aber ohnehin nicht besonders hoch in der Gunst des Bundestrainers.
„Ich hatte mit Nnamdi, Robin und Jonny, mit allen Dreien einen guten Austausch“, erläuterte Nagelsmann, „ich habe ihnen die Dinge erklärt, warum, wieso, weshalb. Frankfurt hatte keine ganz leichte Saison. Die Mannschaft stabilisiert sich gerade ein bisschen mit vielen neuen Ideen vom neuen Trainer. Nicht besser oder schlechter, einfach anders.“
Für Brown bedeutete das, dass er im Eintracht-Trikot Spiele im zentralen Mittelfeld oder als Rechts- statt als Linksverteidiger erlebte. „Ich begrüße das generell immer“, sagt Nagelsmann, „weil man als Nationalspieler somit einen Spieler dazugewinnt, der unter Umständen auch mal auf der anderen Seite spielen kann, wie jetzt bei Nene.“
Nagelsmann lobt die „tolle Dynamik“ von Brown
Auf Brown halte er „sehr große Stücke“, der 22-Jährige bringe „super viel mit, hat eine tolle Dynamik, sehr sehr schnell, sehr kreativ, gute Ruhe am Ball, super gut im eins gegen eins, defensiv sehr verlässlich, und offensiv kann er mit seiner Dynamik sehr viel auslösen beim Gegner.“ Zudem gewinne Brown „immer mehr an Leadermentalität auch in einer schwierigen Phase im Verein.“ Der Frankfurter habe „am konstantesten die Leistung abgerufen von denen, die ich bewerten möchte, die für die deutsche Nationalmannschaft in Frage kommen.“ Gleichwohl habe Brown „mit David Raum und Maxi Mittelstädt zwei sehr gute Konkurrenten bei uns.“
Browns Entwicklung, davon ist Nagelsmann überzeugt, sei „noch lange nicht zu Ende“. Er hatte am 10. Oktober 2025 beim 4:0-Sieg gegen Luxemburg in der Schlussphase sein Debüt erlebt und dabei in mehreren Szenen gut ausgesehen. Beim 6:0 gegen die Slowakei im November hatte er dann schon mehr als 20 Minuten mitmachen dürfen und sich inzwischen in der Hierarchie vor den Stuttgarter Mittelstädt geschoben. Dafür waren für Nagelsmann auch die (für die Eintracht meist erfolglosen) Auftritte in der Champions League ein Hinweis: „Er hat gegen drei, vier Top-Außenstürmer gespielt und nur ganz wenige Duelle verloren. Ich verspreche mir sehr viel von ihm. Vielleicht kommt seine Zeit jetzt schon, auf jeden Fall wird sie kommen.“