Frauen-Bundesliga
Stand: 29.03.2026 19:05 Uhr
Die Siegesserie der Fußballerinnen des VfL Wolfsburg ist gerissen. Doch das 3:3 (1:1)-Remis gegen Union Berlin war für die zuvor sechs Mal nacheinander erfolgreichen Niedesächsinnen ob des Zustandekommens fraglos ein gefühlter Sieg.
Denn die „Wölfinnen“ lagen bereits mit 1:3 in Rückstand und beendeten die im zweiten Abschnitt vogelwilde Partie nach einem Platzverweis gegen Nationalkeeperin Stina Johannes (87.) mit Feldspielerin Janina Minge im Tor. Mit Handschuhen und Torwart-Trikot bejubelte die Verteidigerin den späten 3:3-Ausgleich durch Judit Pujols (90.+5).
Zuvor waren Minge (45.+1) und Camila Küver (84.) für den VfL erfolgreich gewesen. Hannah Eurlings (43.), ein Eigentor von Küver (62.) und Jenny Hipp (78.) zeichneten für die Treffer der Gäste verantwortlich.
„Die Situation am Ende war nicht schön für uns. Nichtdestotrotz hat sich wieder gezeigt, dass jeder für die andere einsteht und wir bis zum Ende in der Lage sind, Tore zu schießen. Wir können stolz darauf sein, dass wir am Ende noch das 3:3 gemacht haben“, sagte Minge dem NDR.

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben mit viel Moral eine Pleite gegen Union Berlin verhindert. Für Janina Minge endete der Nachmittag kurios.
Lange viel Leerlauf in der Autostadt
VfL-Coach Stephan Lerch schonte mit Blick auf das Champions-Leauge-Rückspiel am kommenden Donnerstag (21 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) bei OL Lyonnes zunächst einige Leistungsträgerinnen wie Top-Torjägerin Lineth Beerensteyn, Angreiferin Vivien Endemann und Verteidigerin Küver. Auf die verletzten Alexandra Popp, Lena Lattwein und Kessya Bussy musste der 41-Jährige ohnehin verzichten.
Das Fehlen der Stammkräfte war den Niedersächsinnen dann auch anzumerken. Die Gastgeberinnen waren zwar sehr bemüht, bekamen aber nur selten Tiefe in ihre Angriffe. Selbiges traf auch auf die Berlinerinnen zu. So sahen die Zuschauer im Stadion im Allerpark zunächst eine Partie ohne jegliche fußballerische Glanzlichter.
Erst nach 29 Minuten gab es die erste Torchance. Und diese hätte eigentlich gleich zum Wolfsburger 1:0 führen müssen. Doch Ella Peddemors scheiterte freistehend mit ihrem schwachen Schuss an Keeperin Nadine Böhi.

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Bergsvand patzt, Minge mit Traumtor
Hernach passierte erst einmal wieder: nichts. Kurz vor der Halbzeit überschlugen sich dann aber die Ereignisse: Zunächst durften die Unionerinnen dank tatkräftiger Unterstützung der Wolfsburgerinnen die Führung bejubeln. Keeperin Johannes hatte Guro Bergsvand im Strafraum angespielt, die Norwegerin verlor den Ball im Dribbling an Sophie Weidauer, die zu Eurlings passte. Der Rest war für die Belgierin aus der Nahdistanz Formsache.
Der Jubel beim Aufsteiger währte jedoch nur kurz. Denn die „Wölfinnen“ antworteten nur 180 Sekunden später mit einem Traumtor durch Minge auf den Rückstand. Die Nationalspielerin war aus 16 Metern mit einem Volleyschuss erfolgreich.
VfL-„Jokerin“ Küver sticht – für Wolfsburg und Union
Nach der Pause war der Auftritt Wolfsburgs erneut schwerfällig. Lerch reagierte mit einem Dreifach-Wechsel: Beerensteyn, Endemann und Küver kamen in der 57. Minute in die Partie. Letztere hätte rückblickend auf ihren Einsatz wohl gut verzichten können. Denn kurz nach ihrer Einwechslung unterlief der 22-Jährigen mit einem völlig verunglückten Rückpass, der mit Tempo an Keeperin Johannes vorbei ins Gehäuse rollte, ein Eigentor.
Doch damit noch nicht genug der Wolfsburger Pannen in der Autostadt. Auch beim dritten Berliner Treffer halfen die Niedersächsinnen kräftig mit: Bei einem Eckstoß von Tanja Pawollek auf den kurzen Pfosten sprang keine VfL-Kickerin hoch, Hipp konnte praktisch aus dem Stand zum 3:1 für den Aufsteiger einnicken.
Aber auch die Berlinerinnen agierten nicht fehlerfrei. So war ihr Abwehr- und Zweikampfverhalten beim zweiten Wolfsburger Tor auch stark verbesserungswürdig. Diesmal profitierte Küver nach einem Eckstoß von Svenja Huth von mangelnder Aggressivität der Kontrahentinnen.
Johannes sieht Rote Karte, Pujols gleicht aus
Damit aber noch nicht genug der Unzulänglichkeiten in einer am Ende wilde Begegnung. Wolfsburg setzte diesbezüglich in Person von Johannes noch einen drauf. Die Nationalkeeperin verschätzte sich beim Herauslaufen, brachte Nele Bauereisen weit vor ihrem Gehäuse zu Fall und sah dafür die Rote Karte. Da Lerch schon fünfmal gewechselt hatte, musste eine Feldspielerin zwischen die Pfosten. Die Wahl fiel auf Minge, die fortan im Trikot von Ersatztorhüterin Martina Tufeković im Kasten stand – und anders als Vorgängerin Johannes ohne Gegentor blieb.
Mehr noch: Minge durfte sogar mit ihren Teamkameradinnen noch den Ausgleich bejubeln: Nach einer Flanke auf den langen Pfosten bugsierte Pujols den Ball artistisch zum 3:3 ins Netz.

Fußball-Bundesliga
Die Defensivspielerin hatte lange mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, überzeugte aber dennoch bei den „Wölfinnen“ und schaffte es ins DFB-Team.

VfL Wolfsburg
Die Stürmerin muss nach ihrer Verletzung gegen Hoffenheim mehrere Wochen passen. Für die Wolfsburgerinnen ist das in der wichtigsten Saisonphase eine Hiobsbotschaft.