Rheinmetall-Chef verspottet Ukraine

„So spielt man mit Lego-Steinen“

Aktualisiert am 30.03.2026 – 01:29 UhrLesedauer: 3 Min.

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Ukrainische Soldaten bereiten eine Bomber-Drohne des Typs „Baba Yaga“ für einen Einsatz vor (Archvibild): Die Ukraine hat eine Vielzahl von Drohnen für den Krieg entwickelt. (Quelle: IMAGO/Dmytro Smolienko/imago)

Die Ukraine nutzt seit Jahren zunehmend erfolgreich billige Drohnen, um die russischen Angreifer zurückzuschlagen. Rheinmetall-Chef Armin Papperger zweifelt an der Technologie – und vergleicht sie mit „Lego-Bausteinen“.

Der Vorstandsvorsitzende des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, hat mit Aussagen über die ukrainische Drohnenindustrie Spott und Empörung ausgelöst. Hintergrund ist ein Gespräch mit dem Magazin „The Atlantic“: Darin verglich Papperger den Bau von Drohnen für den Krieg in der Ukraine mit Lego-Bausteinen. Außerdem stellte er infrage, dass hinter den heimischen Entwicklungen der Ukraine echte Innovation steckt.

„Sie haben 3-D-Drucker in der Küche, und sie stellen Drohnenteile her. Das ist keine Innovation“, sagte er dem US-Magazin. Und weiter: „So spielt man mit Lego-Steinen“. Auch stellte Papperger die Fortschritte in der technologischen Entwicklung infrage. „Was ist die Innovation der Ukraine?“, wird der Rheinmetall-Chef zitiert. „Sie haben keinen technologischen Durchbruch erzielt. Sie entwickeln Innovationen mit ihren kleinen Drohnen und sagen: ‚Wow!‘ Und das ist toll. Wie auch immer.“

Der 63-Jährige verglich die Neuerungen der ukrainischen Armee in Sachen Drohnenkrieg dabei mit den Innovationen weltweit operierender Unternehmen. Was in der Ukraine passiere, sei nicht die Technologie von Rüstungskonzernen wie Lockheed Martin, General Dynamics oder Rheinmetall.

Dem widerspricht Generalleutnant Steven Whitney. Der US-Militär sagte in der vergangenen Woche vor dem Senatsausschuss für Streitkräfte zu den Bemühungen der Ukraine: „Ihr Innovationsniveau ist einfach unglaublich“.

Papperger scheint davon unbeeindruckt. „Wer ist der größte Drohnenhersteller in der Ukraine?“, fragte der Rheinmetall-CEO, als „The Atlantic“-Journalist Simon Shuster ihm einige ukrainische Produzenten aufgezählt hatte. „Das sind ukrainische Hausfrauen“, erwidert Papperger. Insbesondere diese Aussage löste in der Ukraine selbst Empörung aus.

„Wenn eine Drohne, die von ukrainischen ‚Hausfrauen‘ gebaut wurde, ausreicht, um Panzer und Artillerie auszuschalten, dann sind wir wohl offiziell in der Ära der ‚Hausfrauen‘ angekommen.“ Alexander Kamyshin, Berater des ukrainischen Präsidenten für strategische Fragen, schrieb in einem Post auf X: „Unsere Lego-Drohnen, die von Hausfrauen in ihren Küchen gebaut wurden, haben bereits mehr als 11.000 russische Panzer zerstört.“

Richard Woodruff, der als britischer Freiwilliger laut eigenen Angaben die Ukraine seit 2022 unterstützt, teilte auf X ein Bild von sich vor Dutzenden aufgetürmten Drohnen. Dazu schrieb er spöttisch, dass er erst heute erfahren habe, dass er „eine ukrainische Hausfrau“ sei.