An den Tankstellen steigen täglich die Preise und auch die Energie wird teurer. Wie sich Heizpreise künftig entwickeln, ist ungewiss. Die Preiserhöhungen machen sich in vielen Lebensbereichen bemerkbar, auch beim Essen. Wird auch das beliebte Saisongemüse Spargel teurer? Nachgefragt in der Region.
Dass die Wege in Aretsried kurz sind, ist für den Spargelhof Zott ein großer Vorteil. „Wir liefern maximal im Umkreis von 15 Kilometern, das ist recht überschaubar. Andere Betriebe, die größere Wege haben, trifft es härter“, sagt Martin Zott, der Chef des Betriebs. „Die Spargelernte an sich ist überwiegend Handarbeit, ist also von den gestiegenen Energiepreisen weniger betroffen“, teilt Simon Schumacher, Sprecher und Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) mit. Nach der Ernte betreffen die gestiegenen Energiepreise den Spargelhof aber doch: „Für die Pflege der Felder brauchen wir Dünger und Sprit.“
Spargelhof Zott möchte die Preise nicht erhöhen
Die Spritpreise spielen auch beim Spargelpreis eine Rolle, aber anders, als man meinen könnte: „Die Leute haben mit gestiegenen Energie- und Spritpreisen zu kämpfen, deshalb versuchen wir in diesem Jahr, die Preise gleichzulassen.“ Man werde schauen, wie das Jahr läuft, sagt Zott, wolle die Preise aber nicht während der Saison erhöhen. Zwischen grünem und weißem Spargel gibt es keinen Preisunterschied, aber bei weißem Spargel mehr Preisklassen.
„Der dünnere Spargel ist nicht schlechter, er macht nur bei der Zubereitung mehr Arbeit. Uns ist wichtig, dass für jeden Geldbeutel etwas dabei ist“, sagt Zott. Dass er wegen der Krise weniger Kundschaft haben wird, glaubt Zott nicht: „Ich habe keine so großen Ängste, weil es uns schon so lange gibt und es nicht die erste und letzte Krise. Da müssen wir durch. Außerdem kennen unsere Kunden ja unsere Qualität.“
Regionaler Spargel konkurriert mit Ausländischem
„Wir empfehlen, die Spargelpreise stabil zu halten, auch wenn es demnächst mehr Menge geben sollte, denn die Herausforderungen sind für die Betriebe riesig“, sagt auch Simon Schumacher vom VSSE. Kleinere Spargelbetriebe haben laut VSSE den Anbau deshalb schon aufgegeben. „Die aufwendige Spargelproduktion erfordert faire Preise, die die gestiegenen Produktionskosten gut decken“, erklärt Schumacher.
Die gestiegenen Produktionskosten durch erhöhte Mindestlöhne betreffen den Spargelhof Zott mehr, als der gestiegene Energiebedarf. Laut VSSE versuchen viele Betriebe das durch eine Verjüngung der Spargelanlagen aufzufangen: „Sie beernten die Spargelanlagen kürzer und können in jüngeren Anlagen mehr Spargelstangen ernten, so dass die Erntehelfer mehr Spargelstangen pro Stunden ernten können“, erklärt Schumacher. Eine weitere große Herausforderung für den Spargelhof Zott ist, wie in den Jahren zuvor, die Konkurrenzsituation mit ausländischem Spargel, der billiger angeboten wird, als Regionaler. „Wir haben keine Angst vor regionaler Konkurrenz, wie beispielsweise Schrobenhausen, aber die Preise für Spargel aus dem Ausland machen uns zu schaffen.“ Deutscher Spargel, sagt Zott, sei zwar teurer, aber oft bleibe am Ende mehr übrig, weil man weniger wegschneiden müsse, was ihn manchmal auch günstiger mache. „Es kommt darauf an, was dem Kunden die Regionalität wert ist“, beschreibt Zott die wichtigste Komponente des Spargelgeschäfts.
Erst nach Ostern gibt es frischen Spargel aus Aretsried
Im Supermarkt gibt es vereinzelt schon Spargel zu kaufen. Wer regionalen Spargel aus Aretsried möchte, muss sich noch gedulden. Denn zu Ostern gibt es noch keinen Spargel. Das sei frühestens Mitte April der Fall, sagt Zott und erklärt: „Weil es wieder kalt wurde, müssen wir noch warten. Die Erde muss sich erwärmen. Dann kriegt der Spargel den Impuls, dass er wächst.“
-
Piet Bosse
Icon Haken im Kreis gesetzt
Icon Plus im Kreis
-
86850 Fischach
Icon Haken im Kreis gesetzt
Icon Plus im Kreis
-
Spargel
Icon Haken im Kreis gesetzt
Icon Plus im Kreis