Augsburgs Händler sind am Freitag euphorisch in die erste Lange Einkaufsnacht in Augsburg gestartet, bei der es kein großes Rahmenprogramm wie zuletzt die Light Nights gab, sondern allein der Handel im Vordergrund stand. Man könne auf diese Weise zeigen, dass Augsburg ein attraktiver Einkaufsort mit vielen tollen Geschäften und Angeboten sei, hieß es. Doch nicht überall ging die Rechnung auf.

„Zwischen sieben und acht Uhr hatte ich vier Kunden im Laden. Zwei davon wollten sich nur aufwärmen“, erzählt eine Händlerin aus der Annastraße. Sie sei enttäuscht von der geringen Resonanz. Auch in manch anderem Laden herrscht Ernüchterung. Teils zeigt der Blick durch die Schaufenster kaum Menschen. „Es ist so wie an jenen Abenden, bevor wir unsere Öffnungszeiten verkürzt haben. Es kommt niemand nach 18 oder 18.30 Uhr“, erzählt eine Verkäuferin, die anonym bleiben will. Der Center-Manager der City-Galerie, Axel Haug, ist nicht komplett unzufrieden, sagt aber: „Wir hätten uns mehr erwartet.“ Und auch nicht alle Kunden sind begeistert. „Eine Lange Einkaufsnacht heißt für mich nicht, dass Geschäfte einfach die Ladentüre bis 22 Uhr auflassen. Es ist bei wenigen etwas zusätzlich geboten, was mich reizt zu kommen“, findet Petra. Andere sprechen von einer „seltsamen Stimmung“. Es sei kalt, dunkel und vor den Geschäften nichts los, was einen in den Laden zieht, findet ein Ehepaar. Es fehle das besondere Erlebnis.

Glücksrad in der Annastraße begeistert junge Kundinnen

Anders ist das beim Schmuckgeschäft Leyna Lights in der Annastraße. Hier herrscht um kurz nach 20 Uhr reger Betrieb. Junge Mädchen drehen an einem Glücksrad vor dem Laden. Die Freude ist groß, als eine von ihnen eine glitzernde Haarspange gewinnt. Es sei nicht ganz so viel los, wie während der Light Nights, sagt Daniela Sakautzky. Aber im Wesentlichen sei sie zufrieden. Die Kundinnen und Kunden hätten Spaß am Glücksrad und sähen sich danach im Laden um. „Wir nutzen solche Gelegenheiten gerne“. Auch in den kleinen Läden der Altstadt herrscht teils reger Betrieb. Im Tölzer Kasladen wird fleißig probiert und im Ideenreich stöbern Kunden gut gelaunt und mit Getränk in der Hand durch die bunte Angebotspalette. So wie Natalie und Philip Wohlfarth. Das junge Ehepaar ist gemeinsam auf Shoppingtour. In der City-Galerie lauschen die Gäste angetan einer Jazzband oder versuchen beim Gewinnspiel eines Schuhgeschäfts, ihren Einkauf kostenlos zu bekommen. „Solche Aktionen finde ich cool“, lobt ein junger Mann.

Konzept der Einkaufsnacht muss sich erst etablieren

Handelsverbands-Chef Andreas Gärtner sieht grundsätzlich positive Ansätze der ersten Shopping-Nacht-Auflage. Es sei an diesem Abend deutlich belebter als sonst nach 18 Uhr und das Publikum gut gemischt: Junge Menschen, ältere Semester und auch die ein oder andere Familie sind unterwegs. „Diese Menschen kommen bewusst und auch von außerhalb, wie ich an Kennzeichen im Parkhaus sehen konnte“, schätzt er ein. Für die nächste Auflage am 2. Oktober könne man jetzt nachjustieren – auch was das Rahmenprogramm vor den Geschäften angehe. Auch City-Galerie-Manager Axel Haug bleibt positiv: „Das war der erste Aufschlag. So eine Aktion muss wachsen. Dem müssen wir eine Chance geben.“

  • Andrea Wenzel

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