Newsblog zum Krieg in der Ukraine

„Sie werden verlieren“: Selenskyj kritisiert heimische Waffenfirmen

30.03.2026 – 07:46 UhrLesedauer: 3 Min.

Wolodymyr Selenskyj zu Besuch im Elysée-Palast bei Präsident Macron.Vergrößern des Bildes

Wolodymyr Selenskyj (Archivbild): „Um ehrlich zu sein, kenne ich etwa zehn Anlagen, die weltweit hinter dem Rücken des Staates gebaut wurden.“ (Quelle: IMAGO/Le Parisien / Arnaud Journois/imago)

Selenskyj zeigt sich enttäuscht von ukrainischen Rüstungsherstellern. Eine russische Drohne trifft laut Kiew einen Kinderspielplatz. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich offenbar kritisch zu ukrainischen Herstellern von Abfangraketen geäußert. In einer Videokonferenz mit Journalisten habe er am Samstag gesagt, ihm seien etwa zehn Produktionsanlagen für Abfangraketen bekannt, die die Firmen in verschiedenen Teilen der Welt ohne Wissen des Staates errichten würden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine.

Genauer habe Selenskyj gesagt: „Um ehrlich zu sein, kenne ich etwa zehn Anlagen, die weltweit hinter dem Rücken des Staates gebaut wurden, angeblich damit – Gott bewahre – nichts verloren ginge. Ich glaube, sie werden verlieren.“ Der ukrainische Präsident meint damit wohl insbesondere finanzielle Verluste. Derzeit ist Selenskyj mit mehreren Golfstaaten zwecks potenzieller Sicherheitspartnerschaften im Gespräch.

Bei einem russischen Luftangriff auf die Stadt Kramatorsk im Osten der Ukraine sind nach offiziellen Angaben drei Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten war ein 13-jähriger Junge, teilte der regionale Militärverwalter Wadim Filaschkin auf Telegram mit. Weitere sieben Bewohner im Alter zwischen 20 und 85 Jahren seien verletzt worden. Durch die Explosion der Fliegerbombe seien mehrere Wohngebäude beschädigt worden.

Möglicherweise gebe es unter den Trümmern weitere Opfer. „Alle zuständigen Rettungskräfte sind vor Ort im Einsatz“, schrieb Filaschkin.

Nach einem Bericht der Agentur Unian wurden bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Kinderspielplatz in der Region Mykolajiw im Süden der Ukraine zehn Menschen verletzt, unter ihnen acht Kinder. Ein 13-jähriges Mädchen sei wenig später im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen gestorben, teilten die Ermittlungsbehörden mit.

Russland hat die USA zu Druck auf die Ukraine aufgerufen, sich auf Moskaus Bedingungen für ein Kriegsende einzulassen. Die Amerikaner hätten die Hebel, tatsächlich Druck und Einfluss auf Kiew auszuüben, sagte der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow, dem russischen Staatsfernsehen. „Genau dazu rufen wir unsere amerikanischen Kollegen auf. Das ist es, was jetzt notwendig ist“, sagte Uschakow.

Wie genau Washington Druck ausüben soll, sagte er nicht. Allerdings fordert Russland seit langem den Stopp westlicher Waffenlieferungen an die Ukraine. Zudem verlangt das Land, dass die Ukraine ihre Truppen aus dem bisher von Moskau nicht vollständig kontrolliertem Gebiet Donezk zurückzieht – im Gegenzug für einen Waffenstillstand. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schloss solche Geschenke an Russland wiederholt aus.