Wo Carina Schmidt arbeitet, fließt Starkstrom. Eine ausgediente Industriehalle im Leipziger Westen: Unter alten Deckenkränen hat die Firma Senec ein Testlabor für Batteriespeicher gebaut. Und Schmidt führt heute hindurch, nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung: „Elektroniker-Schutzhaltung einnehmen, Hände in die Hosentaschen bitte.“

Tests von Solarpanels, Speichern und Ladeboxen

Man darf nichts anfassen im Starkstromlabor. Senec testet hier Solarpanels, Batteriespeicher und Ladeboxen, die das Unternehmen selbst vertreibt. Geräte aus Fernost, mit deutschen Beigaben. Man habe zum Teil auch Eigenentwicklung von Platinen und Steuergeräten. Dort fange man meistens schon an, erklärt Schmidt: „Wir testen die Hardware, wir testen die Software darauf. Und am Ende haben wir hier einfach einen kompletten Speicher stehen, wo wir sagen: Den möchten wir gern komplett einmal abtesten, so wie er im Haus bei unseren Endkunden auch stehen wird.“

Senec-Speicher in Flammen

Das Labor ist die Antwort des Unternehmens auf eine Krise. Vor vier Jahren gingen einzelne Senec-Speicher in Eigenheimkellern in Flammen auf. Der Defekt wurde gefunden, das Unternehmen tauschte 100.000 Speicher aus, machte einen Jahresverlust von fast 400 Millionen Euro. Nun will Senec wie Phoenix aus der Asche wieder aufsteigen. Vertriebsleiter Thomas Salditt glaubt an eine Zukunft: „Wir haben eine schwierige Zeit und mussten uns in dieser schwierigen Zeit auch organisatorisch neu aufstellen, haben an vielen Stellschrauben im Unternehmen gearbeitet und sind jetzt wieder dabei, in den Markt zurückzukommen.“ Man sehe insbesondere im letzten Jahr, dass sich die Absatzzahlen wieder stabilisiert hätten.

Steigende Energiepreise helfen

Rund 800 Mitarbeiter hat die Senec-Gruppe noch. Was ihnen gerade hilft, sind steigende Energiepreise. Denn diese machen eigene Solaranlagen mit Speicher attraktiver. Die Kombination lohnt sich nach Salditts Einschätzung gerade dann, wenn der Staat die Solarförderung kürzt. Speicher würden Jahr für Jahr signifikant preiswerter. Natürlich hänge das auch zu einem gewissen Grad von den Rohstoffen ab, die darin verbaut werden: „Aber der generelle Trend ist, dass die Systeme deutlich leistungsfähiger sind als vor drei bis vier Jahren und auch deutlich preiswerter.“