Die Fraktion Hauptsache Halle zeigt sich mit Blick auf die aktuelle Situation rund um das traditionelle Schausieden der Halloren tief irritiert. Dass das erste Schausieden des Jahres nicht in einem würdigen Rahmen im Salinemuseum stattfinden konnte, sondern in ein Provisorium auf dem Hof ausgelagert werden musste, ist aus unserer Sicht ein völlig falsches Signal im Umgang mit einem der bedeutendsten Traditionskerne unserer Stadt.
Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende Andreas Wels:
„Wer in Halle immer wieder von Identität, Geschichte und kulturellem Erbe spricht, darf die Halloren nicht an den Rand drängen. Das traditionelle Schausieden gehört nicht in ein Provisorium, sondern dorthin, wo es historisch, kulturell und stadtgesellschaftlich hingehört: sichtbar, würdig und fest integriert in das Salinemuseum. Es ist nicht vermittelbar, dass man Millionen in die Entwicklung des Areals investiert, die lebendige Tradition dahinter aber nur eingeschränkt und ausgelagert stattfinden kann.“
Besonders unverständlich ist die Entwicklung auch deshalb, weil die Stadt selbst in früheren Verlautbarungen hervorgehoben hat, wie wichtig ihr die Brauchtumspflege der Halloren und deren Einbezug in die inhaltliche Ausrichtung des Salinemuseums seien. Wenn jetzt dennoch der Eindruck entsteht, dass die Halloren praktisch außen vor bleiben und das eigentliche Schausieden nicht dort stattfinden kann, wo es hingehört, dann klaffen Anspruch und Wirklichkeit deutlich auseinander.
Der Stadtrat Mario Kerzel ergänzt:
„Die Halloren sind kein folkloristisches Beiwerk, sondern ein Stück hallescher Identität. Gerade deshalb darf man diese Tradition nicht nur museal erzählen oder symbolisch mitlaufen lassen. Sie muss erlebbar bleiben. Wer von einem modernen Salinemuseum spricht, muss die Halloren mit ihrer lebendigen Praxis mitdenken – nicht auslagern, nicht vertrösten, sondern integrieren.“
Für die Fraktion Hauptsache Halle ist deshalb klar: Die aktuellen Entwicklungen rund um Siedepfanne, Schausieden und Nutzungskonzept müssen transparent aufgearbeitet werden. Wenn auf der einen Seite mit Mitteln aus dem Sondervermögen in die Ertüchtigung von Siedetechnik investiert wird, auf der anderen Seite aber das traditionelle Schausieden dennoch nicht in angemessener Form im Museum möglich ist, dann braucht es endlich eine nachvollziehbare und belastbare Erklärung, wie die Halloren künftig tatsächlich eingebunden werden sollen.
Andreas Wels abschließend:
„Wir erwarten, dass die Halloren nicht nur in Sonntagsreden als Aushängeschild der Stadt bezeichnet werden. Wer es mit Tradition ernst meint, muss ihr auch im Alltag den entsprechenden Raum geben. Die Halloren brauchen keine symbolische Randnotiz, sondern einen festen, sichtbaren und funktionierenden Platz im Herzen des Salinemuseums.“
Forderung der Fraktion Hauptsache Halle:
Die Stadtverwaltung soll kurzfristig darlegen, wie das traditionelle Schausieden künftig in würdiger Form auf dem Saline-Areal gesichert wird, wie die Halloren praktisch in das Nutzungskonzept des Museums eingebunden werden und warum trotz neuer Siedepfanne im Museum weiterhin Ausweichlösungen nötig sind. Ziel muss sein, die Halloren nicht auszulagern, sondern dauerhaft und sichtbar zu integrieren.