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Gebrauchte Elektroautos verlieren rasant an Wert – und werden dadurch zum Schnäppchen! Eine aktuelle Auswertung der Online-Fahrzeugplattform Carvago zeigt den rasanten Wertverlust von E-Autos gegenüber ihren Verbrenner-Kollegen auf dem deutschen Markt.

Für die Analyse verglich Carvago Inseratsdaten von Fahrzeugen mit Erstzulassung 2022 mit Angeboten aus dem vierten Quartal 2025. Die Methode: Es wurde immer ein Elektroauto mit einem vergleichbaren Verbrenner desselben Herstellers verglichen. Alle Antriebsvarianten und Ausstattungen fließen in einem Durchschnittspreis zusammen.

Analyse zeigt deutlichen Wertverlust bei E-Autos

Klares Ergebnis: Bei zehn von zehn untersuchten Modellpaaren fällt der Wertverlust nach rund drei Jahren bei Elektroautos höher aus als bei den jeweiligen Verbrenner-Pendants.

Dabei sind die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Modellen groß: Besonders stark betroffen sind Fahrzeuge aus höheren Segmenten. Laut Auswertung verlor der Mercedes-Benz EQE knapp 70 Prozent seines Neupreises. Die konventionelle E-Klasse büßte im gleichen Zeitraum nur rund 50 Prozent ein. Elektroautos verlieren aber auch in anderen Klassen spürbar schneller an Wert. Der Volkswagen ID.4 büßte 46,1 % seines ursprünglichen Preises ein, während sein Verbrenner-Äquivalent, der Tiguan, nur 34,5 % verlor.

Hinweis: Der Mercedes-Benz EQE war zum Zeitpunkt der Auswertung noch sehr neu, sodass fast ausschließlich verhältnismäßig hochwertig ausgestattete Fahrzeuge mit starken Motoren und großen Akkus ausgewertet wurden. Ein Carvago-Sprecher dazu zu BILD: „Zudem wurde die Mehrheit dieser Fahrzeuge nicht von Mercedes-Händlern inseriert, sondern von Unternehmen, die attraktive Premium- und Luxusfahrzeuge oft mit einem Aufschlag gegenüber den Listenpreisen weiterverkaufen. Der EQE war damals ein völlig neues, bei den Händlern nicht auf Lager verfügbares Modell, sodass sich die Hypothese anbietet, dass diese Zwischenhändler einen hohen Aufschlag berechneten.“

Elektro gegen Verbrenner im Restwert-Vergleich:

Elektro-ModellWertverlust in ProzentVerbrenner-ModellWertverlust in Prozent Hyundai Kona Electric -52,3 Hyundai Kona -25,9 Audi e-tron -50,7 Audi Q8 -26,7 Citroën ë-Berlingo -57,9 Citroën Berlingo -35,1 Mercedes EQE -69,7 Mercedes E-Klasse -49,3 Škoda Enyaq -51,7 Škoda Kodiaq -33 Peugeot e-208 -53,6 Peugeot 208 -34,9 VW ID.4 -46,1 VW Tiguan -34,5 VW ID.3 -51,2 VW Golf -41,3 Porsche Taycan -56,6 Porsche Panamera -48,6 BMW iX3 -46,1 BMW X3 -41,5

Quelle: Carvago

Wertverlust in Euro

Und was bedeutet das in Euro? Dazu untersuchen wir die Paarungen mit dem größten und geringsten Unterschied beim Wertverlust. Ein Hyundai Kona Elektro war 2022 für durchschnittlich 39.590 Euro zu haben, in Q4 2025 waren diese Fahrzeuge im Schnitt nur noch 18.900 Euro wert. Wertverlust: 20.690 Euro in etwa drei Jahren.

Benziner-Kona kosteten 2022 im Schnitt 28.970 Euro, drei Jahre später noch 21.480 Euro. Beim Verbrenner lag der Wertverlust nur bei 7490 Euro. Trotz höherem Ausgangspreis ist der Stromer nach drei Jahren gebraucht günstiger.

Einen elektrischen Kona aus 2022 bekommt man mittlerweile für durchschnittlich 18.900 Euro – günstiger als gleichaltrige Verbrenner und mit weniger Kilometern auf dem Zähler

Einen elektrischen Kona aus 2022 bekommt man mittlerweile für durchschnittlich 18.900 Euro – günstiger als gleichaltrige Verbrenner und mit weniger Kilometern auf dem Zähler

Foto: AP

Sehr nahe aneinander liegen der BMW X3 und der elektrische iX3. Der Verbrenner X3 kostete 2022 noch 68.385 Euro, Ende 2025 nur noch 39.990 Euro. Wertverlust: satte 28.395 Euro. Ein iX3 fiel von 73.975 auf 39.890 Euro. Der Wertverlust liegt hier bei 34.085 Euro, also relativ nahe an dem des Verbrenners.

Gründe: Schneller Technik-Fortschritt und Vorbehalte gegen E-Autos

Die Gründe für den Preisabfall bei den Stromern? „Die dynamische technische Entwicklung bei Elektrofahrzeugen führt dazu, dass ältere E-Autos für Kunden schneller an technischer Attraktivität verlieren“, erklärt Artur Schwendner, Country Manager Deutschland bei Carvago. Dazu hätte auch nicht jeder Gebrauchtwagenkäufer Interesse an Batteriefahrzeugen, was deren Restwert ebenfalls nach unten drückt.

„Auf der anderen Seite öffnet sich dadurch ein äußerst interessantes Kauffenster. Ein Kunde, der heute die Anschaffung eines Elektroautos aus zweiter Hand in Erwägung zieht, findet auf unserem Gebrauchtwagenmarkt Fahrzeuge in perfektem Zustand zu sehr günstigen Preisen“, so Schwendner. Und die Elektrofahrzeuge haben gegenüber den Verbrenner-Pendants auch durchschnittlich niedrigere Laufleistungen, wie die Untersuchung zeigt.

Mehr zum ThemaFazit des BILD-Redakteurs

Wer technisch nicht unbedingt mit dem neuesten Schnickschnack fahren muss, bekommt ein gebrauchtes Elektroauto nach einigen Jahren mit geringer Laufleistung deutlich günstiger als beim Neukauf und preislich etwa auf dem Niveau eines vergleichbaren Verbrenners. Klar, bei Ladegeschwindigkeit oder Ladenavigation sind neuere Modelle meist besser, die alten aber noch längst nicht unbrauchbar. Wichtig: Bei gebrauchten Stromern immer den Gesundheitszustand des Akkus (SoH) überprüfen.