Zusätzlich vertrauenserschütternd ist, wie der Analyst Andrei Soldatov bereits im Dezember 2024 der Financial Times sagte, dass der FSB „sehr gut darin ist, zu untersuchen, was bereits passiert ist, aber nicht besonders gut darin, Informationen darüber zu sammeln, was bevorsteht“. Es brauche „Vertrauen und einen guten Informationsaustausch – etwas, das man zwischen russischen Behörden kaum sieht“. Russische Streitkräfte sind stark auf freiwillige Gruppen und Spenden angewiesen, um Versorgungslücken zu schließen. Genau diese Abhängigkeit eröffnet eine Schwachstelle: Wenn diese Kanäle unterwandert werden können, wird das Vertrauen in das gesamte System erschüttert.
Der Fall mit den Einlegesohlen ist offenbar nicht das erste Mal, dass russische Soldaten mit Sprengsätzen konfrontiert wurden, die in nützlicher Ausrüstung versteckt waren. Eine ähnliche Methode soll Anfang 2025 gegen russische Drohnenoperatoren eingesetzt worden sein. Das Medium „Babel“ berichtete unter Berufung auf Quellen aus ukrainischen Spezialdiensten, dass FPV-Brillen (First-Person-View) mit kleinen Sprengladungen versehen und als Hilfsgüter an russische Drohneneinheiten geschickt wurden. Die Ladung war klein, aber ausreichend, um auf kurze Distanz schwere Verletzungen zu verursachen.