Eine gute Ernte kann zum Problem werden: Das erleben zurzeit viele Landwirte angesichts der „Kartoffelkrise“: Nach einer besonders ergiebigen Kartoffelernte platzen die Lager vielerorts aus allen Nähten und sinken die Preise. Deswegen landen viele Kartoffeln nicht auf dem Teller, sondern werden als Tierfutter verwendet oder in Biogasanlagen verwertet. Für die Entsorgung ihrer Ernte müssen die Landwirte oft sogar noch bezahlen.

Das Studierendenwerk Düsseldorf will etwas dagegen tun und hat sich der bundesweiten Aktion „Rettet die Knolle – Die Studierenden essen die Kartoffeln!“ angeschlossen. Damit wolle das Studierendenwerk „ein sichtbares Zeichen für Lebensmittelwertschätzung, Nachhaltigkeit und regionale Verantwortung setzen“, sagt eine Sprecherin des Studierendenwerks Düsseldorf, das Studierende unter anderem an der Heinrich-Heine-Universität und Hochschule Düsseldorf gastronomisch versorgt.

Ziel ist es, überschüssige Kartoffeln dem Verzehr zuzuführen und damit die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, die regionale Landwirtschaft zu unterstützen und Studierende für nachhaltige Ernährung zu begeistern. Deswegen wird es im Sommersemester, das zum 1. April startet, in vielen Mensen verschiedene Aktionen und Aktionswochen rund um die Kartoffel geben, darunter „Kartoffelwochen“ mit klassischen, aber auch neuen Gerichten wie Kartoffelstampf, Bratkartoffeln, Kartoffelgratins oder Kartoffelgulasch. Zu den Ideen gehört es auch, kostenlos Kartoffelsäcke mit Rezepten an Studierende zu verteilen. Nach Angaben der Studierendenwerke NRW wurden 2025 alleine vom Studierendenwerk Essen knapp 140 Tonnen Kartoffeln verarbeitet, von dem in Dortmund wiederum 155 Tonnen.

Um Studierende aufzuklären und für das Thema zu sensibilisieren, will das Studierendenwerk Düsseldorf über verschiedene Kommunikationskanäle auch Hintergrundberichte, Einblicke in Erzeugerbetriebe und Wissenswertes zur Vielfalt der Kartoffel sowie zur Wertschätzung von Lebensmitteln teilen und verbreiten. Das Studierendenwerk Düsseldorf betreibt nach eigenen Angaben acht Mensen, zudem dreizehn Cafés und das „Restaurant Campus vita“. Fast 60.000 Studierende an den vier Landeshochschulen in Düsseldorf, der Hochschule Niederrhein in Krefeld und Mönchengladbach und der Hochschule Rhein-Waal werden bei Fragen rund um Themen wie günstiges Wohnen oder den Erhalt von studienunterstützenden Leistungen wie BAföG betreut und beraten.