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Berlin – Seit 36 Jahren werden Pläne für den berühmten ehemaligen Grenzübergang geschmiedet. Nie wurde einer verwirklicht. Jetzt möchte der Senat den Knoten durchschlagen.

Der Checkpoint Charlie ist und bleibt ein trostloser Ort. Tagtäglich kann man dort die Touristen beobachten, wie sie sich fragen, was es eigentlich zu sehen gibt. Nicht viel!

Außer dem Wachhäuschen der US Army und den Sandsäcken davor gibt es noch eine Baracke, die als Museum des Kalten Krieges angepriesen wird, deren Inneres aber eine weitere Enttäuschung ist. Drumherum steht ein Bauzaun, beschmiert und beschmutzt. Es ist alles hässlich, traurig anzusehen. Das also soll die international berühmteste Straßenkreuzung Berlins sein!

Ein neuer Plan für den Checkpoint Charlie

Alle großen Pläne für den Checkpoint Charlie blieben graue Theorie. Jetzt gibt es einen neuen: Der Senat schreibt am Mittwoch einen „gestalterischen Wettbewerb für den Stadtraum am Checkpoint“ aus, um aus dem ehemaligen Grenzübergang einen „Bildungs- und Erinnerungsort“ zu machen. Im Juni soll dann „ein Preisgericht aus externen Fachleuten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung über die eingereichten Wettbewerbsbeiträge“ entscheiden.

Ab 2028, so die Pläne, soll es dann eine „Außenausstellung mit Informationspavillon“ geben. Der Senat stellt dafür 2,35 Millionen Euro zur Verfügung, die Bundesregierung gibt 1,65 Millionen Euro dazu.

Wenn alles gut ginge, würde der Checkpoint im Jahr 2029 gestaltet sein, also 40 (!) Jahre nach dem Mauerfall. Und auch das kann man eigentlich kaum glauben, dass dieser Plan Wirklichkeit wird. Zu viel bleibt in Berlin auf der Strecke, zu viele große Entwürfe werden vereitelt!

Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de