Nach einem verhinderten Bombenanschlag auf ein
Gebäude der Bank of America in Paris in der Nacht auf Samstag ermitteln die französischen
Behörden wegen einer mutmaßlichen Verbindung zum Iran. Es gebe
Ähnlichkeiten zu anderen versuchten Anschlägen in Europa, sagte
Innenminister Laurent Nuñez dem Radiosender RTL.

Zu diesen Anschlägen habe sich die proiranische Gruppe Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia (übersetzt: Islamische Bewegung der Gefährten des Rechts) bekannt, sagte der Innenminister. Diese Gruppe habe auch einen Anschlag in der vergangenen Woche in London
für sich reklamiert, bei dem vier Krankenwagen einer jüdischen
Wohltätigkeitsorganisation in Brand gesetzt
wurden.

Nuñez sagte, die Behörden hätten die „direkte Verbindung“ zum Iran
festgestellt, weil der „Modus Operandi in jeder Hinsicht den Aktionen
ähnelt, die in den Niederlanden und in Belgien durchgeführt wurden“. Das typische Vorgehen der iranischen Geheimdienste
sei laut dem Minister die Nutzung von Stellvertretern und einer Reihe von
Subunternehmern, um so „ganz gezielte
Aktionen durchzuführen, die die Interessen der USA, der jüdischen
Gemeinschaft oder iranische Oppositionelle im Visier haben“.

Ermittlungen wegen Terrorismusverdacht

Pariser Polizeibeamte hatten am Samstagmorgen einen Verdächtigen festgenommen, als er einen
Sprengsatz vor dem Bankgebäude niederlegte. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die
Ermittlungen. Inzwischen wurden vier weitere Verdächtige festgenommen, zwei davon am Montag. Die nationale
Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen
mutmaßlicher terroristischer Straftaten ein.

Der selbst gebaute Sprengsatz soll aus einem
mutmaßlich mit Treibstoff gefüllten Fünf-Liter-Kanister sowie einem
Feuerwerkskörper als Zünder bestanden haben. Bei einem Verhör sagte einer der Festgenommenen nach Angaben der Ermittlungsbehörden aus, er sei über den Onlinedienst
Snapchat angeworben worden, den Anschlag gegen Zahlung von 600 Euro zu
verüben.