Die Südpromenade im Bereich der Ingolstädter Straße in Halle (Saale) steht vor einer umfassenden Verwandlung. Wo derzeit noch marode Waschbetonmauern und verschlissene Geräte das Bild prägen, soll bis zum Spätsommer 2027 eine moderne und lebendige Spiellandschaft entstehen. Die Stadt investiert, sofern der Stadtrat zustimmt, rund 460.000 Euro, um Kindern einen Ort zum Entdecken und Toben zu bieten, der ganz im Zeichen eines mystischen Fabelwesens steht.
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Wer aktuell den Spielplatz an der Südpromenade besucht, sieht ein geteiltes Bild. Während die markante Felslandschaft aus Findlingen noch in einem sehr guten Zustand ist, nagt an der restlichen Ausstattung deutlich der Zahn der Zeit. Die vorhandenen Waschbetonmauern weisen Risse sowie Schäden an Fugen und Ecken auf, und die Spielgeräte sind sichtlich in die Jahre gekommen. Einige Elemente, wie eine frühere Drachenskulptur zum Klettern, mussten aufgrund ihres Zustands bereits zurückgebaut werden.
Die Rückkehr des Drachen
Das Herzstück der Neugestaltung ist ein wichtiges Comeback, denn das Thema Drache wird auf ausdrücklichen Wunsch der Kinderbeteiligung wieder aufgegriffen. Ein imposanter, dreigeteilter Drache wird künftig als zentrales und identifikationsstiftendes Element fungieren. Er ist so konzipiert, dass er bereits aus der Ferne die Aufmerksamkeit auf sich zieht und sowohl zum aktiven Klettern als auch zum gemütlichen Sitzen einlädt. Die Bauarbeiten für dieses Vorhaben sollen Anfang 2027 beginnen und planmäßig bis zum August desselben Jahres abgeschlossen sein. Ziel der Planung ist eine klare Neuordnung des Areals, bei der versiegelte Flächen wie Wege auf ein Minimum reduziert werden, um der Natur mehr Raum zu geben.
Zwei Welten für kleine und große Entdecker
Das neue Konzept sieht eine räumliche Trennung vor, um den unterschiedlichen Spielbedürfnissen verschiedener Altersgruppen gerecht zu werden. Ausgehend von einem zentralen Verbindungsweg entsteht in nördlicher Richtung ein geschützter Bereich für Kinder im Alter von null bis sechs Jahren. In diesem mit Fallschutzsand ausgelegten Areal sind eine Nestschaukel, eine Wippe sowie ein Sandbagger geplant. Als besonderer Clou versteckt sich im Umfeld des Baggers eine archäologische Buddelplatte mit einer Drachendarstellung, die von den kleinen Forschern erst freigelegt werden muss.
Der südliche Teil des Geländes ist hingegen für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren reserviert und integriert die bestehende Felslandschaft. Da eine desolate Betonwand abgerissen werden muss, wird der Höhenunterschied von etwa einem Meter künftig durch eine gestufte Erweiterung der Felslandschaft mit Basalt-Natursteinen ausgeglichen. In Sichtweite zur neuen Drachenskulptur entsteht zudem eine vielseitige Kletterstruktur aus natürlich gewachsenem Robinienholz. Ein zwei Meter hoher Spielturm, verschiedene Balancierseile und ein Kletterpfahl als Aussichtspunkt bieten den Kindern zahlreiche Möglichkeiten, eigene Geschichten in ihrer Drachenwelt spielerisch umzusetzen.
Barrierefreiheit und Klimaschutz im Fokus
Besonderes Augenmerk liegt bei der Planung auf dem Erhalt des wertvollen Baumbestandes. Die Baumschutzkommission hat bereits bestätigt, dass alle vorhandenen Bäume erhalten bleiben sollen. Eine raumprägende Kastanie, die derzeit bis zum Stammfuß versiegelt ist, erhält durch die geplante Entsiegelung langfristig bessere Standortbedingungen. Zudem werden drei neue, klimaangepasste Bäume gepflanzt, um den Spielplatz ökologisch aufzuwerten. Wo Baumwurzeln den Boden angehoben haben, kommen spezielle Wurzelbrücken zum Einsatz, um die Vitalität der Pflanzen nicht zu gefährden.
Auch an die Aufenthaltsqualität für Begleitpersonen wurde gedacht. Um die Spielareale gruppieren sich verschiedene Ruhezonen mit insgesamt sechs neuen Bänken und zusätzlichen Sitzquadern aus Naturstein. Alle Flächen sind so konzipiert, dass sie barrierefrei erreichbar sind, wobei das Oberflächenwasser der befestigten Wege direkt in die Grün- oder Fallschutzflächen abgeleitet wird. Mit der Fertigstellung im August 2027 erhält die Südpromenade somit einen modernen Treffpunkt, der ökologische Ansprüche mit fantasievoller Spielfreude verbindet.
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