Peter ZimmermannPeter Zimmermann30.03.202621:00

Eine Werkstatt schätzt bei einem Porsche Cayenne-Hybrid die Reparatur auf 34.500 Euro. Ein finnischer Schrauber findet den wahren Fehler – ein gebrochener Kunststoffring im Getriebe.

Ein Porsche Cayenne-Hybrid sollte nach Einschätzung eines Markenbetriebs ein neues Getriebe bekommen – Kostenpunkt rund 34.500 Euro, berichtet die finnische Zeitung „Ilta-Sanomat“. Der Wagen fuhr nur noch mit dem V6-Benziner, der Elektroantrieb streikte komplett. 

Kfz-Meister Mikko Simola traute der Diagnose nicht, zerlegte das Automatikgetriebe – und fand als Ursache einen gebrochenen Kunststoff-Pressering, der den „weltbesten Antrieb“ lahmgelegt hatte. 

Porsche-Reparatur: Kleinteil statt Kompletttausch

Weil der defekte Kunststoffring laut Simola nicht als Einzelteil erhältlich ist, bot der Hersteller nur den Austausch des kompletten Aggregats an. Statt zu kapitulieren, fertigte der Finne gemeinsam mit einem Kollegen ein passendes Ersatzteil selbst an. Danach lief der Cayenne-Hybrid des deutschen Autobauers wieder einwandfrei, inklusive E-Antrieb. 

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Der Fall zeigt ein Grundproblem moderner Autos: Viele Komponenten gibt es nur noch als Module, einzelne Teile werden offiziell gar nicht mehr verkauft, weshalb aus einem Cent-Teil schnell ein fünfstelliger Schaden werden kann.

Durch Modulbauweise und Sensorik werden schon kleine Schäden schnell zum vierstelligen Reparaturfall. (Symbolfoto) Durch Modulbauweise und Sensorik werden schon kleine Schäden schnell zum vierstelligen Reparaturfall. (Symbolfoto) IMAGO / NurPhoto Wenn Modulbauweise die Rechnung hochtreibt

Die Modulbauweise verteuert Reparaturen, wie auch eine ADAC-Auswertung belegt. Selbst Bagatellschäden wie ein Parkrempler führen inzwischen oft zu vierstelligen Werkstattrechnungen, weil statt eines Kleinteils ganze Baugruppen getauscht werden müssen. Bei modernen Scheinwerfern etwa ist ein defektes Leuchtmittel kaum noch einzeln zu ersetzen – häufig wird das komplette LED- oder Lasermodul fällig, was allein mehrere Tausend Euro kosten kann. 

Der ADAC fordert Hersteller deshalb ausdrücklich auf, Bauteile wieder so zu konstruieren, dass einzelne Komponenten separat tauschbar sind – genau so, wie es Simola bei seinem Cayenne-Fall praktisch vorgemacht hat.