Seit sechs Monaten ist Marion Rath (51) Fördermittelmanagerin in der Gemeinde Schwalmtal. Dabei sorgt sie nicht nur dafür, dass für Projekte der Gemeinde passende Landes- oder Bundesförderungen gefunden und genutzt werden, sie ist auch Ansprechpartnerin für Vereine und Bürger.
Die Süchtelnerin kann auf eine abwechslungsreiche berufliche Entwicklung zurückblicken. Nach ihrem Studium der empirisch fundierten Sozialwissenschaften mit der Fächerkombination Politik, Soziologie, Medien- und Kommunikationswissenschaften arbeitete Marion Rath zehn Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin und kümmerte sich unter anderem um Bildungsgerechtigkeit und Leuchtturmprojekte. „Es waren eigentlich immer Förderprojekte und mein Ziel war es auch, Studiengänge durchlässiger zu machen“, erzählt sie. Anschließend war sie weitere zehn Jahre in der Sozialwirtschaft tätig und begleitete zwei Jahre lang freiberuflich Förderprojekte.
„Das hat mich dann in die Gemeinde Schwalmtal geführt und es war ein Zufallsfund. Meine Projekte endeten und für mich ging mit dieser Stelle ein roter Faden weiter“, sagt Rath. Ihre Vorgängerin Angelika Steinhäuser wurde 2022 als Fördermittelmanagerin eingestellt und war maßgeblich an der Sicherung von 1,1 Millionen Euro Fördermitteln für den „Natürlichen Klimaschutz in kommunalen Gebieten“ beteiligt, wozu die Entsiegelung von Radwegen und ökologische Aufwertungen gehören. Sie arbeitet nun bei der NRW-Bank in der Beratung kommunaler Projekte.
„Die Kollegen hatten zwischenzeitlich in den Fachbereichen die laufenden Projekte sehr gut aufgefangen. Dafür bin ich sehr dankbar. Aber jetzt geht es auch darum, Fristen einzuhalten, und ich habe darum versucht, die Kollegen so schnell wie möglich zu entlasten“, sagt Rath. Ihre Stärken sieht sie in der Führung von Menschen und Organisationen durch fordernde Zeiten, in Übergängen, in Momenten, wo Strukturen noch nicht existieren, aber Wirkung sofort gebraucht werde. „Meine Stärke liegt in der Schnittstelle zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft, zwischen Strategie und Umsetzung, zwischen dem, was eine Organisation ist – und dem, was sie sein könnte. Ich denke systemisch, kommuniziere klar und bringe Teams in Bewegung, auch wenn der Weg noch nicht ausgeschildert ist“, beschreibt sie sich selbst.
Seit dem 1. Oktober 2025 arbeitet Rath in der Gemeinde Schwalmtal und sucht gezielt nach Förderangeboten. „Hier in der Verwaltung ist man nah in der Kommunikation. Wir sind ja eine relativ kleine Kommune und ich wurde herzlich aufgenommen. Die Kollegen halten auch ein Auge darauf, wo es mögliche Förderungen gibt, und kommen mit Vorschlägen. Oder man möchte etwas umsetzen und sucht dann den Rat, wie ein Projekt finanziert werden könnte“, teilt sie mit. Vorauszuschauen sei dabei wichtig, wo geht die Reise hin und wie passt ein Vorhaben in den aktuellen Haushalt. „Und dann steht die Suche an, was gefördert werden kann“, sagt Rath.
Sie selbst sei eine Freundin der Digitalisierung und in ihrem ersten Jahr in der Gemeindeverwaltung möchte sie schauen, wie ihre Projektvorstellungen mit der Realität vor Ort zusammenpassen. Etwa im Bereich Straßenbau sorgte sie für eine digitalisierte Datenpflege, um mehr Transparenz zu schaffen und anderen Stellen den Zugang zu den Daten zu erleichtern. „Mir ist wichtig, die Gemeinde da zu unterstützen, wo tatsächlich Bedarf ist. Ich mag die Nähe zu den Kollegen und dass Projekte gemeinsam in die Hand genommen und umgesetzt werden“, sagt Rath. Beispiele sind die bestehenden Projekte Markt 2.2, und der Mühlenturm D.Eins als dritter Ort, die weiter betreut werden müssen. „Es ist spannend, jetzt für die unterschiedlichen Fachbereiche tätig zu sein und Einblicke in Bereiche zu bekommen, wo sich manch einer fragt, ‚warum ist das so?‘ oder ‚warum dauert das so lange?‘‘, sagt die Fördermittelmanagerin.