Im hessischen Lampertheim (Kreis Bergstraße) ist am Montag stellvertretend für den gesamten Kreis Bergstraße der erste weiße Spargel gestochen worden. Zeitgleich ist auch in Mannheim die Spargelernte losgegangen. Im Rhein-Neckar-Kreis wollen die ersten Landwirte in den nächsten Tagen starten. Noch ist es zu kühl für große Mengen. Aber das ist nicht das einzige Problem: Vor allem die immer höheren Produktionskosten machen den Landwirten im Moment das Leben schwer.

Spargelkönigin sticht offiziell den Spargel an

Auf einem Feld in Lampertheim zieht Michael Schmidt die Folie von den Spargelhügeln. Aus der Erde ragen die ersten weiße Stangen, die unter anderem die Lampertheimer Spargelkönigin Nadine III. aus dem Boden holt. Noch ist es ziemlich kalt, es hagelt sogar kurz. Spargel braucht eigentlich Sonne. Aber Landwirt Michael Schmidt ist guter Dinge, dass das Wetter in den kommenden Tagen besser wird und der Spargel richtig sprießt.

Die Lampertheimer Spargelkönigin Nadine III. hat den ersten Spargel aus dem Boden geholt.

Die Lampertheimer Spargelkönigin Nadine III. hat den ersten Spargel aus dem Boden geholt.

Kosten sind gestiegen – Spargelpreis bleibt trotzdem stabil

Nicht so guter Dinge ist er allerdings, wenn es um die Kosten für den Anbau des Spargels geht. Denn die seien stark gestiegen – der Dieselpreis, der Strompreis und die Gehälter für das Personal. Das könnten die Bauern aber nicht einfach an die Kunden weitergeben, sagt er. Er gehe davon aus, dass der Spargel nicht teurer sein wird als im Vorjahr.

Weißer Spargel ragt aus einem Hügelbeet in Lampertheim aus der Erde heraus.

Weißer Spargel ragt aus einem Hügelbeet in Lampertheim aus der Erde heraus.

Das bestätigt auch der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Rhein-Neckar, Wolfgang Guckert. Auch er hat am Montag auf seinem Hof im Mannheimer Norden den ersten Spargel gestochen.

Ein Großteil der Kostensteigerung wird bei uns Landwirten hängen bleiben.

Lange sei das für die Bauern finanziell nicht durchzuhalten, sagt er. Viele Landwirte im Rhein-Neckar-Kreis würden die Anbauflächen für Spargel verringern, weil es sich nicht mehr lohne und sie nicht einmal kostendeckend arbeiten könnten.

Auch Dieter Hege vom Hegehof in Ladenburg (Rhein-Neckar-Kreis) sagt, dass der Spargel eigentlich teurer werden müsste. Dennoch werde er die Preise nicht erhöhen, um die Kunden nicht zu verschrecken. Wie viel der Spargel kosten wird, sei noch nicht klar. Er tippt darauf, dass das Kilo für Spargel der Klasse eins zwischen 17 und 19 Euro liegen wird.

Landwirte hoffen auf Verkauf im Hofladen

Die gestiegenen Kosten treffen nicht nur die Spargelbauern, so der Vorsitzende des für Südhessen zuständigen Regionalbauernverbands, Hans Trumpfheller. Bei den kleinen regionalen Betrieben seien vom Kartoffelanbauer bis zum Milchproduzenten viele betroffen.

Wir kämpfen alle einen sehr, sehr schweren Kampf und hoffen auf unsere regionale Vermarktung. Das ist die einzige Hoffnung, die wir haben.

Denn wenn sie als kleine regionale Landwirte ihre Produkte an den Lebensmitteleinzelhandel verkaufen würden, sei die Marge sehr gering. Wenn es überhaupt noch eine gebe, meint er.