Badegäste erwarten sich vielleicht mehr, als die Sanierung des Titania am Ende wohl bringen wird. Weitere Spinde, mehr Platz, vielleicht ein Kleinkinderbecken und ein Entspannungsbad – all das wäre schön, schließlich wird es im Titania oft genug eng. Doch ob es so kommt, ist offen. Denn aus Sicht der Eigentümer hat solch ein Bad ganz andere Probleme.
Eine Gasheizung ist als Wärmequelle unkalkulierbar geworden
Mit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine wurde sehr deutlich, dass eine Gasheizung, wie sie das Titania aktuell hat, auf Dauer nicht die richtige oder zumindest nicht die einzige Möglichkeit der Wärmeerzeugung bleiben darf. Denn damit bleiben die Betriebskosten unkalkulierbar. Schon jetzt ist der Eintritt ins Titania nicht günstig, die Beliebtheit des Bads zeigt aber, dass es in der Region genügend Menschen gibt, die diesen Preis gerne und oft für einen Aufenthalt zahlen. Doch unendlich lässt sich dieser Betrag nicht steigern.
Sanierungen: Leider nicht mehr selbstverständlich
Vor rund 30 Jahren wollte der Stadtrat in Neusäß, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, ein fast einmaliges, außergewöhnliches Bad schaffen. Dass es heute noch derart erfolgreich existiert, ist schon eine Errungenschaft. Doch wenn der neugewählte Stadtrat in diesem Jahr über die Zukunft des Titania spricht, wird wahrscheinlich wieder der aktuelle Zeitgeist eine Rolle spielen. Und der liegt doch eher auf dem Erhalt einer Infrastruktur durch rechtzeitige Sanierungen als auf einer Erweiterung. Erhaltungsarbeiten sind für Badegäste vielleicht nicht so spannend – aber in Deutschland auch keine Selbstverständlichkeit mehr, wie wir gerade an vielen Stellen lernen müssen.
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Jana Tallevi
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