
AUDIO: Buckelwal schwimmt in der Wismarer Bucht (2 Min)
Stand: 31.03.2026 14:48 Uhr
Der Buckelwal in der Ostsee vor Wismar liegt wieder fest. Am Montagabend war der Wal zunächst abgetaucht, konnte in der Bucht schwimmen, nun wurde er erneut von flachem Wasser gestoppt. Ein internationales Expertenteam ist aber weiter optimistisch, dass der Wal eine Chance hat, freizukommen.
Das Wichtigste im Überblick:
14:48 Uhr
Internationales Team für den Buckelwal
Inzwischen ist ein breites Netzwerk aus Fachleuten entstanden, dass die Lage des erneut feststeckenden Buckelwals bewertet. Dazu zählen unter anderem die Meeresbiologin Franziska Saalmann sowie Expertinnen und Experten vom Institut für Wildtierforschung und dem Deutschen Meeresmuseum. Zudem stehe man im engen Austausch mit internationalen Fachleuten, etwa aus Gremien der Internationalen Walfangkommission, erklärte der Greenpeace-Sprecher am Nachmittag bei einer Pressekonferenz. In der Runde sind laut Maack auch Ursula Siebert vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung, Burkard Baschek vom Deutschen Meeresmuseum sowie der Meeresbiologe Ralf Sonntag vertreten. Gemeinsam werde fortlaufend neu bewertet, wie weiter vorzugehen ist.
Derzeit setzt man auf eine Mischung, den Wal möglichst nicht zu stören, ihn zugleich aber behutsam zu motivieren, seinen Kurs zu ändern. Auch Umweltminister Till Backhaus habe Sachverstand eingebunden. Die einhellige Einschätzung aller Beteiligten: Die bislang ergriffenen Maßnahmen sind richtig.
14:29 Uhr
Minister Backhaus plant schon für Ostern
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister, Till Backhaus (SPD), hat das Kabinett in Schwerin über die Lage rund um den Wal in der Wismarbucht informiert. Von Seiten des Ministeriums wurden laut Backhaus auch bereits Maßnahmen für eine Walwacht über Ostern getroffen. Acht Mitarbeiter würden die Prozess demnach aktiv begleiten.
14:25 Uhr
Experten wollen Rettungsmanöver eventuell wiederholen
Weil die Wassertiefe, dort, wo das Tier gerade liegt, ausreichend sein soll, damit der Wal sich von selbst freischwimmt, denken die Experten von Greenpeace, dem Deutschen Meeresmuseum und aus dem Umweltministerium darüber nach, die Rettungsmanöver von Montagabend zu wiederholen, so Thilo Maack von Greenpeace. Die Situation sei ähnlich. Am Abend wurde der Wal bei ausreichend hohem Wasserstand von Booten aus sanft motiviert und war dann in tieferes Wasser abgetaucht. Man hätte insgesamt den Eindruck, dass die Maßnahmen ein guter Weg waren. Darum werde jetzt darüber nachgedacht, den Buckelwal so noch einmal „zum Aufschwimmen zu motivieren“. Auch für Minister Backhaus war die Mobilisierung richtig. Mit seinen Flossen hätte der Wal Signale gegeben, dass er wolle.
14:15 Uhr
Wal liegt in Kirchsee vor Poel
In der Bucht von Kirchdorf vor der Ostseeinsel Poel liegt der Buckelwal aktuell wieder fest. Das wurde in einer Pressekonferenz mit Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus bestätigt. Der Wal ist gegen Mittag laut Greenpeace-Experten in die Bucht eingeschwommen. Schlauchboote hatten vorab versucht, den Wal vom flachen Gebiet abzuhalten, konnten aber nur verhindern, dass er noch tiefer in den Kirchsee schwimmt. Die Wassertiefe soll ausreichend sein, damit der Wal losschwimmen kann. Die Experten wollen nun das weitere Vorgehen besprechen. Ruhe und Motivation seien die richtige Strategie, so Greenpeace.
13:42 Uhr
Wal im flachen Wasser fest?
Zwischen den Inseln Walfisch und Poel liegt der tonnenschwere Meeressäuger wohl wieder fest. Laut NDR Reporter bewegt sich das Tier aktuell nicht. Ein Greenpeace-Boot liegt neben ihm. Um 14 Uhr gibt Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister, Till Backhaus (SPD), eine Pressekonferenz, in der über die aktuelle Situation informiert werden soll. Wir übertragen hier live.
12:26 Uhr
Greenpeace soll mit Boot den Weg zum Hafen versperren
Die Wasserschutzpolizei hat den Buckelwal zuletzt östlich der Insel Walfisch in der Wismarer Bucht entdeckt. Dort ist das Wasser tief genug, sodass der Wal frei schwimmen kann. Es besteht jedoch die Sorge, dass er sich in flacheres Wasser verirren könnte – zum Beispiel in den Hafen der Insel Poel. Damit das nicht passiert, wurde Greenpeace vom Meeresmuseum beauftragt, mit einem kleinen Boot den Weg zum Hafen zu versperren. Für das große Boot der Wasserschutzpolizei ist das Wasser dort zu flach. Die Wasserschutzpolizei sucht den Wal aktuell nahe der Insel Walfisch.
12:19 Uhr
Wal in kritischem Zustand
Der Wal scheint nicht in bestem Zustand zu sein, sagt Franzsika Saalmann von der Umweltorganisation Greenpeace.

Der Wal scheint nicht in bestem Zustand zu sein, sagt Franziska Saalmann von der Umweltorganisation Greenpeace. Das Tier weiß sich offenbar noch zu orientieren. Es sei unklar, ob er aus der Bucht wieder rausfinden kann.
11:08 Uhr
Warum uns der Buckelwal so berührt
Der gestrandete Wal in der Wismarer Bucht bewegt derzeit viele Menschen und macht deutlich, wie stark unsere emotionale Verbindung zu diesen Tieren ist. Seit jeher faszinieren Wale in Literatur, Film und Kunst. Doch was genau ist es, das ihre besondere Wirkung auf uns ausmacht? Im NDR 1 Radio MV Kulturjournal sind wir der Frage nachgegangen.
Der gestrandete Wal in der Wismarer Bucht bewegt viele Menschen – und zeigt, wie tief unsere Verbindung zu diesen Tieren geht. Ob in Literatur, Film oder Kunst: Wale faszinieren seit jeher.
10:48 Uhr
Wal aktiv in der Bucht
Der Wal ist vor Bad Wendorf in der Wismarer Bucht erneut aufgetaucht. Der Wal ist sehr aktiv und bislang nicht erneut auf Grund gelaufen, berichtet NDR Reporter Mike-Oliver Woyth. Das Tier ist etwa 300 Meter von der Stelle entfernt, an der er sich noch am Montag befand. Die Fahrrinne zum Wismarer Hafen befindet sich in der Nähe. Deshalb seien am Montag permanent Schiffe in der Nähe gewesen. Das Tier brauche aber Ruhe und müsse den Weg von selbst wieder aus der Bucht finden.

Nach Möglichkeit wollen Einsatzkräfte und Umweltaktivisten das Meeressäugetier aus der Ostsee begleiten.
09:53 Uhr
Wal erneut in der Wismarer Bucht gesichtet
Passanten haben den Wal offenbar in der Wismarer Bucht gesichtet, berichtet NDR Reporter Mike-Oliver Woyth.

Die Menschen leiden mit dem verirrten Wal in der Lübecker Bucht. Er ist ein Symbol für unser eigenes Scheitern, meint Kolumnist Ulrich Kühn.
09:45 Uhr
Fachleute beraten erneuten Einsatz
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace, das Deutsche Meeresmuseum und das Institut für Wildtierforschung haben heute morgen über das weitere Vorgehen beraten. Sollte der Wal irgendwo ausfindig gemacht werden, sei die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass das Expertenteam heute nochmal zum Wal rausfährt.
09:10 Uhr
Wasserschutzpolizei sucht den Buckelwal
Die Wasserschutzpolizei ist aktuell mit einem Boot in der inneren Wismarbucht unterwegs, um nach dem Wal zu suchen. Sie hat die Wasserschutzpolizei Cuxhaven gebeten, mit der Seeraumüberwachung aus der Luft zu helfen. NDR Reporter Mike-Oliver Woyth berichtet aus Wendorf, dass es dem Wal am Montagabend gelungen ist, sich gegen 20.30 Uhr freizuschwimmen. Bislang wurde das Tier nicht wieder gesichtet.
Video:
Wal hat sich freigeschwommen und ist abgetaucht (1 Min)
06:13 Uhr
Wal schwimmt wieder
Der Buckelwal vor der Ostseeküste ist abgetaucht und derzeit nicht mehr zu sehen. Zuletzt war das Tier am Montag gegen 22 Uhr in der Nähe des Wismarer Hafens gesichtet worden. Später habe es sich schließlich in Richtung offene See bewegt. Das teilte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Montagabend mit. Das Polizeiboot sei am Abend deshalb zurückgekehrt. Es habe keinen Sinn, in der Dunkelheit nach dem Wal zu suchen, so der Sprecher weiter.
Am Montagabend war es dem Wal gelungen sich freizuschwimmen. Ein Expertenteam hatte von einem Schlauchboot aus versucht, den Wal mithilfe von Lärm von der Sandbank wegzubewegen. Das weitere Vorgehen sei mit internationalen Spezialisten abgestimmt gewesen, so der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums Stralsund, Burkhard Baschek. Laut Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat es sich ausgezahlt, dem Wal zunächst Ruhe zu geben. So habe er Kraft tanken können, um sich später wieder zu bewegen.
Die Suche nach dem Wal soll heute fortgesetzt werden, erklärte Baschek weiter. Eine Bootsbesatzung stehe dafür bereit. Die Einsatzkräfte sollen nun unter anderem auf Sichtungen aus der Bevölkerung warten und sich dann gezielt auf den Weg machen. Der etwa 15 Tonnen schwere Buckelwal irrt seit etwa vier Wochen durch die Ostsee. Am Montag vergangener Woche strandete der Wal zunächst vor der schleswig-holsteinischen Küste auf einer Sandbank. Nach mehreren Tagen und einer aufwendigen Rettungsaktion, konnte er sich befreien – strandete jedoch am Samstag in der Wismarbucht erneut.
06:00 Uhr
Fragen rund um den Buckelwal
Große Wale sind in der Ostsee nicht heimisch, die Bedingungen sind für sie nicht geeignet. Ziel ist es weiterhin, das massige Tier in Richtung der Meerengen zwischen Deutschland und Dänemark zu lotsen, damit es den Weg zurück in Nordsee und Atlantik nimmt.
Buckelwale leben im Sommer meist im Nordatlantik bei Norwegen und Grönland, im Nordpazifik bei Alaska und im Südpolarmeer. Im Winter schwimmen sie gerne in tropische und subtropische Gewässer in der Karibik und der mexikanischen Pazifikküste. Hier paaren sie sich und bringen ihre Jungen zur Welt. Sie ernähren sich von Krill und kleinen Fischen. Pro Tag können sie eine Tonne Nahrung aufnehmen. Laut Experten können Buckelwale bis zu 30 Tonnen schwer werden. Bis zu 90 Jahren können sie alt werden.
Der Ernährungszustand des Buckelwals in der Ostsee ist gut, sagte am Wochenende Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Buckelwale könnten ihr zufolge wochenlang ohne Nahrung auskommen.
Buckelwale fressen laut Greenpeace nur in ihren polaren Sommerquartieren. Im Winter, wenn sie ihre Jungen gebären und aufziehen, zehren sie von ihren Fettreserven. Die Nahrung der Buckelwale besteht demnach vor allem aus Krill und zu einem geringen Teil aus Fischen.
Nach Angaben des Meeresbiologen Boris Culik, er führt ein eigenes Forschungsunternehmen in Heikendorf bei Kiel, verirren sich Buckelwale öfter, wenn sie Heringsschwärmen folgen, in die Ostsee. Auch Unterwasserlärm von Schiffen könne die Orientierung der Tiere beeinträchtigen, so dass sie sich „verschwimmen“, sagt Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum.
Laut Meeresbiologe Culik können viele Walstrandungen auch mit Sonnenstürmen zusammenhängen. Denn die stören den inneren Magnetkompass der Wale. „Das heißt, das Erdmagnetfeld ist als Koordinatensystem nicht so stabil wie zu Zeiten, in denen die Sonne eben ruhiger ist“, so Culik.
In der Ostsee gibt es nicht so viel Nahrung wie in der Nordsee. Die Fischkonzentration ist laut Meeresbiologe Culik deutlich geringer. Und: „Es gibt keine Artgenossen. Der Salzgehalt stimmt auch nicht.“ Das belastet laut Greenpeace, Haut und Stoffwechsel der Säuger. Parasiten und Entzündungen können sich dann leicht auf der Haut der Buckelwale ausbreiten.
Buckelwale jedenfalls nicht. In der Ostsee sind nur Schweinswale heimisch, erklärt Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Sie sind mit etwa zwei Metern Länge kleiner als Artgenossen wie Buckelwale oder Pottwale. Geschätzt leben rund 200 Schweinswale in der zentralen Ostsee, in der Beltregion sind es einige Tausend.
Fachleute gehen davon aus, dass es sich um den Buckelwal handelt, der zuerst Anfang März vor Wismar und später in der Flensburger Förde und Lübecker Bucht gesichtet wurde. Messungen ergaben, dass der Wal recht groß ist: Er sei zwischen 12 und 15 Metern lang und wiege geschätzt rund 15 Tonnen, sagte Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW).
Es sei unklar, ob sich der Buckelwal erst in der Ostsee oder schon vorher in dem Netz verfangen habe, sagt Peter Dietze NDR Schleswig-Holstein. Er ist Fischer aus Niendorf und Vorstandsmitglied im Landesfischereiverband. An dem Morgen, als der Wal strandete, sei er mit seinem Kutter draußen gewesen. „Ich war so in 50 Meter Entfernung und habe gesehen, dass ein richtig dickes Seil um ihn herum war. Das sah aus wie eine Festmacherleine oder so. Das hat mit Stellnetzen nichts zu tun. Entweder das ist eine Leine vom Schleppnetz oder es könnte auch eine Ankerleine von einem Sportboot sein.“
Laut der Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) werden Schleppnetze, Stellnetze und Reusen in der Ostsee zum Fischfang eingesetzt. Seit den 1960er-Jahren bestehen diese nicht mehr aus abbaubaren Stoffen, sondern aus Plastik. Wenn Fischer Netze verlieren, brauchen diese laut WWF 400 bis 600 Jahre, bevor sie verrottet sind. „An Wracks oder als aufgestellte Stellnetze fischen sie als Geisternetze noch lange (…) sinnlos weiter“, so der WWF. In Europa ist die Entsorgung von Fischereigerät auf See verboten. Fischer müssen diese also eigentlich wieder einsammeln – und, wenn sie eines verloren haben, den genauen Verlustort melden. Fischer aus Schleswig-Holstein würden es deswegen eher vermeiden, dass sie Netze verlieren, sagt Peter Dietze vom Landesfischereiverband. Auch weil sie teuer seien. „Das sind einige Tausend Euro pro Strecke, die dann im Wasser bleiben würde. Das kann sich keiner mehr leisten“, sagt er. Er betont, dass auch dänische Fischer in Schleswig-Holsteinischen Gewässern unterwegs seien.

Nachdem das Tier in der Nacht abgetaucht war und am Vormittag wieder in Küstennähe zu sehen war, liegt es nun wieder auf.

Der Wal muss dringend zurück in den Atlantik – das ist Konsens bei den Experten. Die Zeit drängt.

Nach seiner Befreiung in der Lübecker Bucht ist der verirrte Buckelwal mittlerweile in der Wismarbucht gestrandet.

Zuletzt wurde der Wal vor Mecklenburg-Vorpommern gesehen. Die Entwicklungen im Laufe des Freitags zum Nachlesen.