Im Zuge des Krieges in der Ukraine hat die Bundesanwaltschaft einen weiteren mutmaßlichen Russland-Spion festnehmen lassen. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs erließ am Samstag Haftbefehl, wie die oberste Anklagebehörde in Deutschland mitteilte. Der Ukrainer kam in Untersuchungshaft. Der 53-Jährige sei dringend verdächtig, für einen ausländischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein.

Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, im Auftrag eines russischen Geheimdienstes Informationen über einen sich in Deutschland aufhaltenden Mann gesammelt zu haben. Dieser habe sich nach Beginn des russischen Angriffskrieges für ukrainische Streitkräfte an Kampfhandlungen beteiligt. „Die Ausspähaktion diente vermutlich auch der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson in Deutschland“, hieß es.

Der Beschuldigte sei am Freitag in Hagen vorläufig festgenommen worden, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Das dortige Polizeipräsidium sei mit den polizeilichen Ermittlungen beauftragt.

Der Rheinmetall-Chef hat mit Aussagen über die ukrainische Drohnenproduktion einen Eklat ausgelöst. Die Empörung in Kiew zeigt, wie sensibel das Thema ist. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die südrussische Stadt Taganrog, die wichtig für die Moskauer Drohnenkriegsführung ist, wurde nach Behördenangaben massiv von ukrainischen Kampfdrohnen angegriffen. Dabei habe es einen Toten und acht Verletzte gegeben, berichtete Bürgermeisterin Swetlana Kambulowa der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Sie sprach von Schäden an zahlreichen Wohnhäusern und drei nicht näher bezeichneten Unternehmen. In Taganrog gibt es ein Flugzeugwerk und zwei Fabriken, die Drohnen und Drohnenteile herstellen. Telegramkanäle berichteten unter Berufung auf Augenzeugen von einem stundenlangen Einsatz der Flugabwehr in Taganrog. Auch eine Schule sei beschädigt worden.

Über Taganrog und sechs anderen Landkreisen des Gebietes Rostow seien in der Nacht mehr als 60 Drohnen abgefangen worden, teilte Gouverneur Juri Sljussar mit. Dazu zählte auch der Landkreis Millerowo. Von der dortigen Luftwaffenbasis startet die russische Armee oft Kampfdrohen zu Angriffen auf die Ukraine. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, insgesamt seien in der Nacht 102 ukrainische Drohnen ausgeschaltet worden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich offenbar kritisch zu ukrainischen Herstellern von Abfangraketen geäußert. In einer Videokonferenz mit Journalisten habe er am Samstag gesagt, ihm seien etwa zehn Produktionsanlagen für Abfangraketen bekannt, die die Firmen in verschiedenen Teilen der Welt ohne Wissen des Staates errichten würden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine.