Der Iran feuert Schwärme an Kamikaze-Drohnen auf seine Nachbarn ab, die auch Russland für seine Angriffe auf die Ukraine nutzt. Je größer die russischen Drohnenschwärme wurden, umso dringender wurde es für die Ukraine, ein kostengünstiges und in großen Stückzahlen herstellbares Abwehrsystem zu entwickeln.
Denn die Munition für konventionelle Luftverteidigungssysteme ist teuer. Flugabwehrraketen kosten pro Stück schnell Millionen Dollar und werden nur in kleinen Chargen produziert. Die Kosten der von Russland und dem Iran genutzten Shahed-Drohnen liegen hingegen bei rund 50.000 Dollar pro Stück und sie lassen sich schnell in großen Stückzahlen herstellen. Langfristig kann es sich also kein Staat leisten, teure Abwehrsysteme gegen billige Drohnen einzusetzen.
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Die Ukraine hat in den vergangenen Jahren jedoch kostengünstige Abfangdrohnen entwickelt, mit denen sie nun Jagd auf russische Kamikaze-Drohnen macht. Eine Produktion von täglich bis zu 2.000 Stück soll bereits möglich sein. Dazu nutzen Kiews Luftverteidigungseinheiten Störsender, mobile Flugabwehreinheiten und ein mehrschichtiges System zur Erkennung anfliegender Drohnen. Die Ukraine hat also längst eine komplette Architektur zur Drohnenabwehr geschaffen – und die sollen jetzt auch die Golfstaaten erhalten.
Dazu bietet Selenskyj Hilfe bei einem weiteren Problem an: der faktischen Blockade der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus. Auch hier kann Kiew auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, denn Russland blockierte zu Kriegsbeginn lange die Getreideexporte über das Schwarze Meer. Erst ein Abkommen unter Aufsicht der UN hob die russische Blockade zunächst auf, bevor der Kreml den Deal aufkündigte. Danach hat die Ukraine den Korridor durch das Schwarze Meer mit eigenen militärischen Mitteln, etwa dem Einsatz von Seedrohnen, jedoch bis heute erfolgreich wiederhergestellt.
Doch Selenskyj baut sein Engagement im Nahen Osten nicht ohne Hintergedanken aus. Denn was die Ukraine kaum hat, aber in größeren Zahlen dringend braucht, sind Flugabwehrraketen, vor allem PAC3-Geschosse für ihre Patriot-Systeme. Damit wehrt die ukrainische Luftverteidigung ballistische Raketen ab, die Russland neben Drohnen immer wieder auf Ziele in der Ukraine abfeuert. Diese speziellen Flugabwehrraketen sind rar, nur rund 60 Stück werden monatlich ausschließlich in den USA produziert.