Das Unternehmen Wienerberger wird seine Anlage in Denton, Manchester, in die weltweit erste kommerzielle Ziegelfabrik umwandeln, die vollständig mit grünem Wasserstoff betrieben wird.

Das Projekt, mit einer Investition von fast 7 Millionen Euro, zielt darauf ab, zwei bestehende Tunnelöfen umzurüsten, indem 224 Erdgasbrenner durch ein Wasserstoffversorgungssystem ersetzt werden.

Innovation in der Keramikindustrie

Die Herstellung von Ziegeln, Dachziegeln und Keramik erfordert sehr hohe Temperaturen und einen enormen Energieverbrauch. Die Elektrifizierung dieser Prozesse bleibt komplex und kostspielig, weshalb Wasserstoff als tragfähige Alternative zur Dekarbonisierung schwer elektrifizierbarer Sektoren erscheint.

Der Wasserstoffliefervertrag wurde für 15 Jahre mit Trafford Green Hydrogen unterzeichnet, einem Unternehmen, das von Carlton Power und Schroders Greencoat entwickelt wurde. Der Brennstoff wird per Tankwagen zu einer Entladungs- und Druckreduzierstation in der Anlage transportiert.

Tests und Produktqualität

Einer der kritischen Punkte beim Übergang zu erneuerbaren Energien ist die Aufrechterhaltung der Qualität des Endprodukts. Die zusammen mit Ceramics UK durchgeführten Tests bestätigten, dass die mit Wasserstoff gebrannten Ziegel ihre mechanischen Eigenschaften, ihr Aussehen und ihre technische Leistung beibehalten, was sicherstellt, dass Nachhaltigkeit nicht teurere oder minderwertige Materialien bedeutet.

grüner WasserstoffDie Zukunft der Ziegelherstellung liegt im grünen Wasserstoff.
Umweltauswirkungen

Wenn die Anlage vollständig mit Wasserstoff betrieben wird, wird eine Reduzierung von über 11.600 Tonnen CO₂ pro Jahr erwartet, was dem jährlichen Energieverbrauch von etwa 4.957 britischen Haushalten entspricht.

Dieser Fortschritt stellt einen entscheidenden Schritt in der Dekarbonisierung industrieller thermischer Prozesse dar, eine der großen Herausforderungen des Energiewandels.

Hybride Strategie

Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Strategie von Wienerberger, die auch elektrische Öfen für die Herstellung von Dachziegeln in anderen Anlagen umfasst.

Dieser hybride Ansatz — Wasserstoff auf der einen Seite, Elektrifizierung auf der anderen — spiegelt die europäische Realität wider: Es gibt keine einzige Lösung, sondern eine Reihe von komplementären Technologien zur Emissionsreduzierung.

Institutionelle Unterstützung und Zeitplan

Das Projekt wird durch den Industrial Energy Transformation Fund (IETF) und das britische Regierungsprogramm Hydrogen Allocation Rounds (HAR) finanziert. Die Fabrik in Denton wird somit zu einem Vorzeigeprojekt für den Keramiksektor und bietet ein replizierbares Modell für andere Anlagen in Europa.

  • 2027: Es wird erwartet, dass ein Ofen vollständig in Betrieb ist oder beide teilweise angepasst sind.
  • 2028: Beginn des vollständigen Übergangs zum 100%igen Wasserstoffbrennen.

Die Umrüstung der Anlage in Denton markiert einen weltweiten Meilenstein in der Baustoffindustrie. Es geht nicht nur darum, einen Brennstoff zu wechseln, sondern zu zeigen, dass es möglich ist, das energetische Herz der Schwerindustrie zu transformieren, ohne die Produktqualität zu beeinträchtigen.

Das Vereinigte Königreich positioniert sich als Pionier bei der Anwendung von grünem Wasserstoff im kommerziellen Maßstab und konsolidiert ein Modell, das in anderen Hochtemperatursektoren repliziert werden könnte.