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  • Oligarch Oleg Deripaska fordert längere Arbeitszeiten als Antwort auf den wirtschaftlichen Umbau Russlands.
  • Er sieht keinen normalen Abschwung, sondern einen strukturellen Bruch: weniger globale Chancen, mehr regionale Begrenzungen.
  • Trotz hoher Ölpreise bleibt die Wirtschaft unter Druck – Sanktionen, Konflikte und schwaches Wachstum bremsen das Land.

Russland steckt im Umbruch – und Oleg Deripaska fordert drastische Maßnahmen. Der russische Milliardär schlägt vor, dass die Menschen im Land künftig zwölf Stunden am Tag, sechs Tage die Woche arbeiten. Nur so könne sich die Wirtschaft schneller an die neue Realität anpassen, schrieb er am Montag auf Telegram.

Für Deripaska ist die aktuelle Lage mehr als ein normaler Abschwung. Es gehe nicht nur um Zinsen oder Geldpolitik. „Diese Krise ist tiefgreifender. Sie wird durch einen schwierigen Wandel verursacht: von den globalen Chancen, die wir einst hatten, hin zu regionalen Chancen mit allerlei Einschränkungen“, schrieb er.

Seine Diagnose: Russland muss sich neu erfinden – mit weniger internationalen Möglichkeiten und mehr Begrenzungen.

Mehr Arbeit als Lösung, fordert der Milliardär

Deripaska sieht eine zentrale Stärke des Landes: seine Bevölkerung. „In schwierigen Zeiten wissen wir, wie wir uns zusammenreißen und mehr arbeiten können“, schrieb der Gründer des Aluminiumkonzerns Rusal. Sein Vorschlag ist konkret: ein neuer Arbeitsrhythmus.

„Je früher wir auf diesen neuen Zeitplan umstellen – von 8 Uhr morgens bis 20 Uhr abends, einschließlich samstags –, desto schneller werden wir diesen Wandel vollziehen.“

Die Forderung des Milliardärs kommt zu einem Zeitpunkt, in dem sich Russlands Wirtschaft sichtbar verändert. Das Land profitiert zwar kurzfristig von steigenden Energiepreisen. Die Ölpreise sind in diesem Jahr um mehr als 70 Prozent gestiegen und liegen aktuell bei über 100 US-Dollar pro Barrel (ca. 92 Euro). Doch der Effekt ist begrenzt.

Öl- und Gaseinnahmen machen traditionell mehr als ein Drittel des Staatshaushalts aus. Gleichzeitig belasten Sanktionen die Wirtschaft weiterhin. Das Wachstum schwächt sich deutlich ab: 2025 lag es laut offiziellen Zahlen nur noch bei 1 Prozent – nach 4,3 Prozent im Jahr zuvor.

Unsichere globale Lage

Zusätzlichen Druck erzeugen geopolitische Spannungen. Vor allem im Nahen Osten kommt es zu Störungen wichtiger Handelsrouten, etwa in der Straße von Hormus – einem zentralen Engpass für den weltweiten Öltransport.

Das verändert Handelsströme. Länder konkurrieren stärker um verfügbare Ressourcen. Deripaska hatte bereits zuvor gewarnt, dass der Konflikt langfristig nicht nur die Weltwirtschaft, sondern auch Russland belasten könnte – trotz hoher Energiepreise.

Das Fazit des Milliardärs ist klar: Die Spielregeln haben sich geändert. Und wer mithalten will, muss mehr leisten.

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