Mit dem Phone (4a) Pro hat Nothing in diesem Jahr ein neues Mittelklasse-Smartphone vorgestellt, das vor allem mit einem hochwertigeren Auftritt und einigen gezielten Verbesserungen punkten will. Doch wie gut ist das Gesamtpaket im Alltag wirklich? Ich habe mir das Nothing Phone (4a) Pro genauer angesehen.
Preislich startet das Nothing Phone (4a) Pro bei 479 Euro mit 8 + 128 GB. Die größere Version mit 12 + 256 GB kostet 549 Euro. Farblich stehen Schwarz, Silber und Pink zur Wahl. Das reguläre Nothing Phone (4a) beginnt bei 349 Euro und ist unter anderem in Schwarz, Weiß, Pink und Blau erhältlich. Viel wichtiger als die reine Preisliste ist aber, dass Nothing die Einstiegspreise im Vergleich zur Vorgängergeneration halten konnte – und das ist bei den aktuellen Speicherpreisen nicht selbstverständlich.
Nothing bleibt sich beim Lieferumfang treu und legt dem Phone (4a) Pro neben dem Smartphone selbst lediglich ein USB-C-Kabel, das SIM-Tool und die übliche Dokumentation bei. Ein Netzteil ist zwar nicht enthalten, dafür gibt es allerdings eine kostenlose Schutzhülle und eine vorinstallierte Kunststoff-Schutzfolie.
Überzeugt das Phone 4a (Pro)? #pro&contra

Pro
- hochwertiges Design & sehr gute Verarbeitung
- helles, scharfes und flüssiges AMOLED-Display
- starke Alltagsperformance
- ordentliche Akkulaufzeit
- flüssige & ausgereifte Software mit 7 Jahren Updates
- gute Hauptkamera im Alltag
- Periskop-Kamera ein echtes Plus in der Preisklasse
Contra
- Ultraweitwinkelkamera klar die schwächste Linse
Design: Endlich wieder mehr Eigenständigkeit
Beim Design ist das Nothing Phone (4a) Pro für mich ganz klar das interessantere der beiden neuen Modelle. Während das normale Phone (4a) sehr stark an das Phone (3a) erinnert und die bekannte Designsprache weitgehend beibehält, geht das Pro-Modell sichtbar einen anderen Weg.
Statt der typischen transparenten Rückseite setzt Nothing hier auf einen Aluminium-Unibody. Das fühlt sich im Alltag direkt wertiger an und gibt dem Gerät einen deutlich erwachseneren Charakter. Dennoch bleibt die DNA unverkennbar: Dank der markanten Kameraeinheit und der Glyph-Matrix hebt sich das Phone weiterhin deutlich von der breiten Masse ab.
Mir persönlich gefällt dieser neue Ansatz gut. Gerade in Silber wirkt das Phone (4a) Pro sehr edel und hochwertig. Das ist für mich ganz klar die schönste Farbe der Reihe. Das normale Phone (4a) sieht dagegen eher wie die klassische Nothing-Interpretation eines Mittelklasse-Smartphones aus, was ebenfalls nicht schlecht ist, aber eben längst nicht so frisch wirkt.
Bei der Glyph Matrix bin ich persönlich ein wenig zwiegespalten. Einerseits ist sie ein spannendes Merkmal, das das Pro-Modell klar vom normalen 4a abhebt und viele Möglichkeiten zur Personalisierung bietet. Andererseits gefallen mir die normalen Glyph-LEDs des 4a ehrlich gesagt einen Tick besser. Die Matrix ist mir persönlich fast schon etwas zu viel. Das ist aber ganz klar Geschmackssache, denn gerade Nutzer, die Spaß an Individualisierung haben, dürften hier auf ihre Kosten kommen.
Mit 210 Gramm ist das Phone (4a) Pro kein Leichtgewicht, es liegt jedoch dank flacher Seiten und ordentlicher Gewichtsverteilung angenehm in der Hand. Das Gehäuse wirkt sehr stabil und insgesamt hochwertig verarbeitet. Ein IP65 Schutz gegen Staub und Wasser ist ebenfalls vorhanden.
Display: Starkes OLED-Panel mit hoher Bildwiederholrate
Das 6,83 Zoll große AMOLED-Panel mit 1260 x 2800 Pixeln überzeugt im Alltag auf ganzer Linie: Kräftige Farben, starke Kontraste und eine hohe Bildschärfe sorgen für eine erstklassige Darstellung von Inhalten. Während die beworbenen 144 Hertz auf dem Datenblatt beeindruckender klingen, als sie im Vergleich zur Konkurrenz mit 120 Hz spürbar sind, punktet das Display durch ein extrem flüssiges und reaktionsschnelles Bediengefühl. Dank der schmalen Ränder wirkt die Front modern und rundet das stimmige Gesamtpaket dieser Preisklasse ab.
Laut offiziellen Angaben soll das Phone (4a) Pro eine maximale Helligkeit von 1.600 NitsSteht für die Leuchtdichte und liefert detaillierte Information über die Orts- und Richtungsabhängigkeit des von einer Lichtquelle abgegebenen Lichtstroms. Die Leuchtdichte einer Fläche bestimmt, mit welcher Flächenhelligkeit das Auge die Fläche wahrnimmt und bietet damit einen Wert, um die Helligkeit von Display zu vergleichen.? erreichen. Diese Angabe lässt sich im Test bestätigen, denn unter Verwendung eines X-Rite i1 Display-Profilers konnten wir 1.560 Nits bei 100 Prozent APL messen, wodurch das Display auch unter direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar bleibt.
Entsperrt wird per optischem Fingerabdrucksensor unter dem Display. Der arbeitet zuverlässig, auch wenn er natürlich nicht ganz an die Qualität guter Ultraschallsensoren aus der Oberklasse heranreicht. Für die Mittelklasse passt das aber. Alternativ kann man auch auf einen PIN, Passwort oder die 2D-Gesichtserkennung zurückgreifen.
Performance & Speicher: Völlig ausreichend für den Alltag
Im Nothing Phone (4a) Pro arbeitet der Snapdragon 7 Gen 4. Damit liegt das Gerät leicht über dem normalen Phone (4a), das auf einen etwas schwächeren Snapdragon 7s Gen 4 Chip setzt. Im Alltag ist das Pro-Modell damit absolut flott genug unterwegs. Apps starten schnell, das System reagiert direkt und auch Multitasking funktioniert ohne Probleme.
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Natürlich reden wir hier nicht über ein Flaggschiff und genau das merkt man in besonders anspruchsvollen Situationen auch. Wer dauerhaft die höchsten Grafiksettings in Spielen erwartet oder regelmäßig größere Videobearbeitungen auf dem Smartphone erledigt, wird an Grenzen stoßen. Für die typische Alltagsnutzung ist das aber völlig irrelevant. Genau dort macht das Phone (4a) Pro einen sehr runden Eindruck.
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Je nach Variante stehen 8 oder 12 GB RAM sowie 128 oder 256 GB interner Speicher zur Verfügung. Eine Erweiterung per microSD-Karte ist nicht vorgesehen. Wer noch mehr Platz benötigt, muss daher auf Cloud-Dienste wie Google One ausweichen.
Akku & Laden: Solide Laufzeit, aber kein Ausdauer-Wunder
Beim Akku setzt Nothing auf 5.080 mAh. Im PCMark Battery Test (adaptive 120 Hz, fixierte 300 Nits Helligkeit, WLAN und GPS aktiv) erreicht das Nothing Phone (4a) Pro 15 Stunden und 17 Minuten, ehe noch 20 Prozent Restladung verbleiben. Das ist ein solides Ergebnis, womit das Smartphone locker durch einen Tag kommen sollte. Dank des neueren Prozessors liegt die Laufzeit zudem leicht über dem Niveau des Phone (3a) Pro.
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Ein echter Ausdauer-König ist das Gerät damit aber nicht. Gerade chinesische Konkurrenten legen beim Thema Akkulaufzeit und Technologie inzwischen teilweise noch eine Schippe drauf. Das liegt insbesondere an den Silizium-Kohlenstoff-Akkus, die eine höhere Energiedichte besitzen und so mehr mAh in vergleichbarem Raum unterbringen. Für die typische Nutzung gibt es hier aber wenig Grund zur Kritik.
Geladen wird mit bis zu 50 Watt per Kabel. Das ist in dieser Klasse ein starkes Ergebnis und hebt sich sogar positiv von deutlich teureren Geräten wie dem Galaxy S26, Galaxy S26 Plus oder dem iPhone 17 Pro Max ab, die allesamt langsamer laden. Entsprechend ist das Smartphone in rund einer Stunde wieder vollständig aufgeladen. Auf kabelloses Laden muss man aufgrund des Aluminium-Gehäuses verzichten. Das ist technisch und preislich nachvollziehbar, im Alltag aber dennoch schade.
Software: Nothing OS bleibt eine echte Stärke
Softwareseitig liefert Nothing meiner Meinung nach eines der angenehmsten Android-Erlebnisse in dieser Preisklasse. Nothing OS wirkt aufgeräumt, schnell und angenehm frei von unnötiger Bloatware. Hinzu kommt der bekannte Look mit monochromen Icons, passenden Widgets und einer eigenen visuellen Sprache, die sich klar von vielen anderen Android-Oberflächen abhebt und mir persönlich gut gefällt.
Mit dem Essential Key und Essential Space bleibt zudem eine Funktion an Bord, die Nothing weiter als eigenes Extra positioniert. Das ist noch immer nicht die spannendste KI-Idee der Branche, kann im Alltag aber durchaus nützlich sein, wenn man Screenshots, Notizen oder Sprachmemos schnell sichern und sammeln möchte.
Kamera: Gute Hauptkamera, brauchbarer Telezoom, klare Schwäche beim Ultraweitwinkel
Nothing stattet das Phone (4a) Pro mit einer Triple-Kamera aus, bestehend aus einer 50-Megapixel-Hauptkamera auf Basis eines Sony-LYT-700C-Sensors im 1/1,56-Zoll-Format, einer 50-Megapixel-Periskop-Telekamera mit 3,5-fachem optischem Zoom sowie einer 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Dazu kommt eine 32-Megapixel-Frontkamera für Selfies. Offiziell bewirbt Nothing das Setup zudem mit einem Zoom von bis zu 140x, wobei ein Großteil davon natürlich digital beziehungsweise KI-gestützt erfolgt.
Hauptkamera
Die Hauptkamera ist ganz klar die wichtigste Linse des Systems und gleichzeitig auch die, auf die man sich im Alltag am meisten verlassen kann. Bei Tageslicht entstehen scharfe und detailreiche Bilder mit einer insgesamt angenehmen Farbabstimmung. Mir gefällt, dass Nothing die Fotos nicht komplett überzeichnet wirken lässt. Die Bilder sehen in vielen Situationen stimmig aus und eignen sich gut für schnelle Point-and-Shoot-Aufnahmen.
Auch beim Dynamikumfang macht die Hauptkamera insgesamt einen ordentlichen Job, auch wenn helle Bereiche je nach Szene mitunter etwas schneller ausreißen können, als man es sich wünschen würde. Dafür wirken die Aufnahmen meist nicht komplett künstlich und behalten einen recht sauberen Look. Gerade für Alltag, Social Media und spontane Schnappschüsse liefert das Phone (4a) Pro hier ein gutes Niveau ab.
Bei wenig Licht bleiben die Ergebnisse der Hauptkamera brauchbar, hier zeigen sich aber auch die Grenzen der Mittelklasse. Nachtaufnahmen sehen ordentlich aus, erreichen aber kein echtes Topniveau. Lichtquellen können sichtbar ausbrennen, dunklere Bereiche rauschen stärker und insgesamt fehlt es manchmal an Konstanz. Für diese Preisklasse ist das immer noch okay, Wunder sollte man aber nicht erwarten.
Telekamera
Spannender ist die Periskop-Telekamera mit 50 Megapixeln und 3,5-fachem optischem Zoom, weil so etwas in dieser Preisklasse weiterhin keine Selbstverständlichkeit ist. Gerade bei Architekturaufnahmen, urbanen Details oder Porträts beweist die Linse ihren echten Mehrwert – sie ist also weit mehr als nur ein Alibi-Feature für das Datenblatt.
Im sinnvollen Zoombereich liefert die Kamera ordentliche Ergebnisse. Der 3,5-fache Zoom erweitert die fotografischen Möglichkeiten spürbar. Auch darüber hinaus lassen sich noch brauchbare Aufnahmen erzielen, solange man es nicht übertreibt. Die von Nothing beworbenen extrem hohen Zoomstufen sind dagegen eher Spielerei. Für Social Media oder zum schnellen Heranholen eines Motivs reicht das teilweise noch, fotografisch relevant ist aber klar der untere Bereich.
Positiv ist, dass Nothing hier überhaupt ein Periskop-Modul in diese Preisklasse bringt. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass die Verarbeitung zoomstärkerer Aufnahmen teils einen kleinen Moment braucht. Das ist nicht dramatisch, fällt aber auf, wenn man mehrere Bilder schnell hintereinander aufnimmt.
Ultraweitwinkelkamera
Die klare Schwachstelle des Systems bleibt die Ultraweitwinkelkamera. Nothing setzt hier weiterhin nur auf 8 Megapixel und das merkt man den Ergebnissen auch an. Bei gutem Licht reicht die Linse für Landschaften, Gebäude oder Gruppenfotos zwar aus, qualitativ fällt sie aber sichtbar hinter Haupt- und Telekamera zurück.
Vor allem bei Details, in den Randbereichen und bei der allgemeinen Konsistenz zeigt sich, dass Nothing hier Abstriche macht. Bei schlechteren Lichtverhältnissen treten diese Schwächen noch deutlicher hervor. Wer häufig mit der Ultraweitwinkelkamera fotografiert, dürfte daher am ehesten erkennen, dass das Phone (4a) Pro trotz seines Namens klar in der Mittelklasse bleibt.
Selfiekamera
Auf der Vorderseite sitzt eine 32-Megapixel-Kamera, die insgesamt ordentliche Selfies liefert. Für Videocalls, Social Media und den Alltag ist das völlig ausreichend. Die Ergebnisse fallen sauber aus, ohne sich dabei besonders hervorzuheben. Bei schlechterem Licht nimmt die Schärfe allerdings sichtbar ab, zudem tritt Bildrauschen schneller auf.
Fazit: Ein stimmiges Mittelklasse-Smartphone mit eigenem Charakter
Trotz guter Ansätze reicht es für das Nothing Phone (4a) Pro nicht für den Spitzenplatz in seinem Segment. Die Akkulaufzeit ist zwar solide, könnte aber besser sein, ebenso verhält es sich mit der CPU-Performance. Enttäuschend ist hingegen die Ultraweitwinkelkamera.
Doch vor allem beim Design geht Nothing spürbar einen eigenen Weg. Die Verarbeitung hinterlässt einen hochwertigen Eindruck, die Rückseite hebt sich von vielen anderen Smartphones ab und auch farblich ist das Pro-Modell, besonders in Silber, für mich eines der interessantesten Geräte seiner Klasse. Dazu kommen ein gutes OLED-Display, eine saubere Software und eine Hauptkamera, auf die man sich im Alltag gut verlassen kann. Auch die Periskop-Telekamera ist in dieser Preisklasse ein echtes Plus.
Das reguläre Nothing Phone (4a) dürfte für viele Nutzer am Ende trotzdem die bessere Wahl sein, weil es nicht nur günstiger ist, sondern auch technisch in vielen Bereichen sehr nah am Pro-Modell bleibt. Das Nothing Phone (4a) Pro setzt sich vor allem durch den etwas stärkeren Prozessor, den Aluminium-Unibody und die Glyph Matrix ab. Es richtet sich damit eher an diejenigen, die etwas mehr Wert auf Verarbeitung, Design und das insgesamt etwas speziellere Gesamtpaket legen.
Unterm Strich ist das Nothing Phone (4a) Pro ein gelungenes Mittelklasse-Smartphone, das nicht alles perfekt macht, sich im Alltag aber sehr angenehm nutzen lässt und vor allem durch seinen eigenständigen Auftritt punktet.
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