Verhandlungen
Neu gewählter Stadtrat: Wer Nürnberg jetzt regieren soll
31.03.2026 – 18:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Rathaus in Nürnberg: Noch ist der Sitzungssaal im Rathaus leer. Bald aber wird der neue Stadtrat hier einziehen. (Quelle: Meike Kreil/t-online)
Weichenstellung für die Zukunft: Nach der Kommunalwahl wird im Rathaus schwer gerungen, wie es mit der Nürnberger Politik weitergeht. Ein erster großer Schritt ist nun getan.
Die Stadt steht unter Druck: Nürnberg muss sparen, seine Wirtschaft umbauen und gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt sichern. Wer all das künftig richten soll, darauf hat man sich nun im Rathaus geeinigt. CSU und SPD wollen auch in Zukunft weiter zusammenarbeiten. Die Grünen stehen damit für eine Koalition nicht mehr zur Diskussion. Das ergaben die Sondierungsgespräche. Damit kann es nun in die offiziellen Kooperationsverhandlungen gehen.
Die Lage ist angespannt: Darin sind sich SPD und CSU einig. Die zwei stärksten Fraktionen kündigen an, „Nürnberg in den kommenden Jahren verlässlich und verantwortungsvoll weiterzuentwickeln“.
Parallel gab es auch Gespräche mit der Spitze der Grünen. Am Ende sei aber klar geworden: Zwischen SPD und CSU gebe es mehr Überschneidungen, vor allem bei großen Zukunftsfragen und beim Umbau der Verwaltung. Das bestätigt CSU-Fraktionschef Andreas Krieglstein im Gespräch mit der Nürnberger Lokalredaktion von t-online. Trotzdem sagt er: Die Grünen sollen weiter eingebunden bleiben und bei wichtigen Entscheidungen mitwirken.
Krieglstein sagt weiter, die Sondierungsgespräche seien „sehr konstruktiv“ und von Respekt geprägt gewesen. Die Zusammenarbeit mit der SPD habe sich über Jahre bewährt. Jetzt gehe es darum, zentrale Projekte umzusetzen.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ahmed ergänzt, man nehme das Wahlergebnis „mit Verantwortung und Demut“ an. Dafür gehe es jetzt in die konkreten Koalitionsverhandlungen. Laut Krieglstein stehe der Zeitplan: „Ziel ist es, bis 20. April einen Kooperationsvertrag abzuschließen.“ Und er sagt: „Am Ende muss klar sein: Was ist überhaupt möglich und was können wir uns leisten?“
Die Stadtratswahl vom 8. März 2026 hat die Kräfteverhältnisse neu geordnet: Die CSU wurde mit 33,7 Prozent (24 Sitze) deutlich stärkste Kraft. Dahinter folgen die SPD mit 18,3 Prozent (13 Sitze) und die Grünen mit 14,8 Prozent (10 Sitze). Keine dieser drei Parteien hat allein eine Mehrheit. Gleichzeitig haben sowohl SPD als auch Grüne spürbare Verluste hinnehmen müssen, während die CSU zulegen konnte. Hinzu kommt: Der Stadtrat ist zersplittert. 13 verschiedene Parteien und Gruppierungen sind künftig dort vertreten. Vor der Kommunalwahl 2026 verfügte der Nürnberger Stadtrat bei CSU (22 Sitze), SPD (18 Sitze) und Grünen (14 Sitze) über eine klare Dominanz der drei großen Parteien.
