Das Forum Stadt – Netzwerk historischer Städte e.V. lobt aktuell den Otto-Borst-Preis für Stadterneuerung aus. Er wird seit 2005 im jährlichen Wechsel mit dem Otto-Borst-Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verliehen. Der Name der Auszeichnung erinnert an den im Jahr 2001 verstorbenen Historiker Otto Borst, Gründer des in Esslingen am Neckar beheimateten Forum Stadt e.V. , der viele Jahre als Lehrer und Professor in Esslingen und Stuttgart wirkte.

Neue Aufenthaltsqualitäten an der Stuttgarter Kulturmeile

Nun sind die Nominierungen des diesjährigen Wettbewerbs bekannt geworden. In der Kategorie Freiraum ist das Büro LRO aus Stuttgart ein Kandidat für den renommierten Preis, und zwar mit dem Projekt unter dem Titel „Kulturmeile Stuttgart – neue öffentliche Räume“, bei dem auch die Landeshauptstadt die Bauherrin ist.

Landesbibliothek in Stuttgart von LRO Architekten mit restauriertem Fitz-Faller-Brunnen, der aktuell aber nicht sprudelt. Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko

LRO haben etwa die Erweiterung der Württembergischen Landesbibliothek geplant, die an einer städtebaulich delikaten Stelle der sogenannten Kulturmeile verortet ist, nämlich an der Stuttgarter Konrad-Adenauer-Straße und damit an der viel befahrenen B 14. In diesem Kontext haben LRO Architekten dann auch mit dem Boulevard, der Freitreppe sowie dem Fitz-Faller-Brunnen den Freiraum entlang dieser viel diskutierten Stadtautobahn neu interpretiert.

Stuttgarter Architekten sanieren Mehrzweckhalle

Ebenfalls nominiert für den Otto-Borst-Preis ist das Atelier Kaiser Shen, allerdings in der Kategorie „Besonderer Ort“. Das bekannte Stuttgarter Büro hat in dem knapp 1400 Einwohner zählenden Ort Ingerkingen in Oberschwaben eine Mehrzweckhalle saniert und umgebaut, wobei 60 Prozent des Altbaus bewahrt werden konnten.

Florian Kaiser ist Mitbegründer des Stuttgarter Büros Atelier Kaiser Shen. Die Halle in Ingerkingen vor (Bild unten) und nach dem Umbau. Foto: Rampant.Pictures (li.)/Brigida González (re. oben)/Atelier Kaiser Shen

Doch nicht nur der umweltschonende Umbau samt Aufstockung aus Holz haben Gefallen bei der Jury gefunden, auch die soziale Komponente spielte bei diesem Projekt eine Rolle: So haben die örtlichen Vereine bei der Entkernung des Altbaus tatkräftig mitgeholfen und damit Kosten gespart. Die Multifunktionshalle bildet nun wieder ein neues, funktionales Zentrum für die dörfliche Gemeinschaft.

Auszeichnung

Otto-Borst-Preis
Der Preis wird während der internationalen Städtetagung 2026 vom 11. bis 13. Juni 20206 in Trier verliehen. Nominiert sind insgesamt 17 Büros in den Kategorien Freiraum, Quartier, Einzeldenkmal, Besonderer Ort, Stadtbaustein, Ensemble.