Backstein, Stahl und Rohre? Das war einmal: 7 inspirierende Beispiele zeigen, wie wandelbar der Industrial Style wirklich ist.
Kaum ein Stil ist so prägnant wie der Industrial Look: Sofort denkt man an ein New Yorker Loft mit rauen Wänden, freigelegten Leitungen, sichtbaren Stahlträgern und hohen Decken – inspiriert von alten Fabrikgebäuden. Typisch sind zudem große Fensterfronten, offene Grundrisse, Betonböden sowie Materialien wie Metall, Holz und Glas in ihrer möglichst rohen, unbehandelten Form. Im klassischen Verständnis wird der Look mit Vintage-Möbeln im Used-Look ergänzt, die bewusst Spuren der Zeit zeigen: patiniertes Leder, abgenutzte Oberflächen, ein alter orientalischer Teppich oder auch Accessoires wie Blechschilder. Farblich dominieren gedeckte Töne wie Grau, Schwarz, Rost und Erdtöne. Doch das ist längst nicht die einzige Interpretation. Die folgenden sieben Wohnungen zeigen, dass sich der Industrial-Stil vielseitig weiterdenken lässt – etwa mit Details aus weichen Materialien, mit Japandi-Elementen für mehr Ruhe und Minimalismus oder in einer polished Variante, die fast an eine Wohnung aus den Neunzigern erinnert.
Diese 7 Wohnungen interpretieren den Industrial Style neu
#1 Farbakzente machen eine Maisonettewohnung in Paris lebendig
In dieser Maisonettewohnung in Paris wurde der Industrial-Stil konsequent durch die drei Hauptmaterialien Nussbaumholz, Edelstahl und Mineralputz geprägt. Diese Materialien tauchen überall auf: etwa als Regal, Kücheninsel oder Metallleiter. Gleichzeitig verfolgte die Designerin Karen Barmaki das Ziel, dem klaren Industrial-Look eine individuelle und leicht weiche Note zu verleihen. Dies gelang ihr durch gezielt eingesetzte grüne und blaue Akzente, die dem Interieur mehr Lebendigkeit verleihen. Ein besonderes Highlight ist dabei der Ethanolkamin, der mit türkisfarbenen Keramikkacheln geschmückt wurde. Dieser grün-bläuliche Farbton zieht sich als verbindendes Element durch die gesamte Wohnung: Er taucht sowohl im Gäste-WC im Untergeschoss auf – das mit neapolitanischen Fliesen verkleidet wurde – als auch an den Wänden des Badezimmers.

Der silberfarbene, metallisierte „Dubll“-Couchtisch aus Holz stammt von Maylis May et Charles Tassin (über Galerie May). Das „Camaleonda“-Sofasegment ist Vintage. Auch die Wandbibliothek ist von Metall-Akzenten geprägt – durch die Regaleinlagen und die Leiter (von Atelier Boutin).
Valerio Geraci