Es dauert ein paar Minuten. Nach dem Schlusspfiff im Spiel Türkei gegen Kosovo – es ging um nichts Geringeres als die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika – ist es zunächst ruhig auf Mönchengladbachs Straßen. Doch dann rauscht das erste Auto hupend über den Bismarckplatz in der Gladbacher City. Ein Mann hält eine große rote Flagge aus dem Fenster – und feiert so den Einzug der Türkei ins Turnier. Kurze Zeit später ist das Hupkonzert auf der Theodor-Heuss-Straße nicht mehr zu überhören. Die Fahrer zieht es nach Rheydt, wo sich in der nächsten halben Stunde mehrere kleine Autokorsos bilden.
Die Teilnehmer hupen begeistert, Beifahrer halten Türkei-Flaggen aus dem Seiten- oder Schiebedachfenster. Manch einer hat die große Flagge über die Heckscheibe gespannt, andere haben vor der Tour kleine Autofahnen an ihrem Fahrzeug angebracht. Die Feiernden schaukeln sich gegenseitig hoch: Das Hupen kommt aus verschiedenen Richtungen, Lichthupen und Warnblicklichter erhellen die Nacht, ab und an heult ein Motor laut auf oder jemand jubelt lauthals. Die Korsos führen die Limitenstraße hinauf und wieder hinunter – immer und immer wieder. An Ampeln wird brav gehalten, und natürlich weiter gehupt. „Türkiye“-Rufe sind zu hören.
Während die Fans weiter jubeln und auf den Rheydter Straßen hin- und herfahren, schreitet nach einiger Zeit die Polizei ein. Mit Blaulicht und Martinshorn setzt sich ein Van vor die an einer Ampel wartende Fahrzeuggruppe. Beamte steigen aus, sprechen mit den Fahrern, die zuvor noch hupend unterwegs waren. Dann gibt die Polizei die Straße wieder frei. Es dauert nicht lange, bis das Hupkonzert von vorne beginnt. Die Polizei schreitet erneut ein, stellt ein Fahrzeug vor den Autokorso und nimmt erneut Kontakt zu den Fahrern auf. Diesmal mit mehr Beamten. Die Ansprache, nach der alle weiterfahren dürfen, scheint Wirkung zu zeigen. Allmählich wird es ruhiger im Rheydter Zentrum – das ein oder andere Hupen ist aber weiterhin zu hören.