Kuka-Chef Christoph Schell bleibt trotz aller weltweiten Konflikte und Wirtschaftskrisen Optimist. Er ist „fest davon überzeugt, dass Umbrüche Chancen bieten“. Seit er Mitte 2025 das Amt des Vorstandsvorsitzenden von Peter Mohnen übernommen hat, erlebt er in Gesprächen mit Mitarbeitenden und Kunden, welch enormes Potenzial in der Kuka-Gruppe stecke. Schell, der als Deutscher lange im Silicon Valley, zuletzt für den Chip-Riesen Intel, gearbeitet hat, setzt auf intelligente Automatisierung und damit auf den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz. Roboter sollen in der Lage sein, sich nach den Wünschen der Kundinnen und Kunden selbst zu programmieren, was ein Quantensprung wäre.
Kuka-Roboter mit Nvidia-Chef auf der Bühne
Wie gut Schell in der US-Tech-Szene vernetzt ist, zeigte sich kürzlich, als ein orangefarbener Kuka-Roboter mit Jensen Huang, einem Superstar der amerikanischen Hightech-Wirtschaft, bei einer KI-Konferenz auf der Bühne stand. Der Unternehmer ist Chef und Mitbegründer von Nvidia, dem wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt. Der US-Konzern stellt Computer-Chips her und gilt als einer der wesentlichen Treiber für den Einsatz künstlicher Intelligenz. Lederjacken-Fan Huang, bis auf die weißen Sohlen seiner Schuhe ganz in Schwarz gekleidet, erklärte, wie KI in die physische Welt der Roboter und Autos vordringt. Auch ein Mercedes stand auf der Bühne.
Für die Kuka-Verantwortlichen ist klar, „dass in der Fertigung KI‑Systeme nicht mehr nur analysieren und Vorhersagen treffen, sondern die physische Welt wahrnehmen, Entscheidungen fällen und selbstständig handeln“. Firmen-Chef Schell ist sich sicher: „Roboter und Automatisierungssysteme entwickeln sich von programmierbaren Maschinen zu intelligenten Mitwirkenden, die lernen, sich anzupassen und sicher an der Seite von Menschen zu arbeiten.“ Dazu hat Kuka die Software-Plattform AMP aus der Taufe gehoben. Das System wurde bei der Nvidia-Veranstaltung zum ersten Mal vorgestellt. Schell ist auf dem Weg, sich zum „Mister KI“ für Kuka zu entwickeln.
Kuka investiert so viel wie nie zuvor
Was dabei auffällt: Der Roboter- und Anlagenbauer investierte im Jahr 2025 die hohe Summe von 213 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung – ein Rekordwert in der Historie des Automatisierungs-Spezialisten. Entsprechende Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns lassen sich aus der am Dienstag vorgelegten Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr herauslesen. Der Geschäftsbericht ist nicht mehr so detailliert wie zu Zeiten, als Kuka noch an der Börse notiert war. Doch es werden nach wie vor wichtige Kennziffern offengelegt: So entfällt der Kuka-Umsatz zu je etwa einem Drittel auf die Regionen Europa samt dem Nahen Osten und Afrika, Amerika sowie Asien-Pazifik. Die USA sind für die Kuka-Zukunft wichtig: Im Silicon Valley unterhält das Unternehmen ein Software- und KI-Center. Für dieses Team arbeitet auch Melonee Wise, eine mehrfach ausgezeichnete Robotik-Vorreiterin. Sie präsentierte die Kuka-Software-Plattform AMP auf der Nvidia-Veranstaltung.

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Kuka-Chef Christoph Schell treibt Innovationen voran.
Foto: Kuka
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Kuka-Chef Christoph Schell treibt Innovationen voran.
Foto: Kuka
Dem Vernehmen nach überlegt Kuka, in Amerika die Produktions-Kapazitäten auszubauen und so auf die Zollpolitik Trumps zu reagieren. Was auffällt: China spielt derweil für das zum chinesischen Midea-Konzern gehörende Unternehmen eine immer größere Rolle: Auf dem hart umkämpften Markt gelang es dem Konzern erstmals, die Marke von einer Milliarde Euro Umsatz zu knacken und dabei profitabel zu wachsen. China ist mit 54 Prozent aller weltweit installierten Roboter der führende Markt auf dem Gebiet. Zu den Kuka-Kunden in dem asiatischen Land gehören nach Information unserer Redaktion Autobauer wie etwa BYD, Nio, Geely und Chery. Weltweit erwirtschaftete Kuka im vergangenen Jahr Erlöse von rund 3,9 Milliarden Euro gegenüber 3,73 Milliarden Euro im Jahr 2024.
Kuka hat schon 200 Arbeitsplätze abgebaut
Der Konzern kann sich den globalen konjunkturellen Verwerfungen nicht entziehen: Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) ging nochmals auf 58,7 Millionen Euro zurück, während das Unternehmen hier für 2023 noch einen Wert von 158,2 und für 2024 von 76,5 Millionen Euro verbuchen konnte. Am Ende blieb für das vergangene Jahr nur noch eine Umsatzrendite von 1,5 Prozent übrig, was auch den Umbau-Maßnahmen im Konzern geschuldet ist.
Wie berichtet, streicht Kuka in Augsburg 560 Stellen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen in der Stadt noch rund 3000 Frauen und Männer. Ein Unternehmenssprecher bestätigte auf Nachfrage, dass rund 200 Arbeitsplätze plangemäß im vergangenen Jahr sozialverträglich abgebaut wurden und die restlichen 360 Stellen 2026 wegfallen sollen. Demnach kommt es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen, die ohnehin nach der Vereinbarung mit Arbeitnehmer-Vertreten bis Ende Juli 2029 ausgeschlossen sind.
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Stefan Stahl
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