Die Lage für den durch die Ostsee irrenden
Buckelwal bleibt kritisch. Der Wal lag weiterhin vor
der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern, wie ein Sprecher des
Landesumweltministeriums in Schwerin sagte. „Er atmet und hat Bewegungen
gemacht, aber sich nicht von der Stelle bewegt.“

Ein Sprecher der Wasserschutzpolizei sagte, zwei Polizisten seien am
Morgen zum Wal gefahren, um zu
überprüfen, wie es ihm gehe. Das Tier liege derzeit in der Kirchsee,
einem Teil der Wismarbucht. In der Nacht war der Wal laut dem Sprecher „sehr aktiv“. Einzelheiten konnte er dazu nicht nennen.

Zudem wollen Helfer der Umweltorganisation Greenpeace das Tier erneut von einem Boot aus in Augenschein
nehmen. Anschließend werde die Lage erneut sondiert, sagte der
Ministeriumssprecher. Der Wal solle zunächst nicht animiert werden, in tieferes Wasser zu schwimmen.

„Gesamtprognose für das Tier ist nicht gut“

Nachdem sich das zuletzt tagelang in der
Wismarer Bucht festsitzende Tier zunächst freigeschwommen
hatte, setzte es dort nach Angaben von Behörden und Experten erneut in flacherem Wasser auf. Behörden und Experten
wollten dem geschwächten Wal daraufhin zunächst wieder Ruhe gönnen.

Die Gesamtprognose für das Tier ist nicht
gut
„, teilten das Schweriner Umweltministerium und Umweltschützer mit. Die Lage bleibe kritisch. „Dennoch geben wir
die Hoffnung nicht auf, dass der Wal sich aus eigenem Antrieb wieder in Bewegung setzt.“

Mehrfach gestrandet

Der etwa zwölf bis 15 Meter lange Buckelwal
irrt nach Behördenangaben seit rund vier Wochen durch die Ostsee. Am
Montag vergangener Woche strandete das Tier zunächst vor der
schleswig-holsteinischen Küste auf einer Sandbank. Nachdem er dort mit
Baggern befreit worden war, setzte er am Samstag vor Mecklenburg-Vorpommern in
der Wismarer Bucht erneut auf
.

© Lea Dohle

Newsletter
Nur eine Frage

Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Prüfen Sie Ihr Postfach und bestätigen Sie das Newsletter-Abonnement.

Am Montagabend löste sich das Tier erneut aus
eigener Kraft, nachdem sich Experten genähert und es durch akustische
Reize zum Losschwimmen motiviert hatten. Am Dienstag war der Wal einige Stunden verschwunden, bevor er erneut in der Wismarer Bucht auftauchte.

Größere Wale
sind in der Ostsee nicht heimisch, da die Bedingungen dort für sie ungeeignet sind
. Der Buckelwal leidet
Fachleuten zufolge unter anderem unter starken Hautproblemen infolge
des niedrigen Salzgehalts der Ostsee. Zudem hat er Netzreste im Maul,
die bisher nur teilweise entfernt werden konnten.

Mehr zum Thema

Wal

Z+ (abopflichtiger Inhalt);

Wal in der Ostsee:
Warum uns das Schicksal eines Buckelwals so berührt

Z+ (abopflichtiger Inhalt);

Buckelwal in der Ostsee:
„Es wäre legitim zu sagen: Lasst den Wal sterben – vor aller Augen“

Z+ (abopflichtiger Inhalt);

Buckelwal in der Ostsee:
Sind wir nicht alle gestrandet?