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Am Freitagabend hat der Anwalt von Christian Ulmen eine Stellungnahme veröffentlicht. Collien Fernandes war am Sonntag in der Talkshow „Caren Miosga“ zu Gast.

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Update vom 30. März, 8:30 Uhr: Die Moderatorin Collien Fernandes drängt auf mehr Sensibilität bei Behörden im Umgang mit Betroffenen sexualisierter Gewalt. Es brauche „Schulungen für die Menschen, die die Anzeige entgegennehmen“, sagte sie in der ARD-Talksendung „Caren Miosga“. Fernandes machte sich auch für bewusstseinsbildende Maßnahmen in Schulen stark. 

Fernandes sieht zudem weiteren Nachschärfungsbedarf bei derzeit diskutierten Gesetzesplänen. Geahndet werden solle die Verbreitung heimlich gemachter intimer Aufnahmen und die Verbreitung von Deepfakes, also mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellter intimer Aufnahmen, sagte sie. Nicht erfasst seien reale Aufnahmen zum Beispiel einer Pornodarstellerin, die auf einem Social-Media-Profil einer Person verbreitet werden und so den Eindruck erweckten, es handele sich um die Inhaberin des Profils. 

Collien Fernandes war bei „Caren Miosga“ im Ersten zu Gast.Collien Fernandes war bei „Caren Miosga“ im Ersten zu Gast. © Claudius Pflug/dpaAuch Bundesjustizministerin in Talkrunde am Sonntag

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD), die in der Sendung nach Fernandes als Teil einer Talkrunde auftrat, betonte, sie wolle sich zu den Vorwürfen von Fernandes nicht äußern. „Ich bin Justizministerin. Wir haben eine unabhängige Justiz.“ 

Die SPD-Politikerin forderte eine stärkere gesellschaftliche Debatte zu sexualisierter Gewalt. Von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen müsse signalisiert werden, dass sie Unterstützung erhielten. Es sei wichtig zu sagen: „Nein, kein Mann hat das Recht, übergriffig zu werden und Gewalt auszuüben gegenüber einer Frau. Und es ist nicht die Schuld der Frau, und sie muss sich auch nicht dafür schämen. Ich finde, das müssen wir in der Gesellschaft wirklich noch mal viel deutlicher auch leben und darüber diskutieren.“

Eine Klarnamenpflicht im Internet lehnte Hubig erneut ab und begründete das mit Verweis auf Selbsthilfegruppen oder auch Oppositionelle aus anderen Ländern, die die Anonymität im Netz bräuchten. Die Ministerin ist für mehrere Gesetzesvorhaben zuständig, die für einen besseren Schutz von Frauen sorgen sollen.

Update vom 29. März, 14:22 Uhr: Collien Fernandes ist am Abend bei Caren Miosga geladen. Auch Justizministerin Hubig ist im ARD-Talk um 21.45 Uhr zu Gast.

Update vom 27. März, 21:29 Uhr: Der Anwalt von Christian Ulmen hat auf X eine „Presserechtliche Information“ veröffentlicht, in der er für seinen Mandanten einige Vorwürfe zurückweist. Diese lesen Sie hier in voller Länge:

Collien Fernandes reagierte darauf ihrerseits am Abend auf Instagram.

Update vom 27. März, 17:06 Uhr: Infolge der Berichterstattung im Spiegel hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe ein Ermittlungsverfahren wegen Nachstellung wieder aufgenommen, das im Juni 2025 eingestellt worden war. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, sehe sie einen Anfangsverdacht gegen Ulmen – gleichzeitig wurde jedoch betont, dass die Unschuldsvermutung weiterhin gilt.

Update vom 27. März, 11:19 Uhr: Collien Fernandes ist am Donnerstagabend (26. März) überraschend doch auf der Hamburger Kundgebung gegen Gewalt an Frauen erschienen – obwohl sie ihren Auftritt zuvor aus Sicherheitsgründen abgesagt hatte. Auf dem Rathausmarkt trat sie unter massiven Sicherheitsvorkehrungen ans Mikrofon: mit schusssicherer Weste, Polizeischutz und eigenem Sicherheitspersonal.

„Ich stehe jetzt hier mit einer schusssicheren Weste, mit Polizeischutz und mit Security, weil ich Morddrohungen bekomme“, sagte Fernandes, deren Stimme während der rund dreieinhalb Minuten langen Rede mehrfach brach. Sie verwies auf die strukturellen Hürden, die Betroffene davon abhalten, Übergriffe zu melden: „Da muss man sich nicht mehr wundern, dass so viele Frauen einfach auch den Mut nicht haben, rauszugehen und zu sagen, dieses und jenes wurde mir angetan.“ Immer wieder unterbrach lauter Jubel ihre Rede.

Die Kundgebung unter dem Titel „Es reicht“ wurde von einem Bündnis aus Initiativen gegen Gewalt an Frauen organisiert. Neben Fernandes sprachen auch Klimaaktivistin Luisa Neubauer und Kolumnistin Alexandra Zykunov. Zudem traten Musikerinnen auf. Hamburgs Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) war ebenfalls unter den Teilnehmenden. „Es braucht jetzt ganz viele starke Stimmen, nicht nur heute, sondern auch in den nächsten Wochen und Monaten, um dieses Thema richtig nachhaltig großzumachen – nicht nur in den Gesetzen, sondern vor allen Dingen auch in vielen, vielen Köpfen“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa.

Nach Angaben der Veranstalter kamen 22.000 Menschen zum Hamburger Rathausmarkt, die Polizei zählte rund 17.000 – und damit deutlich mehr als bei der Großdemonstration in Berlin am vergangenen Sonntag.

Collien Fernandes meldet sich auf Instagram zu Wort

Update vom 25. März, 18:25 Uhr: Collien Fernandes hat sich in einer öffentlichen Stellungnahme auf Instagram gegen den Vorwurf gewehrt, im Zusammenhang mit einer Strafanzeige untätig geblieben zu sein. Sie betonte, am 21. November 2024 Anzeige gegen Unbekannt bei der Berliner Polizei erstattet und den ermittelnden Beamten aktiv Dokumente sowie Ermittlungsansätze per E-Mail weitergeleitet zu haben. Dass die Anzeige nach Itzehoe übertragen und dort eingestellt wurde, habe sie nicht durch offizielle Stellen erfahren – sondern erst durch eine Recherche des Spiegel.

Zudem berichtet sie von Morddrohungen gegen sich: Eine für Mittwoch in Hamburg geplante Rede auf einer Demo am Rathausmarkt kann Fernandes aus Sicherheitsgründen offenbar nicht wahrnehmen. In ihrem Statement rief sie dennoch zur Teilnahme an der Demonstration auf und verwies auf das strukturelle Problem der Untererfassung von Gewalt,

Update vom 25. März, 16:09 Uhr: Neues zu den Ermittlungen im Fall Collien Fernandes. Wie nun bekannt wurde, ist bei der Staatsanwaltschaft Berlin bereits im November 2024 eine Anzeige gegen Unbekannt eingegangen. Eine unbekannte Person soll nach damaligem Kenntnisstand ein Fake-Profil von Fernandes in den sozialen Medien erstellt haben. Bei der Polizei seien auch entsprechende Unterlagen vorgelegt worden, bestätigt Peter Müller-Rakow, Oberstaatsanwalt in Itzehoe, der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media – ohne jedoch Namen zu nennen.

Collien FernandesCollien Fernandes erhebt Vorwürfe. (Archivbild) © Daniel Bockwoldt/dpa

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe habe dann im Februar 2025 das Verfahren wegen des Verdachts des „Ausspähens von Daten“ (§202a StGB) übernommen. Der Grund: Die Anzeigende habe die Vorgänge innerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis genommen. Laut Bild hat Collien Fernandes einen Wohnsitz in der Region.

Verwirrung um Anzeige: Collien Fernandes widerspricht Staatsanwaltschaft

Infolge der Ermittlungen seien weitere Unterlagen nötig gewesen. Laut Müller-Rakow habe sich die Polizei deshalb schriftlich an die mutmaßliche Geschädigte gewendet und weitere Unterlagen gefordert. Darauf sei allerdings nicht reagiert worden. Da „ausreichende Ermittlungsansätze“ fehlten, wurde das Verfahren im Juni 2025 eingestellt. Der Oberstaatsanwalt stellt gegenüber unserer Redaktion aber klar: „Eine Verfahrenseinstellung ist nicht in Stein gemeißelt.“ Sollte es neue Erkenntnisse geben, könnte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen jederzeit aufnehmen. Und dabei müsse es nicht nur um das „Ausspähen von Daten“ gehen. Derzeit werde eine Wiederaufnahme geprüft.

Collien Fernandes widerspricht den Darstellungen bei der Bild und im Tagesspiegel. Fernandes habe sich bei der Berliner Polizei noch „proaktiv“ nach dem Verfahren erkundigt. Dort hieß es, dass die Polizei in Schleswig-Holstein das Verfahren übernommen habe und sich gegebenenfalls jemand melden werde. „Ich ging also davon aus, dass eine Polizeibehörde aus Schleswig-Holstein sich bei mir melden würde. Das ist jedoch nicht geschehen“, sagt Fernandes. Erst durch die Spiegel-Recherche habe sie erfahren, dass ein Ermittlungsverfahren in Itzehoe geführt und später eingestellt worden sei.

Gruber sorgt mit Posting für Empörung

Update vom 24. März, 15:20 Uhr: Der Fall Collien Fernandes hat in den vergangenen Tagen für eine große Welle der Solidarität gesorgt. Neben einer Demo in Berlin mit tausenden Teilnehmenden, solidarisierten sich auch viele Prominente mit der Schauspielerin und Moderatorin. Kabarettistin Monika Gruber sorgte allerdings nun mit einem Posting für einen Sturm der Entrüstung.

Monika Gruber Kabarett Collien Fernandes Vorwürfe Die umstrittene Kabarettistin Monika Gruber löst mit einem Beitrag, der auf die aktuellen Vorwürfe von Collien Fernandes anspielt, eine Welle der Entrüstung aus. (Collage) © Matthias Balk/dpa/Eventflash/Imago

„Achtung: Diese beiden Profile sind FAKE!!! Ich fühle mich virtuell vergewaltigt!“, schrieb die bayerische Kabarettistin auf der Plattform X und postete zwei Screenshots von angeblichen Fake-Profilen ihrer Person auf Facebook. Die Zeilen sind eine deutliche Anspielung auf die Vorwürfe, die Collien Fernandes vor Kurzem öffentlich machte.

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten, mehr als 400 Kommentare sammelten sich unter dem Beitrag. Viele Nutzerinnen und Nutzer auf X zeigten sich empört. „Gruber, Ihr Tweet ist weder lustig noch originell, sondern einfach nur gewohnt widerwärtig!“, schreibt ein User. Ein weiterer Kommentator meint: „Jetzt hast du tatsächlich die allerunterste Schublade erreicht.“ Auf den Punkt bringt es auch ein anderer Nutzer: „Früher hat Satire mal nach oben getreten. Aber kann natürlich auch einfach Opfer in den Dreck ziehen.“

Die Kabarettistin erntete in den vergangenen Jahren immer wieder Kritik für ihre Äußerungen beispielsweise zur Umwelt- oder Corona-Politik oder auch für ihren umstrittenen Auftritt bei einer Demo in Erding 2023 gegen die Energiepolitik der damaligen Bundesregierung.

Update vom 23. März, 5:42 Uhr: Auf Instagram hat Collien Fernandes am Montagabend einen neuen Beitrag veröffentlicht. Neben Bildern von den Protesten am Sonntag in Berlin drückt die Schauspielerin ihre Dankbarkeit für die öffentliche Unterstützung aus. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen, beziehungsweise schreien soll, so überwältigt bin ich“, so die 44-Jährige. „Seit Jahren kämpfe ich für einen besseren Schutz vor digitaler Gewalt.“

Im vergangenen Jahr habe sie Phasen erlebt, in denen ihr die Kraft ausging. „Doch nun steht ihr an meiner Seite und kämpft mit und ich fühle mich nicht mehr alleine auf diesem harten und steinigen Weg.“ Fernandes richtete sich an jeden Einzelnen und jede Einzelne, die am Sonntag vor dem Brandenburger Tor demonstriert hatten, und sagt: „Danke, danke, danke für eure Anteilnahme!“ Die Polizei zählte 6.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Kundgebung.

Über 250 prominente Frauen unterschreiben 10-Punkte-Plan

Update vom 23. März, 12:56 Uhr: Mehr als 250 prominente Frauen unterstützen einen 10-Punkte-Plan zum „Schutz vor männlicher Gewalt“. Dieser liegt dem Spiegel vor. Das Papier richtet sich an die Bundesregierung. Gefordert wird unter anderem, das Erstellen von Deepfakes unter Strafe zu stellen und Femizide als eigenen Straftatbestand im Strafgesetzbuch einzuführen. Initiiert wurde der 10-Punkte-Plan von der Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal, der Grünenpolitikerin Ricarda Lang und der Autorin Kristina Lunz. Neben Franziska Brantner, Parteivorsitzende der Grünen, hat auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) die Forderungen unterzeichnet. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte bereits angekündigt, noch im Frühjahr einen Entwurf für ein digitales Gewaltschutzgesetz vorzulegen. Demnach sollen auch IP-Adressen für drei Monate gespeichert werden dürfen.

Ulmen-Wegbegleiter Fahri Yardim meldet sich zu Wort

Update vom 23. März, 9:43 Uhr: Am Sonntagabend meldete sich Fahri Yardim zu Wort. Der Schauspieler stand über viele Jahre gemeinsam mit Christian Ulmen vor der Kamera, etwa in der Serie „Jerks“. In seinem Post auf Instagram erklärt Yardim, warum er zögerte, sich zu äußern. „Ich brauchte Zeit. Aus der besonderen Situation heraus, auf zwei Ebenen berührt zu sein“, schreibt Yardim. Er spricht von einem Schock, besonders, weil sich alles in seinem Freundeskreis abspielt.

Auf die von Collien Fernandes erhobenen Vorwürfe gegen Christian Ulmen geht Yardim nicht konkret ein, drückt aber seine Solidarität mit der Schauspielerin aus. Vieles scheint unklar, auch für Ulmen-Wegbegleiter Yardim.

Der Spiegel berichtet nun auch über ein Statement von Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre. Darin distanzierte er sich von Christian Ulmen, nach jahrzehntelanger „enger Freundschaft“.

Nach Vowürfen von Collien Fernandes: Tausende bei Demo in Berlin

Update vom 22. März, 17:45 Uhr: Mehrere Tausend Menschen versammelten sich am Nachmittag am Brandenburger Tor in Berlin. Die Polizei zählte 6.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Veranstalter sprachen von 13.000 Menschen – deutlich mehr als die ursprünglich angemeldeten 500. Auf Plakaten war zu lesen: „Menschenrechte auch im Internet“ und „Die Scham muss die Seite wechseln“. Unter den überwiegend jungen Demonstrierenden befanden sich auch Politikerinnen wie Saskia Esken (SPD) sowie die Grünen-Politikerinnen Ricarda Lang, Lisa Paus und Katrin Göring-Eckardt.

Klimaaktivistin Luisa Neubauer berichtete in ihrer Rede, dass sie seit fünf Jahren Personenschutz benötige, wenn sie zu Demonstrationen gehe – wegen Bedrohungen durch Männer. Immer wieder melde sich das LKA bei ihr wegen Stalkern. Eine Hilfsorganisation habe ihr mitgeteilt, das Netz sei voll mit sexualisierten Fake-Bildern von ihr. „Solange diese Gewalt herrscht, kämpfen wir für Gesetze, die die Täter nicht länger schützen, sondern die Opfer“, rief Neubauer den Tausenden zu.

Auch Klimaaktivistin Theresia Crone schilderte eigene Erfahrungen: Ein Fake-Profil mit ihrem Namen und Gesicht habe Fotos aus sexuellen Situationen und Gewaltdarstellungen gezeigt. Bis ein Täter bestraft worden sei, habe es sehr lange gedauert.

Update vom 22. März, 15:41 Uhr: Bei der Demo gegen sexualisierte digitale Gewalt in Berlin werden auch prominente Frauen sprechen. Angekündigt wurden – als „Betroffene“ – die Klimaschutzaktivistinnen Luisa Neubauer und Theresia Crone. Auftreten sollen am Nachmittag am Brandenburger Tor auch mehrere Musikerinnen, wie die Initiative „Nur Ja heißt Ja“ und ein nach eigenen Angaben neu gegründetes Bündnis „Feminist Fight Club“ mitteilten.

Doch nicht nur in der Hauptstadt wird demonstriert: Am Donnerstag (26. März) ist auch eine Veranstaltung in Hamburg geplant. Dort wollen die Demonstrierenden am Rathausmarkt für die Opfer sexualisierter Gewalt ein Zeichen setzen. Am heutigen Sonntag findet auch in Münster von 16 bis 17 Uhr eine Demo statt, wie „Nur Ja heißt Ja“ auf Instagram informiert.

Solidarität mit Opfern sexualisierter Gewalt

Update vom 21. März, 15:22 Uhr: Collien Fernandes hatte bereits in einem Instagram-Beitrag dazu aufgerufen, ein neu gegründetes Bündnis namens „Feminist Fight Club!“ kündigte nun für Sonntag (22. März) um 16 Uhr eine Demonstration gegen digitalisierte Gewalt am Brandenburger Tor in Berlin an. Es gehe um Solidarität mit allen Betroffenen, „um auf strukturelle Missstände und Gesetzeslücken im Kontext von digitaler und analoger sexualisierter Gewalt in Deutschland aufmerksam zu machen“, heißt es seitens der Initiatoren. 

Update vom 21. März 2026, 11:15 Uhr: Erneut hat sich die Schauspielerin Collien Fernandes zu Wort gemeldet. Über ihren offiziellen Instagram-Account bedankt sich Fernandes für den „überwältigenden Support, der mir wirklich geholfen hat, aus einem ganz tiefen Tal zu kommen“. Und Fernandes ruft gleichzeitig dazu auf: „Lasst uns laut sein und laut bleiben! Lasst uns Licht in das Dunkelfeld bringen!“

Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt seien weiter verbreitet, als man ahnen mag und die Schauspielerin weist daraufhin, dass die meisten Täter davonkommen würden. „Lasst uns daher auf die Straßen gehen und lautstark diese Mauern einreißen!“, so Fernandes weiter. Die Schauspielerin ruft zu einer Demo am Brandenburger Tor am Sonntag, 22. März auf. „Für Solidarität, Gerechtigkeit und eine echte Veränderung in Form von klaren Gesetzen und echten Konsequenzen! Und gegen sexualisierte Gewalt!“

Collien Fernandes spricht in der Tagesschau

Update vom 20. März, 21:15 Uhr: Collien Fernandes hat am Freitagabend den Tagesthemen ein Interview gegeben. Ausschnitte davon wurden schon zuvor in der Tagesschau ausgestrahlt. Darin forderte die Schauspielerin mehr gesellschaftliches Bewusstsein für das Thema digitale Gewalt. „Ich habe das Gefühl, dass es jahrelang nicht ernst genommen wurde. Ich finde es wichtig, aufzuzeigen, dass digitale Gewalt reale Gewalt ist. Ich war lange in psychotherapeutischer Behandlung. Ich musste das extrem aufarbeiten.“

Tagesthemen Interview mit Collien FernandesCollien Fernandes sprach am Freitagabend in den Tagesthemen über die Vorwürfe wegen Online-Missbrauchs. © ARD/Screenshot

Sie äußere sich nicht erst jetzt zu dem Sachverhalt, „sondern bereits seit Jahren“, unabhängig davon, ob sie den mutmaßlichen Täter kenne oder nicht. Sie erhob schwere Kritik am deutschen Rechtssystem und verwies auf eine aktuelle Dunkelfeldstudie, die zeige, dass nur etwa fünf Prozent der Fälle häuslicher Gewalt zur Anzeige gebracht werden – bei digitaler Gewalt seien es lediglich 2,4 Prozent. „Wir haben uns sehr bewusst dafür entschieden, in Spanien zu klagen, weil in Spanien die Rechte von Frauen deutlich besser sind als in Deutschland“, sagt Fernandes weiter.

Update vom 20. März, 16.30 Uhr: In der SWR-Sendung „Kölner Treff“ schilderte Collien Fernandes erschütternde Details über gefälschte Profile von ihr im Netz. Bekannte dachten, Bilder und Videos von ihr erhalten zu haben.

Update vom 20. März, 11:45 Uhr: Die Versandapotheke „Shop Apotheke“ hat die gemeinsamen Werbemittel mit dem früheren Ehepaar Christian Ulmen und Collien Fernandes vorerst gestoppt. Noch am Donnerstagabend teilte das Unternehmen dem Sender RTL mit: „Aus gegebenem Anlass werden wir die Werbung mit den betroffenen Personen vorerst aussetzen.“

Fernandes hatte zuvor in einem Spiegel-Bericht und Instagram-Posting schwere Vorwürfe gegen ihren Mann erhoben (s. u.). Dabei brach Collien Fernandes bereits vor einer Woche im „Kölner Treff“ ihr Schweigen und schilderte erschütternde Details – ohne einen Namen zu nennen.

Auch die Erfolgsserie „Jerks“ wurde aus der Joyn-Mediathek entfernt. Dabei spielen sowohl Fernandes als auch Ulmen mit. Gesicht der Serie waren aber Ulmen und Schauspielkollege Fahri Yardım. Das hat ProSieben-Sprecher Christoph Körfer gegenüber Focus.de bestätigt.

Ulmen-Anwalt reagiert auf Anschuldigungen von Collin Fernandes

Update vom 19. März, 21:00 Uhr: Nach der Veröffentlichung des Spiegel-Berichts, in dem Collien Fernandes schwere Anschuldigungen gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen erhebt, hat sein Anwalt Christian Schertz ein Informationsschreiben verschickt. In diesem heißt es: „Die Berichterstattung ist nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig. Wir sind daher auch beauftragt, gegen den Spiegel rechtliche Schritte einzuleiten.“ Es würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung“ verbreitet.

Update vom 19. März, 16:28 Uhr: Kurz nach Veröffentlichung des Spiegel-Berichts legt Collien Fernandes in einem mehrteiligen Instagram-Post nach. Sie erhebt weitere Vorwürfe und erhält viel Zuspruch. Innerhalb von 30 Minuten gingen mehr als 400 Kommentare ein, darunter auch Wortmeldungen zahlreicher Prominenter wie Model Stefanie Giesinger, Podcasterin Leila Lowfire, Komikerin Ines Anioli und Grünen-Politikerin Ricarda Lang.

Collien FernandesIm September 2025 hatten Fernandes und Schauspieler Christian Ulmen, bekannt gegeben, nach 14 Ehejahren getrennt zu sein. (Archivfoto) © Thomas Banneyer/dpaCollien Fernandes erhebt schwere Anschuldigungen gegen Ex-Partner Christian Ulmen

Erstmeldung vom 19. März, 14:11 Uhr: Collien Fernandes erhebt schwere Anschuldigungen gegen Ex-Partner Christian Ulmen. Gegenüber dem Spiegel berichtet sie von psychischer und emotionaler Gewalt. Der Vorwurf: „Virtuelle Vergewaltigung.“ Ulmen möchte sich laut Bericht nicht äußern, es gilt die Unschuldsvermutung.

Jahrelang fand Collien Fernandes pornografische Fake-Videos von sich selbst im Internet – Videos, die sie nie gedreht hat und die dennoch täuschend echt wirken. Jemand soll über Jahre hinweg Fakeprofile unter ihrem Namen betrieben, mit Männern sexualisierte Nachrichten ausgetauscht und sogar Telefonsex als vermeintliche Collien Fernandes gehabt haben. Zusätzlich sollen pornografische Fotos und Videos verschickt worden sein, auf denen Frauen zu sehen waren, die der Schauspielerin „zum Verwechseln ähnlich“ sahen.

Collien Fernandes erstattete Anzeige bereits vor Jahren – ihr Verdacht fällt nun auf Ex-Mann Ulmen

Fernandes vermutete hinter den Internetaktivitäten zunächst Unbekannte und erstattete im November 2024 Anzeige in Berlin, wie der Spiegel weiter berichtet. Später habe sie den Verdacht entwickelt, der oder die mutmaßlichen Täter könnten in ihrem persönlichen Umfeld liegen. Dieser Verdacht fiel dann auf Ulmen. Fernandes berichtet sogar, der Schauspieler habe ihr gegenüber gestanden. Im September 2025 gaben Fernandes und Ulmen ihre Trennung öffentlich bekannt.

Der Spiegel gibt an, für seine Recherche mehrere Personen aus dem Umfeld befragt zu haben – in Hamburg, Berlin und auf Mallorca. Einige davon hätten ihre Aussagen an Eides statt versichert, ebenso wie Fernandes selbst. „Mir wurde über Jahre mein Körper geklaut“, sagt die Schauspielerin dem Spiegel und zeigt eine Handynachricht, in der sie Ulmen schrieb: „Du tust so, als sei das hier eine ganz normale Trennung unter zwei Eheleuten. Das ist sie nicht, du hast mich virtuell vergewaltigt.“

Schauspielerin Collien Fernandes engagiert sich seit langem gegen Deepfakes

Collien Fernandes kämpft schon länger öffentlich gegen digitale Gewalt an Frauen. Für das ZDF-Doku-Format Die Spur recherchierte sie das Thema und sprach dabei offen über ihre eigenen Erfahrungen. „Nach meiner Recherche werden die Gesetze nicht angewendet, in Deutschland wurde bisher kein Fall geahndet“, sagte sie 2025 dem WR-Magazin. Besonders betroffen mache sie das Schicksal anderer Frauen: „Ich habe eine Frau interviewt, die bereits zum fünften Mal umziehen musste, weil im Internet, neben Deepfake-Pornografie von ihr, mehrfach ihre Adresse veröffentlicht wurde.“ Was sich bezüglich der Vorwürfe gegen Ex-Mann Christian Ulmen nun bewahrheitet, ist offen. Laut Bericht hat das Bezirksgericht in Palma de Mallorca Vorermittlungen eingeleitet, Anklage wurde nicht erhoben. Es gilt die Unschuldsvermutung. (Verwendete Quellen: Spiegel, WR-Magazin, ZDF) (moe)