Mindestens 14 wohnungslose Menschen sind nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe im Zeitraum von Oktober 2025 bis März 2026 in Deutschland erfroren. Für sechs weitere Fälle bestehe ein entsprechender Verdacht, wie die Arbeitsgemeinschaft am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die Zahlen basierten auf einer systematischen Pressedokumentation und sollen eine Mindestzahl darstellen. Die „Pressedokumentation zeigt nur die Spitze des Eisbergs“.
„Viele Todesfälle werden nicht öffentlich bekannt. In den Verdachtsfällen ist die Todesursache unklar, etwa weil keine Obduktion erfolgt oder Faktoren wie Vorerkrankungen und Suchterkrankungen zusammenwirken“, teilte die Arbeitsgemeinschaft mit.
Durchnässte Kleidung lässt den Körper schnell auskühlen
Die saisonale Kältehilfe sei eine überlebenswichtige Notlösung, könne jedoch die strukturellen Ursachen von Wohnungslosigkeit nicht beheben: „Um Kältetote zu verhindern, braucht es vor allem bezahlbaren Wohnraum, wirksamen Schutz vor Wohnungsverlust, verlässliche soziale Absicherung sowie die konsequente Bekämpfung von Armut.“
Auch ohne extremen Frost könne es für Obdachlose beim Übernachten im Freien lebensgefährlich werden, so die Wohnungslosenhilfe. Durchnässte Kleidung etwa lasse den Körper schnell auskühlen. Unterkühlung drohe dann bereits bei 5 bis 10 Grad, besonders bei gesundheitlich vorbelasteten Personen.
Hitzewellen seien für obdachlose Menschen eine ebenso ernsthafte Bedrohung
Die Wohnungslosenhilfe fordert eine ganzjährige Öffnung von Notunterkünften und anderen Hilfsangeboten. Sie sollen sowohl kälte- als auch hitzegerecht ausgestattet sein. Hitzewellen seien für obdachlose Menschen eine ebenso ernsthafte Bedrohung, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft mit.
Die Versorgung müsse menschenwürdig, niedrigschwellig und darauf ausgerichtet sein, Menschen schnell in eigenen Wohnraum zu vermitteln. Die eigene Wohnung sei der wirksamste Schutz vor Kälte, Hitze und allen anderen Widrigkeiten des Lebens, sagte Geschäftsführerin Sabine Bösing.