Eine Ratte im Emscherpark 2024.


Eine Ratte im Emscherpark (2024): Sichtungen beschäftigen Anwohner immer wieder. (Archiv) © Christian Greis

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Viele kleine Hinweise ergeben oft ein größeres Bild: In Holzwickede haben sich in den vergangenen zwei Wochen Hinweise auf Ratten gehäuft. Seit dem 12. März sind im Mängelmelder der Gemeinde insgesamt sechs entsprechende Einträge eingegangen – alle aus dem Bereich Holzwickede-Mitte. Für Anwohner, die die Tiere teils direkt vor der eigenen Haustür beobachten, wirft das Fragen auf: Nimmt die Zahl der Ratten im Ort wieder zu?

Das berichten Anwohner

Da scheinen sich einige Anwohner sehr sicher zu sein. An der Hauptstraße berichtet ein Anwohner, sie könnten die Tiere „fast täglich“ vom Schlafzimmerfenster aus sehen. Am Frankfurter Weg wurden Ratten mehrfach auch tagsüber beobachtet, ohne Scheu vor Menschen, wie es in der Beschreibung heißt.

Ähnliche Beobachtungen gibt es an der Jahnstraße, wo die Tiere sowohl abends als auch am Tag gesichtet wurden. In anderen Fällen handelt es sich um einzelne Auffälligkeiten, etwa eine ungewöhnlich träge Ratte an der Parkstraße.

Besonders aufmerksam macht eine Meldung vom Hagener Weg: Dort schildert ein Anwohner, dass die Zahl der Tiere in seinem Garten in kurzer Zeit zugenommen habe. Inzwischen seien auch Jungtiere zu sehen. Als möglicher Rückzugsort wird eine angrenzende Grünfläche genannt. Auch an der Opherdicker Straße wurde eine wenig scheue Ratte im Umfeld von Müll beobachtet – ein Faktor, der Ratten anziehen kann.

Gemeinde sieht keinen Anstieg

Ordnungsamtsleiterin Stefanie Heinrich sieht nach aktuellem Stand keinen klar belegbaren Anstieg. Aus ihrer Sicht spielt auch die Wahrnehmung eine Rolle: Wenn eine Ratte gesehen werde, seien Bürger oft besonders sensibilisiert – und meldeten Beobachtungen entsprechend häufiger. Intern sei bislang nur eine konkrete Feststellung bekannt geworden.

Gleichzeitig betont Heinrich, dass die Gemeinde jedem Hinweis nachgeht. Wird eine Ratte im öffentlichen Raum gemeldet, werden Köder in der Kanalisation ausgelegt, in der Regel durch das Tiefbauamt. Befinden sich die Tiere auf Privatgrundstücken, nimmt das Ordnungsamt Kontakt zu den Eigentümern auf und kann Maßnahmen anordnen.

Ein Verbotsschild steht am Ufer eines Teichs im Emscherpark.Im Emscherpark informieren Schilder darüber, dass Enten nicht gefüttert werden dürfen. Das hat auch mit den Ratten zu tun, die durch herumliegendes Brot an die Gewässer gelockt werden könnten.© Christian Greis

Warum Ratten ein Thema sind

Warum das Thema viele Anwohner beschäftigt, liegt auf der Hand: Ratten gelten für die Gemeinde als Ungeziefer und können Krankheiten übertragen. Entsprechend sensibel reagieren viele Menschen auf Sichtungen – insbesondere, wenn diese gehäuft auftreten oder sich die Tiere ungewöhnlich zutraulich zeigen.

Ob die aktuellen Meldungen tatsächlich auf eine wachsende Population hindeuten oder vor allem Ausdruck einer erhöhten Aufmerksamkeit sind, lässt sich derzeit nicht abschließend sagen. Klar ist jedoch: Die Hinweise aus dem Mängelmelder werden ernst genommen, und die Gemeinde beobachtet die Entwicklung weiter.