Superlative gab es schon viele in der Karriere von Céline Dion, aber kaum ein Auftritt war so spektakulär wie der am 26. Juli 2024 auf der ersten Etage des Pariser Eiffelturms: Die Frankokanadierin sang als Höhepunkt der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele Édith Piafs „Hymne à l’amour“, und das in einem von Maria Grazia Chiuri für Dior eigens entworfenen weißen Seiden-Georgette-Kleid, das mit Fransen besetzt und Tausenden von Silberperlen bedeckt war. Angeblich zwei Milliarden Menschen verfolgten den Auftritt Dions, die schon einmal, 1996, in Atlanta bei den Olympischen Spielen gesungen hatte, damals das Lied „The Power of the Dream“.
Besonders war der Auftritt vor knapp zwei Jahren aber auch, weil es der erste nach langer schwerer Krankheit war. Lange sah es sogar so aus, als könne Dion überhaupt nicht mehr in die Öffentlichkeit zurückkehren. Sie leidet am Stiff-Person-Syndrom, einer seltenen neurologischen Autoimmunkrankheit. 2022 hatte sie deswegen mehrere große Tourneen abgesagt, sie könne weder singen noch laufen, hieß es. Und auch, dass ihr keine Medikamente und keine Therapien geholfen hätten.
Mit einer Videobotschaft meldet sich Céline Dion zurück
Es war ein triumphales Comeback der Ausnahmekünstlerin, auf das danach aber lange kein weiterer Auftritt folgte. Nun allerdings, an ihrem 58. Geburtstag am Montag, kündigte sie gleich zehn große Konzerte an. In Paris und mit einer Videobotschaft, die unter dem dazu funkelnden Eiffelturm ausgestrahlt wurde: „Dieses Jahr bekomme ich das beste Geburtstagsgeschenk meines Lebens“, sagte Dion. „Ich bekomme die Chance, euch zu sehen und von September an wieder für euch in Paris aufzutreten.“
Es gehe ihr gut. „Ich bin stark, ich bin aufgeregt, natürlich auch ein bisschen nervös, aber vor allem bin ich euch allen dankbar! Ich liebe euch alle und wir sehen uns bald!“ Die Konzertreihe „CÉLINE DION PARIS 2026“ der im kanadischen Québec geborenen Künstlerin ist auf fünf Wochen begrenzt. Ihre Gastspiele gibt sie allesamt in der La Défense Arena, Europas größter Indoor-Arena, die bis zu 40.000 Zuschauer fasst. Das erste Konzert findet am 12. September statt, das letzte am 14. Oktober.
Wieder am Eiffelturm: Céline Dion kündigt am Montag mit einer Videobotschaft am Pariser Wahrzeichen ihre Konzertreihe für den Herbst an.dpaCéline Dion hat in den vergangenen 40 Jahren rund 260 Millionen Alben verkauft und wurde unter anderem mit fünf Grammys und zwei Oscars ausgezeichnet. International bekannt wurde sie 1988, als sie den Eurovision Song Contest in Dublin für die Schweiz mit dem französischen Lied „Ne partez pas sans moi“ gewann. Schon 2004 wurde ihr bei den World Music Awards der Diamond Award als Anerkennung für ihren Status als meistverkaufte Künstlerin aller Zeiten zuerkannt.
Als der ESC im vergangenen Jahr wieder in der Schweiz stattfand, wurde lange spekuliert, ob Céline Dion womöglich als Ehrengast auftreten würde. Tatsächlich kam sie nach Basel, hatte dann aber einen ihrer Krankheit geschuldeten Krampfanfall. „Sie hat dann sofort die Schweiz verlassen und ist mit einem Privatjet zurück nach Las Vegas geflogen“, schrieb die französische Zeitung „Le Parisien“ vier Monate nach dem ESC im September. Demnach war geplant, dass Dion im Finale ihr ESC-Siegerlied „Ne partez pas sans moi“ singt.