Die Hochschule für Musik in Wuppertal startet mit einem Höhepunkt ins Sommersemester. Am Samstag, 18. April, ist die Talentakademie der Bergischen Musikschule mit einem abwechslungsreichen Konzert zu Gast im prächtigen Gebäude der HfMT an der Sedanstraße.
Seit 2018 fördert die Bergische Musikschule mit einem besonderen Programm außergewöhnliche musikalische Talente der Region. Die Talentakademie will mit der Sichtung und einer frühen professionellen Förderung von Spitzentalenten gezielt den begabten Nachwuchs unterstützen. „Wir kennen die Schülerinnen und Schüler, wir können sie individuell fördern und wir erarbeiten spezielle Förderkonzepte für sie“, erklärt Professor Alfred Eickholt, der im Jahr 2018 diese Akademie ins Leben rief.
Er unterrichtete 40 Jahre lang an der Musikhochschule in Wuppertal und gehörte ihrem Direktorium an. Der Professor für Gitarre und Instrumental-Didaktik unterrichtete parallel aber auch an der Bergischen Musikschule Wuppertal und leitete dort die Studienvorbereitende Ausbildung (SVA), so dass stets der Kontakt zur „musikalischen Basis“ bestand. Mit Hilfe dieser „Personalunion“ entstand eine enge Kooperation. „Durch die sehr enge Zusammenarbeit ist die Talentakademie ganz besonders aufgestellt“, sagt der emeritierte Professor, der sich immer noch voller Leidenschaft für Förderung und Begleitung junger Musiktalente engagiert. „Das ist eine wunderbare Erfahrung“, erklärt er. „Wir begleiten die jungen Menschen, damit ihre Talente und Tugenden wachsen können.“
Die Talentakademie bietet dem besonders begabten Nachwuchs ein Modulsystem mit differenzierten Angeboten. Die wöchentliche Unterrichtszeit im Hauptfach wird innerhalb der Förderstufe (FS) von 45 auf 60 Minuten erhöht, innerhalb der Studienvorbereitenden Ausbildung (SVA) auf 90 Minuten. Es gibt professionelle Coachings und Unterricht bei Professoren der HfMT sowie Möglichkeiten zum Spiel in Orchestern und Ensembles.
Diese Kooperation
ist einzigartig
Die FS kann schon im Alter von acht Jahren beginnen. Die SVA, die in den frühen 1990er Jahren vom langjährigen Leiter der Musikschule Bernd Mischke eingeführt wurde, bereitet gezielt auf Herausforderungen der unterschiedlichen Studiengänge und die Eignungsprüfungen an Hochschulen und Universitäten vor. „Das ist unbezahlbar“, sagt Eickholt. Für die Kinder und Jugendlichen ist es aber kostenlos – dafür sorgen Sponsoren und der Förderkreis der Bergischen Musikschule. Die Talentakademie bildet somit Zentrum und Basis der frühen Sichtung, Beratung und Förderung von Spitzentalenten. „Wir wollen uns um den Nachwuchs kümmern, Weichen stellen und Perspektiven aufzeigen“, betont Eickholt.
„Jedem Kind eine Chance auf Förderung zu geben, ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich freue mich total, dass ich das übernehmen konnte“, sagt Julia Berg, die seit Oktober 2025 die Bergische Musikschule leitet. Alfred Eickholt und Julia Berg freuen sich, dass Hochschule und Musikschule „so eng verbandelt“ sind. „Wir dürfen für uns in Anspruch nehmen, dass unsere Kooperation einzigartig ist“, sagt der Professor. Es gibt viele Formate zur „Unterfütterung“ der Talentakademie. Das beginnt bei den JeKits (Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen) in den Grundschulen und der SingPause. Seit 2025 gibt es Sono – ein freiwilliges Leistungsabzeichen in acht Stufen, zu dem sich jeder anmelden kann. „Im ersten Jahr hatten wir 250 Anmeldungen, jetzt sind es schon 320“, freut sich Julia Berg.
Gefördert werden dabei nicht nur Preisträger von „Jugend musiziert“, sondern auch Inklusions-Schüler. Die Talentakademie ist gut vernetzt mit dem Jugendkulturpreis der Stadt Wuppertal und dem Musiksommer der HfMT. Auch die „Musikalische Kaffeetafel“, die die Stadthalle seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule anbietet, kooperiert mit der Talentakademie.
In einem Konzert am 18. April um 17 Uhr im Konzertsaal der Musikhochschule werden einige der außergewöhnlichen Talente zu sehen und zu hören sein. Auf Gitarre, Geige und Klavier, Solo und in kleinen Ensembles präsentieren sie Werke von Haydn, Vivaldi, Telemann, Saint Saëns, Chopin, Gershwin und zeitgenössischen Komponisten. Die Moderation übernimmt Professor Alfred Eickholt.