
AUDIO: Nachrichten aus dem Studio Kiel 16:30 Uhr – 01.04.2026 (2 Min)
Stand: 01.04.2026 18:29 Uhr
Zu einer Kundgebung und Demonstration gegen sexualisierte Gewalt werden heute in Kiel rund 1.000 Menschen erwartet. Die Aktion soll laut Veranstalter unter anderem Solidarität mit Collien Fernandes signalisieren.
In Kiel wollen Aktivistinnen und Aktivisten heute Abend erneut gegen sexualisierte Gewalt demonstrieren. Auf dem Rathausplatz ist um 18.30 Uhr eine Kundgebung geplant. Die Polizei erwartet rund 100 Teilnehmende. Die Organisatoren rechnen mit weitaus mehr Zulauf und gehen von mindestens 1.000 Demonstrierenden aus.
Ziel der Demonstration sei es, sich solidarisch mit der Fernsehmoderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes und weiteren Betroffenen zu zeigen. Die Ex-Frau von Christian Ulmen warf dem Schauspieler im „Spiegel“ vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Ulmens Anwalt spricht von unzulässiger Verdachtsberichterstattung. In den vergangenen Tagen hatten bereits Demonstrationen stattgefunden.
Demo: Sexualisierte Gewalt darf nicht zur Norm werden
„Mit der Demo wollen wir eben sichtbar machen, dass das keine Einzelfälle sind, sondern ein strukturelles Problem“, erklärt Organisator Leon Martin. Man wolle Betroffenen den Rücken stärken und gleichzeitig deutlich machen, dass Gewalt gegen Frauen und FLINTA (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, transgeschlechtliche und agender Personen) nicht normalisiert werden dürfe.

Einen Tag nach Lübeck sind am Sonnabend auch in Kiel Hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um ein Zeichen zu setzen.
Die Demo wurde privat organisiert – neben Leon Martin auch von Esther Chatrbahr. Unterstützt werden die zwei Organisatoren von der politischen Initiative Seebrücke Kiel, Fridays for Future und dem feministischen Bündnis 8M-Kiel.
Organisator erinnert an Tat in Kiel
In jeder Stadt gibt es laut Leon Martin Fälle von Gewalt gegen Frauen – auch in Kiel. Er erinnert beispielsweise an den mutmaßlichen Femizid in der Innenstadt vor zwei Jahren, bei dem ein junger Mann einen Autounfall verursacht hatte, nachdem er seine Ex-Freundin während der Fahrt mit einem Messer ins Herz gestochen haben soll. Die Frau verstarb im Krankenhaus.

2023 verursacht ein damals 19-Jähriger einen schweren Verkehrsunfall. Zuvor soll er seine Ex-Freundin getötet haben.

Das Verfahren wegen Fake-Accounts war im Juni 2025 eingestellt worden. Nun gibt es laut Staatsanwaltschaft neue Anhaltspunkte.
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