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Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) – Es gibt keine Hoffnung mehr: Buckelwal Timmy, der seit dem 3. März durch die Ostsee irrt, wird es nicht schaffen. Experten sind sich einig, dass der Meeressäuger vor der Insel Poel sterben wird. Das Gebiet wurde abgesperrt, um den Wal in Ruhe zu lassen. Er ist mittlerweile zu schwach und zu krank, um zu überleben.
BILD sprach mit dem Meeresbiologen Thilo Maack von Greenpeace über den Meeressäuger, der so sehr die Herzen der Deutschen rührt.

Thilo Maack von der Umweltschutzorganisation Greenpeace
Foto: Stefan Sauer/dpa
Wie schmerzhaft ist sein Todeskampf?
Als Timmy vor der deutschen Küste in der Ostsee auftauchte, war sein Körper von einem Stellnetz umschlungen, auch in seinem Maul steckten Schnüre fest. Trotzdem sei der Wal auch jetzt noch in einem einigermaßen guten Ernährungszustand und habe noch Reserven, was sein Sterben aber verlängern könnte. Der Wal-Experte sagt, das sei „ganz, ganz schwer abzuschätzen“. Thilo Maack: „Es kann einige Tage, aber auch noch viel länger dauern.“
Wie schmerzhaft ist sein Leiden? Schon früh berichtete das Deutsche Meeresmuseum Stralsund von deutlichem Stress; BILD-Reporter beschrieben schlechte Haut, Schwäche und stark reduzierte Reaktionen. Fachleute sagen außerdem, dass bei Strandungen auch Druck auf Organe, Kreislauf- und Atemprobleme, Hitzestress und schwere innere Schäden auftreten können.

Teile von der Haut des Meeressäugers lösen sich ab
Foto: Daniel Müller/Greenpeace Germany/dpa
Der Wal empfinde Schmerz, so Maack weiter. Der Biologe: „Ich würde allerdings davon absehen, das in einer Art und Weise zu vermenschlichen. Um ehrlich zu sein: Das Tier leidet ganz extrem. Ja, es geht ihm überhaupt nicht gut. Aber wir müssen im Hinterkopf behalten, dass es ein Wildtier ist.“
Können wir Timmy nicht erlösen?
Theoretisch ist Euthanasie bei Meeressäugern grundsätzlich ein Instrument. In diesem konkreten Fall schlossen viele Experten gegenüber BILD Sterbehilfe kategorisch aus, weil die Risiken, ihn noch stärker leiden zu lassen, zu hoch seien.
So fand der BILD-Reporter Wal Timmy: „Ich sah am Horizont eine große Fontäne“
Quelle: BILD, News531.03.2026
Die Tötung großer Wale im Meer sei, so die Forscher, technisch extrem schwierig, gefährlich und nicht automatisch schnell oder schonend. Biologe Maack dazu: „Wir haben auch wiederum mit Experten der Tierärztin diskutiert, ob Euthanasie infrage kommt, und das wird kategorisch ausgeschlossen.“
Was passiert nach dem Tod mit dem Wal?
Laut Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus soll der tote Wal nach Stralsund ins Meeresmuseum gebracht werden, damit die Todesursache wissenschaftlich untersucht wird. Backhaus sagte ausdrücklich, es gehe nicht darum, noch ein weiteres Walskelett auszustellen, sondern um die Untersuchung.
Thilo Maack: „Der übliche Vorgang ist vom Deutschen Meereskundemuseum koordiniert. Und sicher ist, dass der Wal da nicht liegen bleiben wird.“