Blumen liegen auf dem Kieler Rathausplatz, während Personen demonstrieren.

AUDIO: Nachrichten aus dem Studio Kiel 16:30 Uhr – 01.04.2026 (2 Min)

Stand: 01.04.2026 21:19 Uhr

Gegen sexualisierte Gewalt demonstrierten am Mittwoch in Kiel mehr als 250 Menschen. Die Aktion sollte laut Veranstalter unter anderem Solidarität mit Collien Fernandes signalisieren.

In Kiel haben Aktivistinnen und Aktivisten am Mittwochabend (1.4.) erneut gegen sexualisierte Gewalt demonstriert. Auf dem Rathausplatz startete um 18.30 Uhr eine Kundgebung. Außerdem wurden auf dem Rathausplatz Blumen für betroffene Frauen niedergelegt. Nach Angaben der Polizei nahmen etwa 250 Menschen teil. Die Organisatoren sprachen von etwa 500 Teilnehmenden.

Viele Personen demonstrieren auf dem Kieler Rathausplatz.

Die Demonstrierenden zeigen sich solidarisch mit der Fernsehmoderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes.

Ziel der Demonstration sei es, sich solidarisch mit der Fernsehmoderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes und weiteren Betroffenen zu zeigen. Die Ex-Frau von Christian Ulmen warf dem Schauspieler im „Spiegel“ vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Ulmens Anwalt spricht von unzulässiger Verdachtsberichterstattung. In den vergangenen Tagen hatten bereits Demonstrationen stattgefunden.

Demo: Sexualisierte Gewalt darf nicht zur Norm werden

„Mit der Demo wollen wir eben sichtbar machen, dass das keine Einzelfälle sind, sondern ein strukturelles Problem“, erklärte Organisator Leon Martin vorab. Man wolle Betroffenen den Rücken stärken und gleichzeitig deutlich machen, dass Gewalt gegen Frauen und FLINTA (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, transgeschlechtliche und agender Personen) nicht normalisiert werden dürfe.

Eine Menschenmenge bei einer Demonstration

Einen Tag nach Lübeck sind am Sonnabend auch in Kiel Hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um ein Zeichen zu setzen.

Die Demo wurde privat organisiert – neben Leon Martin auch von Esther Chatrbahr. Unterstützt wurden die zwei Organisatoren von der politischen Initiative Seebrücke Kiel, Fridays for Future und dem feministischen Bündnis 8M-Kiel.

Organisator erinnert an Tat in Kiel

In jeder Stadt gibt es laut Leon Martin Fälle von Gewalt gegen Frauen – auch in Kiel. Er erinnerte beispielsweise an den mutmaßlichen Femizid in der Innenstadt vor zwei Jahren, bei dem ein junger Mann einen Autounfall verursacht hatte, nachdem er seine Ex-Freundin während der Fahrt mit einem Messer ins Herz gestochen haben soll. Die Frau verstarb im Krankenhaus.

Blick auf das Landgericht Kiel.

2023 verursacht ein damals 19-Jähriger einen schweren Verkehrsunfall. Zuvor soll er seine Ex-Freundin getötet haben.

Portrait von Collien Fernandes

Das Verfahren wegen Fake-Accounts war im Juni 2025 eingestellt worden. Nun gibt es laut Staatsanwaltschaft neue Anhaltspunkte.

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