
AUDIO: Hamburg darf ausnahmsweise fünf Grundstücke verkaufen (1 Min)
Stand: 02.04.2026 06:19 Uhr
Hamburg verkauft keine städtischen Grundstücke mehr an Wohnungsbaufirmen. Sie werden in der Regel nur noch verpachtet – bis auf wenige Ausnahmen. Diese müssen Senat und Bürgerschaft extra genehmigen. Darum ging es am Mittwochabend im Stadtentwicklungsausschuss.
Eine Volksinitiative hatte dem Senat abgerungen, städtische Grundstücke nur noch in Erbpacht zu vergeben. Verkäufe sind nur in Ausnahmefällen erlaubt. Fünf Ausnahmen stimmten nun SPD, Grüne und CDU im Ausschuss zu. Es geht um den Grasbrook, die Quartiere Diekmoor und Fischbeker Rethen, Wilhelmsburgs Nord-Süd-Achse und zwei Baufelder der Hafencity.
Bis zu 35 Prozent der Flächen werden verkauft
Vielfach waren die Pläne für diese Projekte schon vor der neuen Regelung fertig. Es werden auch nur maximal 35 Prozent der Grundstücksflächen verkauft. Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) betonte, Hamburg brauche schlicht Geld, um die Wohnungsgrundstücke mit Straßen, Kanalisation und Strom zu erschließen.
Dürfte die Stadt 100 Prozent der Grundstücke verkaufen, könnte sie 450 Millionen Euro sparen. Aber das verbietet die Einigung.
Linke stimmt gegen Ausnahmen
Einzig die Linke stimmte im Stadtentwicklungsausschuss gegen die Ausnahmen. Sie lehnt den ganzen Wohnungsbau im Diekmoor, den Fischbeker Rethen und in Teilen Wilhelmsburgs ab. Die AfD war gar nicht erschienen.

Der zuständige Landesbetrieb erwarb im vergangenen Jahr 67,5 Hektar Fläche. Knapp die Hälfte des Stadtgebietes sind nun in öffentlicher Hand.

Im städtischen Besitz befinden sich 79 Hektar mehr Land als noch im Jahr davor. In zwei Fällen übte Hamburg dabei Zwang aus.