Deutschland und die EU wollen der ukrainischen Bahn nach verstärkten Angriffen Russlands auf Züge mit Generatoren, Baumaschinen und Fahrzeugen helfen. Zum Abschluss des Besuchs der EU-Außenminister in Kiew übergaben die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und Bundesaußenminister Johann Wadephul den Bahn-Verantwortlichen die ersten Geräte. „Seit Ende 2025 greifen russische Streitkräfte fahrende Züge, Nahverkehrszüge und Lokomotiven zunehmend mit Drohnen und Raketen an“, sagte Wadephul. Die Eisenbahn sei gezielten Angriffen ausgesetzt, die eines der wichtigsten Elemente der gesellschaftlichen Stabilität in der Ukraine treffen sollten. „Die Unterstützung dieses Systems ist daher von strategischer Bedeutung.“

Wadephul zufolge soll der unmittelbare Bedarf gedeckt und gleichzeitig die langfristige Widerstandsfähigkeit der Bahn gestärkt werden, indem man schnelle Reparaturen ermögliche. Er hatte einen von einem russischen Raketentreffer zerstörten Eisenbahnwaggon besichtigt. „Russland muss für die begangenen Verbrechen und den Schaden bezahlen, den es Ihrem Land, aber auch der Eisenbahn zugefügt hat“, sagte Kallas bei der Übergabe.

Über der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim ist ein russisches Militärflugzeug abgestürzt. Das berichten staatliche russische Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Demnach handelte es sich bei dem Flugzeug um eine Maschine des Typs Antonow An-26.

Bei dem Absturz sollen nach russischen Angaben 29 Menschen ums Leben gekommen sein, darunter sechs Besatzungsmitglieder. Als Ursache gab das russische Verteidigungsministerium einen technischen Defekt an. Laut der Nachrichtenagentur Tass sei die Maschine gegen einen Felsen geprallt. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas plädiert dafür, für ein Ende des Ukraine-Kriegs den wirtschaftlichen Druck auf Russland noch einmal deutlich zu erhöhen. „Wir müssen mit der Schattenflotte etwas tun, denn das ist ein Instrument, das Russland nutzt, um Öl herauszuholen aus Russland und zu verteilen“, sagte Kallas den ARD-„Tagesthemen“. Auf diese Weise beziehe Russland Einkünfte zur Finanzierung des Kriegs.

„Hier müssen wir kreativ sein, wir müssen mit unseren Partnern zusammensitzen, mit ihnen sprechen, denn wenn das Vereinigte Königreich, die USA, Europa, die G7-Partner die gleichen Sanktionen erlassen, dann haben wir großen Effekt“, sagte sie. Jetzt liege der Schwerpunkt darauf, mehr Druck auf Russland auszuüben, sodass Moskau diesen Krieg beende. Sie betonte, der russischen Volkswirtschaft gehe es nicht gut.