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Nachdem Nick Woltemade (24) beim Test der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz (4:3) zunächst eingewechselt und für 27 Minuten ran durfte, stand er zuletzt beim 2:1 gegen Ghana wieder in der Startelf. Wie schon zuletzt im Klub blieb der Stürmer auch in beiden Länderspielen ohne Tor oder Vorlage. Jetzt reagiert er auf Kritik.
Woltemade in der „Süddeutschen Zeitung“: „Ich sehe das nicht so negativ, wie das von außen gesehen wird, für mich ist das immer noch ein normaler Prozess. Natürlich könnte man von außen draufschauen und sagen: Der hat im neuen Jahr erst ein Tor geschossen, was ist denn mit dem los? Aber wer sich wirklich mit meinen Spielen befasst, der weiß auch, warum das so ist.“
Und weiter: „Ich spiele auf einer ganz anderen Position als noch zu Saisonbeginn. Im Spiel gegen Chelsea kürzlich habe ich im Mittelfeld eine Art Manndeckung gegen Cole Palmer gespielt, und der ist ein offensiver Zehner. Da kann man sich vorstellen, in welchen Räumen ich auf dem Feld unterwegs war. Ich weiß, dass man mich mit Toren verbindet, aber man kann die Torquote eines Stürmers ja nicht mit der eines Mittelfeldspielers vergleichen, der 50, 60, 70 Meter vom gegnerischen Tor entfernt spielt. Ich bin im Moment ein komplett anderer Nick Woltemade, als ich das zu Saisonbeginn war. Im Moment müsste man mich eher danach bewerten, wie ich meine Zweikämpfe führe oder die Räume sichere.“
Im Sommer 2025 wechselte der DFB-Star von Stuttgart zu Newcastle, eine Ablöse in Höhe von 75 Mio. Euro zahlte der England-Klub für ihn. In seinem ersten Premier-League-Spiel gegen Wolverhampton schoss er seinen Verein zum 1:0-Sieg, in seinen ersten fünf Liga-Spielen traf er insgesamt viermal. Danach aber blieb der Tor-Erfolg aus und Kritik wurde laut. Woltemade: „Wenn mir jemand eine Formkrise unterstellt, würde ich einfach mal behaupten, dass derjenige nicht viele Spiele von Newcastle United sieht.“

Fans mit einem Woltemade-Plakat im März vor der Partie zwischen Newcastle und Manchester City (1:3)
Foto: Getty Images
Auch über den Unterschied zwischen dem englischen und deutschen Fußball spricht Woltemade und erklärt: „Ich kannte diese Erzählungen auch alle, aber etwas zu wissen und es dann selbst zu erleben, ist wirklich ein großer Unterschied. Das Spiel ist deutlich intensiver, man hat das Gefühl, es kommt kaum zur Ruhe. Die Schiedsrichter lassen mehr laufen, es gibt weniger Pausen zum Durchatmen, und zwischendurch kommen immer wieder die berühmten set pieces angeflogen (Standardsituationen, d. Red.), die hier bei fast allen Teams gefährlich sind. Da ist schon ziemlich viel los auf dem Platz. Aber ich find’ das geil, macht Spaß. Und bringt einen auf Dauer extrem weiter.“
Und über seine Premiere in England im September 2025: „Ich kann mich gut an mein erstes Premier-League-Spiel erinnern, da schaut man schon irgendwann heimlich zur Seitenlinie und denkt: Kann mich hier mal einer auswechseln? Ich hatte nach 60 Minuten Krämpfe, das hatte ich bis dahin noch nie.“